Auftakt für das Würselener Klimaschutzkonzept

Von: Lars Odenkirchen
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Würselen. Es ist ein großes Kompliment, das Uwe Zink der Stadt Würselen macht. „Was Klimaschutzkonzepte angeht”, meint der Baudezernent der Städteregion Aachen, „ist Würselen die Nr. 1”.

Rund zwei Monate hinke die Städteregion der Düvelstadt bei der Erstellung und Umsetzung eines solchen Konzepts hinterher. Zink machte aber auch klar: „Es gibt bereits jetzt viele Initiativen in der Städteregion, jedoch weiß eine oft nicht von der anderen. Es gilt nun, die Fäden zu bündeln und die Effizienz zu steigern.”

Eine Möglichkeit dazu soll das integrierte kommunale Klimaschutz-Konzept der Stadt Würselen (IKSK) bieten, zu dem nun eine Auftaktveranstaltung stattfand.

In drei Arbeitsgruppen zu den Themen „Bauen und Wohnen”, „Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft” sowie „Energieversorgung” werden in den kommenden Monaten Experten aus Verwaltung, Unternehmen, Vereinen und Initiativen zusammenarbeiten, um intelligente und vor allem praktikable Antworten auf vielerlei Fragen zu finden, vor die uns der Klimawandel stellt.

Themen, die dabei auf der Agenda stehen, sind unter anderem die Sanierung von Altbauten oder die Energieberatung von Unternehmen.

Trotz knapper Kassen steht dem Projekt finanziell nichts entgegen: Rund 80 Prozent der Kosten werden vom Bundesumweltministerium getragen, den Eigenanteil von 20 Prozent übernimmt die Wärmeversorgung Würselen GmbH.

Dass bei der Ideenfindung nicht nur Menschen aus der Verwaltung, sondern auch viele fachkundige Bürger miteinbezogen werden, hat einen triftigen Grund, wie Markus Leyendecker vom beim IKSK federführenden Energieberater „Adapton” erläuterte: „Wir möchten kein Konzept für die Schublade erstellen, sondern eine breite Akzeptanz erzielen, indem wir die Leute frühzeitig einbeziehen und informieren.”

Wie wichtig dies ist, machte Professor Dr. Gregor Krause von der FH Aachen klar, der in seinem Vortrag den „Status Quo” in Würselen vorstellte. Die Zahlen sprechen für sich: Rund 56 Prozent des Energieverbrauchs wird in Würselen von Privathaushalten verursacht, es folgen Industrie (28 Prozent) und Gewerbe (acht Prozent), während die städtischen Einrichtungen mit nur einem Prozent nur einen Bruchteil zum Gesamtverbrauch beisteuern.

„Es bringt also nichts, nur städtische Gebäude zu sanieren, ohne die Privathaushalte mit ins Boot zu holen”, unterstrich Krause. Interessant dabei ist auch, dass die Würselener Haushalte rund 35 Prozent mehr Wärmeenergie benötigen als der Bundesdurchschnitt - eine Zahl, die Krause auf die vielen Altbauten in der Stadt zurückführte.

Eines machten schließlich alle Teilnehmer klar: Ohne umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit und die Aufklärung der Bürger ist ein Erfolg des Klimaschutzkonzeptes kaum möglich.

Dass die städtischen Einrichtungen trotz ihres eher geringen Anteils am Gesamtenergieverbrauch dennoch sehr bemüht sind, Energie einzusparen, machte Thomas Kasnitz als kommunaler Energiebeauftrager deutlich.

Mit einer Vielzahl von Maßnahmen hat es die Stadt seit 2001 geschafft, den Energieverbrauch erheblich zu senken. Ohne diese Maßnahmen wären die jährlichen Ausgaben für Wärmeenergie heute um 220.000 Euro höher, die für Strom um 20.000 Euro und die für Wasser um etwa 23.000 Euro.

Insgesamt habe man so seit 2001 mehr als 700 Tonnen CO2 eingespart. Kasnitz unterstrich allerdings, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist: „Wir möchten die Energiekosten der Stadt von derzeit 1,32 Millionen Euro jährlich weiter senken.”

Das unterstützt auch Bürgermeister Arno Nelles, der betonte, „dass Stadt und Städteregion auch in Zukunft bei diesem Thema eng zusammenarbeiten wollen. Wir müssen gemeinsam dazu beitragen, dass unser Planet lebenswert bleibt.”
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