Auftakt in Straß: Bistumsweiter Start der Weltmission

Von: mabie
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Wilfried Hammers (l.) von der katholischen Kirchengemeinde in Straß und die Referentin für weltkirchliche Arbeit im Bistum Aachen, Anke Reermann (r.) begrüßen mit Pater Patricio Hiwatig einen Gast von den Philippinen beim Start der missio-Aktion in Herzogenrath. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Nicht nur, wer in seine Augen blickt, weiß, dass Pater Patricio Hiwatig die Abgründe des menschlichen Daseins ganz genau kennt. Pater Hiwatig lebt und arbeitet in einem Slum am Rande der philippinischen Metropole Manila.

Zwölf Millionen Menschen leben dort, in seinem Pfarrbezirk sind es rund 100.000 Menschen, die die auch auf den Philippinen immer weiter auseinanderdriftende Schere zwischen Arm und Reich genau kennen. Darüber will Pater Hiwatig, wenn er am morgigen Sonntag den bistumsweiten Start des Missio-Sonntags der Weltmission begeht, gerne auch berichten.

Bewegende Momente

Unsere Zeitung konnte schon vorab mit ihm sprechen, und es sind viele bewegte und bewegende Momente, wenn man sich mit dem Glauben auf den Philippinen auseinandersetzt. „Die Menschen haben einen festen Glauben, aber es gibt viele Ungerechtigkeiten“, beschreibt der Pater seine Situation. So müssen beispielsweise die Menschen, die vom Land in die Metropolregion kommen, um dort Arbeit zu finden und ihre Familie zu ernähren, oft in unsäglichen Verhältnissen leben. „Floating Houses“ sind ihre Unterkünfte, das Wort „Haus“ ist schon ein wenig anmaßend bei den oft nur zusammengeschusterten Hütten, die direkt auf dem Wasser treiben.

„Bei einem Wochenverdienst von vielleicht 300 Rupien bleibt nicht viel übrig, um täglich zur Arbeit zu pendeln“, so der Geistliche. Dazu kommt, dass Grundbesitzer oder auch die Regierung die Menschen, die sich vielleicht in Manila ein Zuhause aufgebaut haben, aus wirtschaftlichen Gründen schnell vom angestammten Platz vertreiben können. „Wenn beispielsweise eine neue Fabrik auf diesem zuvor als Wohnort genutzten Gelände gebaut wird, müssen die Menschen weg“, weiß Pater Hiwatig.

Weg bedeutet, sich gut eine Stunde lang für gut einen Drittel eines durchschnittlichen Monatsverdienstes durch den erstickenden Verkehr der Riesenstadt hin zu den Slums mit bezahlbarem Wohnraum zu quälen. Diesen Teufelskreis zu durchbrechen, das hat sich Pater Hiwatig mit dem Sozialprojekt „Floating Houses“ auf die Fahnen geschrieben. „Wir bauen Bildungseinrichtungen, damit die Menschen die Chance auf einen besser bezahlten Job mit höheren Anforderungen haben“, sagt er. Dieses Projekt zeigt aber nur beispielhaft, wie wichtig es ist, in anderen Ländern Unterstützung zu bieten, die mehr als nur kurzfristige Wirkung hat.

Dass er nun zum ersten Mal in Deutschland ist, lässt Pater Hiwatig nicht nur über seinen eigenen Tellerrand an Erfahrungen blicken. „Ich kann hier auch Ansätze kennenlernen, aus denen ich auch etwas mitnehmen kann“, erzählt er. Ein Ansatz wird in Straß in der Gemeinde St. Josef schon seit längerer Zeit vorgelebt: das Leben im Quartier. Natürlich geht es hier anders zu als auf den Philippinen, aber es gibt auch hier Menschen, die zum „Tellerrand“ mit seinem Mahlzeitenangebot kommen, und eben kein Geld haben, um es zu bezahlen.

So treffen sich in Straß durchaus die Gedanken von Pater Hiwatig und Wilfried Hammers, dem nimmermüden Motor hinter unzähligen sozialen Aktionen. „Wir tun das, um Barmherzigkeit und Gerechtigkeit miteinander zu vereinen“, sagt Hammers. Dass sich aber die Themen, wenn auch mit unterschiedlicher Ausrichtung, an allen Enden der Welt ähnlich sind, das eint beide schließlich doch noch.

„Und dass Missio unsere Kirche für den bistumsweiten Start der Weltmission ausgesucht hat, freut uns natürlich“, schließt Hammers. Denn schließlich gibt es auch hier, am westlichsten Rand von Deutschland, viele Kontakte zu Missio und auch zu den Philippinen. „Man denke da nur an unsere Mango-Aktion, mit der wir die Leute auf den Philippinen direkt unterstützen“, so Hammers. Und für ihn ist das Zusammenstehen ohne Grenzen auch etwas, dass zutiefst katholisch ist. „Wir sind eine sehr weltbewegte Gemeinde“, findet Hammers abschließend, „und wir denken, dass wir katholisch als weltumspannend richtig verstanden haben.“

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