Aus Medienkiste spielend lernen

Von: Elisa Zander
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Eine blaue Kiste voller spielerischer Anregungen zur Erweiterung des Sprachschatzes - darauf legen (v.l.) Achim Großmann, Monika Silberer-Luderich, Günter Kölling, Angela Ortmanns-Dohrmann und Arno Nelles großen Wert. Foto: Elisa Zander

Würselen. Das Sprachverhalten und der Sprachgebrauch von Kindern in Deutschland bereitet den Mitgliedern der Kulturstiftung Würselen Sorge. „Untersuchungen zeigen, dass einige Kinder weder Nebensätze bilden können, noch den Konjunktiv beherrschen”, sagt Kuratoriumsmitglied Günter Kölling.

30 Prozent der Vier- bis Sechsjährigen in Deutschland haben laut Statistik eine Sprachentwicklungsstörung. „Die Prozentzahl lag vor zehn Jahren noch bei neun”, verdeutlicht Günter Kölling den rapide ansteigenden Trend.

Um dem entgegen zu treten, hat die Kulturstiftung eine neue Initiative realisiert und eine Medienkiste zur Förderung der Sprache und Verbesserung des Wortschatzes finanziert. Darin finden Erzieherinnen und Erzieher sowie Tagesmütter und -väter Anregungen, mit denen - um dem Motto der Kiste „Spielend Sprache lernen” gerecht zu werden - spielend der Sprachgebrauch verbessert wird. Gesellschaftsspiele, eine CD mit Kinderliedern und natürlich Bücher finden sich in dem abwechslungsreichen Paket.

Besonders gut gefällt der Leiterin der Stadtbücherei Monika Silberer-Luderich etwa das Buch „Das kleine Wutmonster”. „Über das Vorlesen können die Kinder zum Erzählen kommen und über eigene Erfahrungen sprechen”, erklärt sie den pädagogischen Hintergrund. Schließlich „war jedes Kind schon einmal wütend”.

Die Medienkiste ist so ausgelegt, dass Kinder mit dem Inhalt lernen, besser mit der Sprache umzugehen, ihren Wortschatz erweitern und den Umgang mit Büchern kennenlernen. „Das alles passiert im Spiel, beim Geschichten erzählen, beim Singen und beim Blättern in den Bilderbüchern”, erklärt Achim Großmann, Vorsitzender der Kulturstiftung.

Dass eine solche sprachfördernde pädagogische Arbeit schon in Kindergärten angeboten wird, „wissen wir”, will Achim Großmann den Erziehern keine Vorschriften machen. Vielmehr soll es eine Bereicherung sein, denn „manchmal braucht man neue Sauerstoffzufuhr”, erklärt er mit einem Augenzwinkern.

Besonderen Wert legt er dabei auf das spielerische Angebot, ist der Erfolg hierbei schließlich wesentlich größer als bei „verschulten” Sprachkursen oder Sprachübungen.

„Soziale Absicherung”

Für Bürgermeister und Vorsitzenden des Stiftungsrates Arno Nelles gehört Lesen zur Selbstwertstärkung und der Bildung der eigenen Persönlichkeit. „Damit tragen wir zur sozialen Absicherung der Gesellschaft bei”, nimmt er Bezug auf die Medienkiste.

Angela Ortmanns-Dohrmann, Kuratoriumsmitglied, sieht Deutschland in der Rolle der Kulturnation, in der solche Werte immer mehr an Bedeutung gewinnen. Darüber hinaus trage die Stiftung „zur Vernetzung von Politik, Verwaltung und Industrie bei und schafft so einen Mehrwert”.
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