Alsdorf - Aufgaben als Seelsorger gibt es auch im Ruhestand

Aufgaben als Seelsorger gibt es auch im Ruhestand

Von: Wilfried Rhein
Letzte Aktualisierung:
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Pfarrer Christian Kittel wird am nächsten Montag 80 Jahre alt.

Alsdorf. Der Bischof hat schon geschrieben. Eine herzliche Gratulation war darunter, selbstverständlich. Ebenso eine ehrliche Anerkennung des großen priesterlichen Wirkens des jetzt knapp 80-jährigen Mannes. Beeindruckt hat den Jubilar Christian Kittel vor allem, dass sein Bemühen um Ausgleich zwischen den Menschen und deren Interessen offenbar sehr nachhaltig wirkt.

Den freundlichen Brief von seinem Dienstherren Dr. Heinrich Mussinghoff hat Schaufenbergs Pfarrer Christian Kittel offen auf dem Tisch. Er liest ihn gerne. Christian Kittel empfindet ein paar Wochen vor seinem administrativen Abschied als der Pfarrer von Sankt Mariä Heimsuchung weniger Wehmut als Dankbarkeit für eine reiche, erfüllte Zeit.

Am 12. Januar, nächsten Montag, wird Christian Kittel 80 Jahre alt. Fast 51 Jahre lang war er dann Geistlicher mit festem Auftrag. Von Aachen-Burtscheid führte es den Jubilar als Jungkaplan nach Krefeld, wo er für sein seelsorgerisches Amt viel lernte.

Rüstzeug, auch für die Seele, will Christian Kittel aber gerne seinen vielen Freunden und früheren Lehrern danken. Als er, in den Kriegswirren, nach „dem Einjährigen” seine Priesterberufung erfüllen wollte. „Mit meinen Lehrern habe ich hauptsächlich Latein und Griechisch gepaukt. Bezahlt wurde der Unterricht mit Kohle oder Holz”, schwelgt und schmunzelt Christian Kittel immer noch in Erinnerungen.

Selbst für Alsdorfer Verhältnisse muss der Jubilar nach einigen Daten etwas forschen. Denn in der katholischen Schaufenberger Pfarre leistet Christian Kittel seit 1971 priesterlichen Arbeit. Das wird er offiziell tun bis zum 31. März. Mit diesem Stichtag - schon in der Verlängerung üblichen Dienstes - hat ihn Bischof Mussinghoff von den festen kirchlichen Aufgaben entpflichtet.

Das Feiern mit Freunden wird einer der bekanntesten Persönlichkeiten der Stadt Alsdorf bleiben. Montag schon, wenn anlässlich des Geburtstages um 10 Uhr in der Schaufenberger Kirche ein festlicher Gottesdienst zelebriert wird. Zeit bleibt bis zum gesellschaftlichen Empfang im Pfarrheim Paul-Dorn-Straße um 17 Uhr. Was Christian Kittel dort nicht erwartet, sind persönliche Geschenke. „Sollte aber jemand einen Obolus geben wollen, werden wir diesen gern für caritative Zwecke verwenden”, hat der Jubilar ein scheinbares Problem schon erledigt.

Ihm wird es schon reichen, sagt Christian Kittel leise, wünsche man ihm „alle Gute und Gesundheit”. Letztere hat ihn in den zurück liegenden Monaten ein wenig gesorgt. Ärzte haben Christian Kittel geholfen, aber „ich muss noch ein bisschen aufpassen”, hat der Pfarrer von Schaufenberg und ehemals Dechant der Stadt Alsdorf erkannt.

Nach 80 Lebensjahren wird sich Christian Kittel seine Zeit gut einteilen. „Denn ich habe ja immer noch einiges als Seelsorger zu tun.” Er sagt das ohne Flachs. Denn den Menschen und deren Herzen ist der Jubilar stets ganz nah. Das wissen die Kameraden der Feuerwehr, die Kappenträger der Karnevalsvereine, die vielen Aktiven in den Vereinen. Ihnen will er in Zukunft keine verschlossene Tür bieten. „Ich bin ja Priester, und ich bleibe Pastor, mit” - der Bischof hat es erlaubt - „meiner festen Adresse.”
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