Aus der IGA GmbH wird der Business Park

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
6911004.jpg
Unübersichtlicher Schilderwald an der Zufahrt zum Industriepark Hoengen: Mit Umbenennung in „Business Park Alsdorf Hoengen“ soll unter anderem durch Einrichten von „Landmarken“ die Orientierung von anfahrenden Lieferanten oder Besuchern erleichtert werden . Fotos: Karl Stüber Foto: Karl Stüber
6910991.jpg
Erweiterung des Gewerbegebietes Schaufenberg: Vom sogenannten „Dachser“-Kreisels aus soll die insgesamt 25 000 Quadratmeter umfassende Fläche erschlossen werden. Der Abzweig (Hintergrund) ist bereits angelegt.

Alsdorf. „Ne echte Marke“ zu sein oder zu haben, ist nicht einfach. „Tempo“ hat das geschafft. Viele nennen Schnupftücher generell so, wenn sie Einwegtaschentücher meinen. Dabei gibt es doch so viele Papiervarianten. Der Weg zum Synonym war für „Tempo“ nicht einfach. In solchen Fällen will kräftig getrommelt werden, und auch die Produkte müssen überzeugen.

Die Stadt Alsdorf will nun einen seit Jahren eingeführten Markennamen am Markt tilgen und den damit verknüpften Angeboten mit einem neuen dynamischen Namen Flügel verleihen. Die Rede ist von der Industrie- und Gewerbepark Alsdorf GmbH (IGA). Zugegeben, ein mittlerweile sperrig wirkender Name für eine Gesellschaft der Stadt, die neue Unternehmen anlocken soll und Bestandspflege zu betreiben hat.

Internationaler und merkfähiger

Bereits im Mai 2012 hatte die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Städteregion Aachen die „Geschäftsbesorgung“ im Auftrag der Kommune übernommen. Dabei geht es um die Vermietung der rund 5500 Quadratmeter Büro- und Hallenflächen im Gründungs- und Wachstumszentrum im Gewerbegebiet Schaufenberg und die Vermarktung von Gewerbe- und Industriegrundstücken im Industriepark Hoengen.

Nun wird die etwas „angestaubte“ Bezeichnung IGA eingestampft. Die Gesellschaft, die von Prof. Dr. Axel Thomas geleitet wird, heißt fortan „Business Park Alsdorf GmbH“, gekürzelt BPA. Business steht allgemein für die „Weiterentwicklung einer wirtschaftlich orientierten Organisation“, in diesem Fall eben der alten IGA. So hat es unlängst die Gesellschafterversammlung beschlossen, wie Aufsichtsratsvorsitzender Detlef Loosz sagte. Das wirke dynamischer, internationaler und merkfähiger, so Dr. Thomas.

Nun muss das Erscheinungsbild (Corporate Design) kräftig umgestrickt werden, womit Michael Essers, Prokurist und Bereichsleiter Vertrieb & Marketing der Business Park Alsdorf GmbH bereits intensiv beschäftigt ist. Alle von der BPA bewirtschafteten bzw. betreuten Gebäude werden mit dem Logo gekennzeichnet. Zudem wird aus dem Gewerbegebiet Schaufenberg der „Business Park Alsdorf Schaufenberg“ und aus dem Industriepark Alsdorf Hoengen der „Business Park Alsdorf Hoengen“.

Und im Gewerbegebiet Hoengen soll der Zielverkehr durch Überarbeitung der Ausschilderung effektiver geführt werden. Markante „Landmarken“ mit dem neuen Logo sollen an Kreisverkehren gesetzt werden – Navigationssysteme hin oder her. „Das weiß kaum einer, aber das muss man sich mal bewusst machen: Mittlerweile sind da mehr Arbeitsplätze neu entstanden als zuletzt im Steinkohlenbergbau vorhanden waren. Der Verlust ist praktisch überkompensiert worden“, hat Bürgermeister Alfred Sonders ausgerechnet.

