Alsdorf - Aus für ProMarkt, Veränderung bei toom

Aus für ProMarkt, Veränderung bei toom

Von: Holger Bubel
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Alles muss raus: Zum 28. Oktober schließt der ProMarkt an der Linnicher Straße. Das SB-Warenhaus toom an gleicher Stelle und auch der Markt in Würselen werden ab Januar einen neuen Namen und auch ein neues Erscheinungsbild erhalten. Foto: Holger Bubel
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Alles muss raus: Zum 28. Oktober schließt der ProMarkt an der Linnicher Straße. Das SB-Warenhaus toom an gleicher Stelle und auch der Markt in Würselen werden ab Januar einen neuen Namen und auch ein neues Erscheinungsbild erhalten. Foto: Holger Bubel

Alsdorf. Die Stimmung schwankt bei den (noch) Angestellten der ProMarkt-Filiale in Alsdorf: Irgendwas zwischen Galgenhumor und Pflichteifer treibt die 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihren gelben Blusen und Hemden um. Viele sind seit der ersten Stunde, dem Jahr 1994, in der Filiale angestellt, haben das Geschäft mit aufgebaut.

„Wir machen den Laden gleich zu“, scherzt eine Mitarbeiterin dennoch – versehentlich wurde das Band mit dieser Information angeschaltet. Humor oder Zynismus? Schon morgens zu schließen, wäre allerdings auch nicht dramatisch, denn der Verkaufsraum ist so gut wie leer, seit Wochen findet der Ausverkauf der einzigen ProMarkt-Filiale in der Städteregion statt. Sie ist eine von insgesamt 57 bundesweit, die ihre Pforten für immer schließt, in Alsdorf zum 28. Oktober – mit dem Start des eigentlich lukrativen Weihnachtsgeschäfts.

Die Konkurrenz der wirklich großen Elektronik-Märkte war offenbar zu groß. Laut „ChannelPartner“, einem Internet-Fachportal für Informations- und Telekommunikationstechnologie, konnte ProMarkt auf kaum einem Verkaufssektor mithalten – jedenfalls über die lange Distanz gesehen. Bald steht der ProMarkt-Teil im Gebäudekomplex Linnicher Straße mit toom-Markt und toom-Baumarkt sowie Bäckerei, Reisebüro, Schnellimbiss und Friseursalon leer – und die Mitarbeiter auf der Straße.

Auch wenn die Rewe-Group, deren Geschäftseinheit die ProMarkt-Kette ist, Optimistischeres auf Anfrage offiziell mitteilt: „Es ist der ProMarkt-Geschäftsführung gelungen, in konstruktiven Gesprächen mit dem Betriebsrat eine einvernehmliche Lösung zu finden und einen Sozialplan aufzustellen“, sagt Marco Sandner, Sprecher der Rewe-Group. Nach Informationen unserer Zeitung sieht dieser Plan so aus, dass die Mitarbeiter sechs Monate lang eine Lohnfortzahlung erhalten, im Anschluss dann „dem ersten Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen“.

Wenn auch „noch die Bemühungen, den Mitarbeitern – wo gewünscht und möglich – alternative Arbeitsplätze in einer anderen Vertriebslinie der Rewe-Group anzubieten, laufen. In welchem Umfang das möglich ist, kann derzeit nicht vorhergesagt werden“, sagt Marco Sandner. Die Mitarbeiter, die namentlich nicht genannt sein wollen, winken diesbezüglich ab, handelt es sich doch bei den Angeboten bei „anderen Vertriebslinien“ eher um „Kassenjobs“ beim Discounter auf 450-Euro-Basis.

Verdi-Aachen weiß nichts von Sozialplänen und Lösungsbemühungen für die Mitarbeiter: „Wenn die nicht organisiert sind und sich an uns wenden, bekommen wir nicht die Nase an die Abläufe“, sagt Jana Zorn von Verdi-Aachen.

Die Chance, bei einer Folgenutzung der freien Ladenfläche durch einen anderen Anbieter von Elektronik-Waren übernommen zu werden, ist nicht gegeben: „Die Versuche, einen Erwerber zu finden, sind trotz intensiver Bemühungen und weitgehender Kompromissbereitschaft von ProMarkt gescheitert“, erklärt Marco Sandner.

toom-Angestellte dürfen bleiben

Wesentlich besser sieht es für die Angestellten des toom-SB-Warenhauses aus. Auch dieses ist ein „Kind“ der Rewe-Group: „Im Zuge der Verschmelzung (von toom und Rewe, Anmerkung Redaktion) sind die bundesweit 55 toom-Märkte im Laufe des Jahres 2013 in die operative und vertriebliche Verantwortung der jeweiligen Rewe-Region überführt worden“, erläutert Sandner.

„Mit einem Umsatzvolumen von über einer Milliarde Euro sind die toom-Märkte ein integraler und unverzichtbarer Bestandteil des Rewe-Vertriebsportfolios.“

Doch auch hier stehen Veränderungen an, sowohl in Alsdorf als auch im Markt in Würselen. „Rewe West“ werden die Warenhäuser ab Januar 2014 wohl heißen, mit anderem Corporate Design und dann auch mit einem veränderten Angebot: „Geplant ist ein umfassender Relaunch der Vertriebslinie.“ Hier werde „mit Hochdruck intensiv an der Neupositionierung der toom-Märkte gearbeitet.

Alles beim Alten bleibt übrigens bei den toom-Baumärkten, sowohl in Alsdorf als auch in Herzogenrath-Kohlscheid: „Diese sind nicht betroffen“, sagt Marco Sandner.

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