August-Schmidt-Platz: Merksteiner sollen selbst Ideen einbringen

Von: Beatrix Oprée
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Nicht nur bei Regen fast menschenleer: Der August-Schmidt-Platz in Merkstein, mit viel Grün eigentlich recht anschaulich angelegt, ist dennoch kein Anziehungspunkt mehr. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. „Netto weg. Wochenmarkt weg. August-Schmidt-Platz tot!“ Diese griffige Schlussfolgerung zieht die FDP aus der jüngsten Entwicklung auf dem August-Schmidt-Platz in Merkstein.

Der Wochenmarkt ist nach der Umsiedlung des Netto-Marktes in den modernen Standards entsprechenden Neubau an der Geilenkirchener Straße bekanntlich ebenfalls umgezogen – Mitte Oktober testweise für drei Monate auf die Parkzone zwischen Netto und Ligusterstraße.

Es war der Wunsch der Marktbeschicker selbst gewesen, dem die Verwaltung nachkam, auch um zu verhindern, dass die Händler Merkstein komplett verlassen. „Irgendwann sagt der Chef dann vielleicht, es lohnt sich nicht mehr“, befürchtete denn auch die Verkäuferin des Bäckereistandes im Zuge einer Umfrage unserer Zeitung. Mit dem neuen Standort seien die Händler durchaus zufrieden, heißt es nun auf Basis erster Befragungen seitens der Verwaltung.

Doch zum einen: Vier Stände als Anhang eines Supermarkts sollen den „Merksteiner Wochenmarkt“ darstellen? Und zum anderen: Die große Koalition hatte sich im März diesen Jahres schon einmal mit dem Wochenmarkt beschäftigt, als die Abrissarbeiten für den Netto-Neubau an der Geilenkirchener Straße begonnen hatten. Seit Jahren friste der Markt auf dem August-Schmidt-Platz ein „sehr bescheidenes Dasein“, argumentierten SPD und CDU.

Nur „sehr wenige“ Marktstände stünden am Eingangsbereich des Netto, der ein „direkter Konkurrent für viele Marktbeschicker“ sei, weswegen offenbar nur solche Händler angelockt würden, die ergänzende Waren anbieten könnten. Der Antrag der Groko: Die Verwaltung zu beauftragen, ein Konzept für die Neugestaltung und -ausrichtung des Wochenmarkts zu erarbeiten, das eine Verlagerung in Richtung Kirchrather Straße beinhalten und die Möglichkeiten einer speziellen Angebotsausrichtung aufzeigen sollte.

Im Umwelt- und Planungsausschuss am 24. Mai fand dies die Zustimmung auch der vier Oppositionsparteien. Einstimmig wurde beschlossen, die Kosten für die Erstellung eines Konzepts zur Neugestaltung und -ausrichtung des Merksteiner Wochenmarkts durch einen externen Dienstleister ermitteln zu lassen. Wie zu erfahren war, hat mittlerweile ein Büro ein Angebot vorgelegt.

Die Politik wird nun zu entscheiden haben – auch auf Basis der Erfahrungen aus dem Wochenmarkt-Testlauf an der Geilenkirchener Straße. Denn offenbar setzen die Marktbeschicker auf die Nähe zum Supermarkt als Magneten. Für Rodas Liberale aber ist die Wochenmarktsituation nur ein Symptom für das Sterben des öffentlichen Lebens in Merkstein. Sie kritisieren die „andauernde Untätigkeit“ der großen Koalition. „Seit Jahren monieren wir eine fehlende Stadtentwicklungsplanung. Außer unsere Ideen abzulehnen, ist die große Koalition bisher nicht tätig geworden“, behauptet Fraktionschef Björn Bock.

„Der Platz ist endgültig tot, wenn wir uns als Politik nicht bewegen“, ergänzt Rodas FDP-Chef Christoph Pontzen. Die Liberalen fordern eine „fundierte Analyse und Planung für die drei Zentren der Stadt“. Bock: „Was wir brauchen, sind keine baulichen Schönheitsreparaturen, sondern endlich neue Ideen, wie wir die Stadtteile wiederbeleben können.“

Die wollen die Liberalen jetzt sammeln: bei einer Bürgerveranstaltung am Montag, 7. November, 19 Uhr, in den Räumen des SVS Merkstein im Stadion Geilenkirchener Straße. Nach einem Exkurs über bisherige Initiativen soll über die Zukunft des Stadtteils und des August-Schmidt-Platzes als Herzstück beratschlagt werden. „Hierbei sind vor allem die Ideen und Vorstellungen der Merksteiner gefragt. Wir werden alle Erkenntnisse in unsere Arbeit im Stadtrat einfließen lassen“, verspricht Bock.

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