Aus den Slums auf die Laufstege: „The True Cost – Preis der Mode“

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Gegen den Wegwerftrend: Secondhand-Abteilung im Gebrauchtwaren-Kaufhaus „Patchwork“. Foto: B. Oprée

Herzogenrath. Überall werden Verbraucher mit Modeangeboten zu immer geringeren Preisen überflutet, nach unten scheint es keine Grenzen zu geben. Tabus in Sachen Menschenrechte und Umwelt scheinen zu fallen, wenn es darum geht, Schränke mit Kleidungstücken vollzupacken, um beim Ankleiden aus dem Vollen schöpfen zu können.

Manche Modeketten bieten zwar mittlerweile an, für einen kleinen Obolus zum wiederum nächsten Kleider-Dumpingkauf die alten Klamotten abgeben zu können. Dennoch...

Der Film „The True Cost – Preis der Mode“ von Regisseur Andrew Morgan legt sein Augenmerk auf genau diese Schwach- und Schnittstelle der verheerenden Auswirkungen einer nur scheinbar modernen „Fast-Fashion“-Textilindustrie. Denn an vielen „Kleiderschnäppchen“ klebt nicht nur im übertragenen Sinne Blut, wie tausende Tote bei Einstürzen maroder Fabriken im Süden dieser Welt erschütternd vor Augen führen.

Mit einem von strahlenden Laufstegen hin zu trostlosen Slums wandernden Blick veranschaulicht Morgan in seinem 93-minütigen Film die folgenschweren Schattenseiten dieser Art von Mode. Der Förderverein Arbeit, Umwelt und Kultur in der Region Aachen weist schon seit vielen Jahren auf diese Ungerechtigkeit hin. Er möchte durch die Etablierung von Secondhand- und Upcycling-Kleidung – unter anderem mit seinen Projekten rund den Arbeitsschwerpunkt „Kleidung und mehr“ – eine Gegenbewegung forcieren helfen, die auch über die sozialen Netzwerke sichtbar wird.

Zusammen mit dem Evangelischen Erwachsenenbildungswerk im Kirchenkreis Aachen wird Morgans beeindruckender Film am Mittwoch, 7. Dezember, 19.30 Uhr, im Kulturhaus Klösterchen an der Dahlemer Straße 28 in Herzogenrath gezeigt. Wilfried Wunden vom kirchlichen Hilfswerk Misereor, der die Institution im Textilbündnis von Entwicklungshilfeminister Dr. Gerd Müller vertritt, steht im Anschluss als Gesprächspartner zur Verfügung. Da kein Eintritt erhoben wird, sind Spenden für die Arbeit auf dem alternativen Kleidersektor willkommen.

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