Leitbild der Stadt als Vorgabe

Das neue Design der Gesellschaft orientiert sich am Emblem und dem Slogan der Kommune („Alsdorf – voller Energie“) und dem mit viel Aufwand und Bürgerbeteiligung entwickelten Leitbild, wie Sonders betont. „Business“ verheißt Aktivitäten. „Hier weht ein frischer Wind in der Wirtschaftsförderung“, betont der Bürgermeister auch mit Blick auf die Arbeit Hand in Hand mit der Stabsstelle seines Bürgermeisterbüros. In der Verwaltung werde praktisch der Kunde bzw. Investor „übernommen“ und über Bauantrag bis zur Genehmigung geführt.

Unter dem „Duo“ Eßers und Dr. Thomas – ab jetzt eben im „Business-Duett“ – wurden zuletzt mehrere Grundstücke mit einer Gesamtfläche von rund 22 500 Quadratmetern im Gewerbepark Hoengen veräußert werden. Unternehmen aus den Bereichen Lasertechnik, Elektromobilität, Kontrakt-Logistik sowie Dienstleistungen für die Automobilbranche fanden dort ein Unterkommen.

Nun soll unter neuem Namen die Dynamik bei der Vermarktung von Flächen und Wirtschaftsförderung zunehmen. „Die BPA versteht sich als Wirkungsbeschleuniger im Business-Thema“, lautet das Selbstverständnis. Dazu passt bestens, dass das „aktuell vollgelaufene“ Gewerbegebiet Schaufenberg innerhalb der nächsten 18 Monate erweitert wird.

Dabei geht es um insgesamt 25.000 Quadratmeter an Flächen, die vom sogenannten „Dachser“-Kreisel aus erschlossen werden. Der zur Zeit noch im Acker endende Abzweig weist bereits darauf hin. Laut Bürgermeister Sonders ist der Bebauungsplan bereits fertig, die meisten Flächen sind bereits angekauft bzw. im Besitz der Stadt.

Bereits mehrere Interessenten

Die Vermarktung wird zudem durch eine günstigere Preisgestaltung erleichter. Bislang musste die Kommune geförderte bzw. bezuschusste Flächen laut Vorgabe des Landes zu 48,57 Euro den Quadratmeter an den Mann bringen. Dank Fürsprache von Regierungspräsidentin Gisela Walsken und Landtagsabgeordneter Eva-Maria Voigt-Küppers, betont Sonders, hat die Landesregierung nun genehmigt, den Preis auf 35 Euro pro Quadratmeter zu senken.

Prokurist Eßers sagt: „Wir sprechen derzeit mit mehreren interessierten Unternehmen und sind optimistisch, das ein oder andere für den Standort zu verpflichten.“

Auch das Gründungszentrum erhielt bzw. erhält ein neues Gesicht und einen neuen „Auftritt“, wie Eßers und Dr. Thomas erläutern. Wert wird dabei auf die verstärkte Vermittlung des Servicecharakters Wert gelegt., unter anderem geht es dabei um die Konferenzräume mit neuster Präsentationstechnik und Internetverknüpfung.

Das alles und das „neue Erscheinungsbild in einem gepflegten grünen Umfeld“ führten zu Auslastungsquoten der Mietflächen von teilweise über 95 Prozent, wie die Verantwortlichen stolz anführen. „Derartige Auslastungsquoten konnten hier in Alsdorf seit etlichen Jahren nicht mehr erreicht werden“, so Aufsichtsratsvorsitzender Loosz. Laut Verband der Technologiezentren gelte eine 95-prozentige Belegung als Vollauslastung.

Bei allem Neuen und dem Wunsch nach weiterer Ansiedlung von Handel und Gewerbe will die Stadt aber den Bestand nicht vernachlässigen. „Ich besuche möglichst pro Woche eine Firma im Stadtgebiet“, hat sich Bürgermeister Sonders als Ziel gesetzt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert