Aufsicht über rund 5000 Hektar Wald

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Förster und Hund sind ein eingespieltes Team: Mit seinem Barney ist Richard Vaßen auch in Alsdorf häufig unterwegs, wie hier in der Aufforstung Blumenrath. Foto: apa

Alsdorf. Der treue Barney ist stets an seiner Seite. Denn wer ein richtiger Förster ist, der hat auch einen Hund, und im Fall von Richard Vaßen ist es eine österreichische Brandlbracke. Brandlbracke Barney – das ist schon ein ganz hübscher Zungenbrecher. Aber die beiden sind ein tolles Team.

Seit 2015 ist das Duo auch in Alsdorf unterwegs, denn seitdem ist der heute 44-jährige Richard Vaßen der Leiter des Forstbetriebsbezirkes Aachen. Damit ist er zuständig für Wälder in Aachen, Herzogenrath, Baesweiler, Alsdorf, Würselen und Eschweiler. 364 Quadratkilometer Fläche bilden die Kommunen insgesamt, mit einem Waldanteil von 13,8 Prozent. Und dieser Anteil wiederum gliedert sich in Wälder, die in städtischem Besitz sind und Flächen in privaten Eigentumsverhältnissen. Von letzteren gibt es gerade in Nordrhein-Westfalen recht viele.

Im Büro und in der Natur

67 Prozent des Waldes sind hierzulande in privater Hand, gehören etwa zu Firmen oder stammen noch aus Tagen der Großgrundbesitzer. „Wald ist eben nicht gleich Wald“, sagt Richard Vaßen dazu. Was aber demjenigen, der als Wanderer in der Natur unterwegs ist, kaum auffallen wird: „Für Spaziergänger ist es ja optisch kein Unterschied“, sagt Vaßen.

Für die privaten Besitztümer ist er nicht automatisch zuständig, er ist allerdings Dienstleister für die Forstbetriebsgemeinschaft Aachen mit rund 40 Waldbesitzern, zu denen auch die Stadt Alsdorf gehört. So ergeben sich in seiner Zuständigkeit zwei verschiedene Grundlagen: Hoheitliche Aufgaben – also die Aufsicht – hat er seitens des Forstbetriebsbezirkes über rund 5000 Hektar Waldfläche. Um die Bewirtschaftung kümmert er sich seitens der Forstbetriebsgemeinschaft auf gut 1100 Hektar davon.

Große Kommunalwälder wie Eschweiler, Würselen und Aachen beschäftigen eigenes Personal. „Das ist für den Laien sicher kompliziert“, räumt Vaßen ein, aber solch feine Unterschiede gehören nun mal zu seinem Arbeitsalltag. Den verbringt er je zur Hälfte im Büro und in der Natur. „Diese Abwechslung ist es, die diesen Beruf so spannend macht.“ Dinge zu pflanzen und sie wachsen zu sehen, „das ist einfach ein einmaliges Gefühl“. Eine Ernte gehört dazu, unterstreicht er. Und ist damit bei der Holzentnahme. Ein Thema, das immer wieder Kritiker auf den Plan ruft, die nicht nachvollziehen können, weshalb Bäume gefällt werden. „Holz zu nutzen ist nicht verwerflich“, entgegnet er, „das ist eigentlich eine Pflicht!“

Schließlich spreche man von nachwachsenden Ressourcen und zu keiner Zeit werde dem Wald mehr Holz entnommen als gepflanzt wird. „Es macht doch Sinn, hierzulande die eigenen Wälder zu nutzen und Hölzer nicht aus fragwürdigen Quellen zu importieren.“ Er muss eben alle Seiten im Blick haben und sie miteinander aussöhnen. Diejenigen, die im Wald auch den wirtschaftlichen Nutzen sehen und die, die vor allem den Naherholungsaspekt im Auge haben. Das gelinge in der Regel, unterstreicht er.

Kein Platz für Gartenabfälle

Unversöhnlich wird er allerdings, wenn rücksichtslose Zeitgenossen ihre Abfälle im Wald abladen. Auch und gerade Gartenabfälle. „Da hält sich offenbar bei vielen die Einschätzung, dass Grünabfälle im Wald keinen Schaden anrichten.“ Das Gegenteil ist der Fall. Denn wenn ein Kubikmeter Rasenschnitt verrottet, setzt er eine stinkige, siffige Brühe frei, die dem Wurzelwachstum der umliegenden Pflanzen keineswegs gut tut. „Auf diese Art verbreiten sich auch Wildkräuter und Pflanzen, die man im Wald nicht haben will“, sagt Vaßen. Vor allem in den Randlagen in Siedlungen, wo zwischen Gartenzaun und Wald nur ein Wirtschaftsweg liegt, landen oft und gerne Gartenabfälle zwischen den Bäumen. „Eine Beseitigung der Grünabfälle ist oft nötig.“ Und immer teuer – denn für solche Kosten zahlen am Ende alle Bürger.

Tipps und Informationen

Fragen rund um den Wald – und zum sorgsamen Umgang mit der Natur – beantwortet Richard Vaßen gern, wenn man ihn mit seinem Barney beim Spaziergang trifft, aber auch am Telefon: Erreichbar ist er unter Telefon 02402/9739562 sowie per E-Mail unter richard.vassen@wald-und-holz.nrw.de.

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