Aufruf zum Protestzug zum Erhalt der Gießerei in Kohlscheid

Von: Beatrix Oprée
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Herzogenrath. „Wir müssen jetzt auch politisch handeln“, sagt Bürgermeister Christoph von den Driesch angesichts der Fakten, die ihm vorliegen in Sachen geplanter Schließung der Schmolz+Bickenbach Guss GmbH in Kohlscheid. „Vor allem, da es einen seriösen Kaufinteressenten und somit offenbar eine Rettungsmöglichkeit gibt!“

So wird er den von Arbeitslosigkeit bedrohten Mitarbeitern der Gießerei an der Kaiserstraße 86b bei ihrem Zug durch die Stadt auch durch seine persönliche Anwesenheit seine Unterstützung beweisen. „Die Mitarbeiter sollen merken, dass Herzogenrath hinter ihnen steht“, ruft er auch die Bevölkerung zur Teilnahme am Protest auf, der am Donnerstag, 11. September um 10 Uhr vor den Werkstoren beginnt. Die Gießerei sei als Traditionsstandort „fest etabliert in Kohlscheid. Uns ist alles daran gelegen, ihn zu erhalten.“ Und mit ihm die Arbeitsplätze, die 52 Menschen und ihre Familien in Lohn und Brot bringen. Von den Driesch hofft, dass viele Bürger den Kampf um den Werkserhalt mit tragen.

Die Kündigungen sind zum 30. Oktober und 30. November ausgesprochen. Über sechs Monate sollen die freigestellten Belegschaftsmitglieder der zur Sanierung anstehenden Guss-Gruppe, es gibt noch Gießerei-Standorte in Krefeld und Ennepetal, in eine Transfergesellschaft wechseln. So lautet das Angebot, dass vom Gesamtbetriebsrat der Guss GmbH abgesegnet worden ist – allerdings ohne Mandat des Kohlscheider Betriebsrats.

Hier möchte Martina Weber, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall, einhaken: „Wir werden dieses Vorgehen rechtlich prüfen lassen! Für einen Sozialplan ist immer der örtliche Betriebsrat zuständig.“

„Über den Tisch gezogen“

Dessen Vorsitzender Wolfgang Dreßen betont: „Wir sind über den Tisch gezogen worden. Das können wir nicht akzeptieren!“ Martina Weber spricht der Kohlscheider Belegschaft ihre Hochachtung aus, „für den Mut, den sie aufbringt, um sich für den Standort einzusetzen“. Nach einer Kundgebung vor dem Werk wird am Donnerstag um 10.45 Uhr der Protestzug über Süd- und Weststraße zur Roermonder Straße und zurück zur Kaiserstraße marschieren. Dreßen: „Hoffentlich sind viele Bürger dabei!“

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