Ausbildungsmarkt: Dominik ist Feuerwehrmann auf Probe

Von: Markus Bienwald
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Ultraviolettes Licht: Wie Glasoberflächen geprüft werden, konnten die Schüler am Stand von Saint Gobain in Augenschein nehmen. Foto: Markus Bienwald
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Auch der zehnte Alsdorf-Herzogenrather Ausbildungsmarkt zeigt zahlreiche Möglichkeiten der beruflichen Zukunftsgestaltung auf. Foto: Markus Bienwald
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Details zum Thema Ausbildung wurden auf dem Podium erläutert mit (v.l.) Philipp Adler, Valeska Sibbel, Jessica Mertens, Carlos Estrada, Beatrix Oprée, Marvin Helmons, Dominik Graf, Bürgermeister Alfred Sonders, Andreas Kreuwen und dem Ersten Beigeordneten Hubert Philippengracht. Foto: Markus Bienwald

Alsdorf. Wenn es jemand Donnerstagfrüh etwas schwerer hatte, dann war es Dominik Graf. Der 15-Jährige interessierte sich beim zehnten Ausbildungsmarkt der Städte Alsdorf und Herzogenrath sowie unserer Zeitung für alles, was ein Feuerwehrmann so drauf haben muss.

Die entsprechende Ausrüstung lastete mit gut 20 Kilogramm Gewicht ordentlich auf Dominiks Schultern, als er testweise damit durch die Stadthalle lief. Dass Wehrleute aber noch viel mehr schultern müssen, wenn sie sich unter Gefahr für Leib und Leben in die Ungewissheiten eines Einsatzes begeben, das erklärte Andreas Kreuwen, Oberbrandmeister bei der Alsdorfer Wehr, beim Eröffnungsgespräch.

Was man mitbringen muss, um Feuerwehrmann zu werden, fand unsere Redakteurin Beatrix Oprée ebenso in einer lockeren Gesprächsrunde heraus, wie die Bedeutung des „Bewegungslos“-Melders, der im Einsatz für die Wehrleute lebensrettend sein kann. Weniger dramatisch, dafür sehr feintechnisch geht es bei Valeska Sibbel zu, die beim Alsdorfer Unternehmen Matuschek nach ihrer Ausbildung zur Elektronikerin nun selbst auf der Ausbilderseite unterwegs ist.

„Bei uns ist neben der Fachoberschulreife auch Interesse für Technik und Mathematik wichtig“, stellte Sibbel für 2017 neue Ausbildungsstellen in Aussicht. Genauso läuft es auch bei Carlos Estrada, der sich bei der Carl Eichhorn KG in Jülich bei weitem nicht nur mit Wellpappe beschäftigt. „Wir müssen uns mit der Zeit bewegen“, betonte er und sprach über hohe Anforderungen, die Ausbildungen etwa im technischen Bereich zum sogenannten Packmitteltechnologen mit sich bringen.

Davon konnte auch Philipp Adler vom Wasserverband Eifel-Rur (WVER) berichten. Dort gibt es den Beruf des Wasserbauers. Bewegung in der Natur, Interesse an Landschaftsgestaltung, der Bau von Dämmen, das Regeln von Wasserabflüssen oder auch die Renaturierung begradigter Gewässer sind Teil der Aufgaben dieses außergewöhnlichen Berufs. Alleine im Bereich des WVER gibt es fast 2000 Kilometer Fließgewässer – genug zu tun in der Zukunft.

Welche Verantwortung auf den Schultern künftiger Fachleute lastet, zeigte Marvin Helmons von SpanSet aus Übach-Palenberg. Dort wird Hebe- und Lastentechnik für alle möglichen Anwendungen hergestellt, „das muss zu 100 Prozent halten“, sagte der Fachmann.

Neben Industriemechanikern und Fachkräften für Lagerlogistik sind hier auch Kaufleute gefragt. Quereinsteigerin ist Jessica Mertens: die gelernte Erzieherin wechselte als Frischeexpertin zu Edeka nach Kohlscheid. „Kundenberatung und Warenpräsentation machen einen großen Teil unserer Arbeit aus“, erklärt sie, warum sie ihren neuen Beruf so interessant findet.

Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders lenkte den Blick darauf, dass ein Ausbildungsmarkt gute Möglichkeiten biete, sich über Berufsfelder intensiv zu informieren. Herzogenraths neuer Erster Beigeordneter Hubert Philippengracht, in Vertretung für Bürgermeister Christoph von den Driesch, erinnerte daran, dass sich bald eine große Lücke bei den Fachkräften auftue: „Die geburtenstarken Jahrgänge der 1960er-Jahre gehen in zehn Jahren in den Ruhestand, darum müssen wir jetzt Fachkräfte ausbilden.“

Dass weniger Schüler als in den Vorjahren zum Ausbildungsmarkt kamen, lag übrigens nicht an der abnehmenden Attraktivität des Angebots von 47 Ausstellern. „Es gibt generell weniger Schüler, und es ist noch Prüfungszeit“, erklärte Sonders. Aber die Zahl von gut 1000 Besuchern sei dennoch beeindruckend.

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