Aufatmen bei den Jecken: Züge im Nordkreis finden statt

Von: Naima Wolfsperger
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Wagenengel sorgen in Würselen weiterhin für die Sicherheit: Sie laufen mit den Wagen mit, damit keiner unter die Räder kommt. Keine besonderen Absperrungen geplant. Auch in diesem Jahr muss kein Glasverbot verhängt werden. Foto: Wolfgang Sevenich

Nordkreis. Einige Karnevalszüge sind den neuen, massiven Sicherheitsvorkehrungen zum Opfer gefallen, die manche Städte von den Veranstaltern fordern. Deutschland tickt anders, nach dem Anschlag mit einem Lkw auf einen Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember 2016. Nicht so im Aachener Nordkreis. Hier fällt kein Zug aus.

Auch, was die Kontrollen und Absperrungen betrifft, können sich die Bürger an den vergangenen Jahren orientieren.

„Das liegt zum einen sicherlich daran, dass unsere Züge viel kleiner sind als jene in Aachen oder Eschweiler“, sagt Jürgen Kochs, Leiter des Ordnungsamts in Alsdorf. Weder für seine Stadt, noch für Baesweiler, Herzogenrath oder Würselen wurden spezielle Maßnahmen gefordert. „Die Polizei sieht für den Bereich keine außergewöhnlich hohe Gefährdung“, sagt Kochs.

Der ein oder andere drückt sich da schon vorsichtiger aus. „Man will nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen“, sagt beispielsweise Klaus Mingers, Vorsitzender des Festkomitees Asldorfer Karneval. Aber auch er ist informiert: „Für den Nordkreis gibt es laut Polizei kein hohes Sicherheitsrisiko.“

Alsdorf

Worauf man aber wie jedes Jahr achten muss, das sind Übergriffe, Gefahr durch Glasscherben und Jugendschutz – und dafür haben alle Städte, je nach Bedarf, ausgeklügelte Konzepte.

„In Alsdorf gibt es kein Glasverbot“, betont Kochs, dass solche Regelungen meist erst in Kraft treten, wenn es auch einen expliziten Grund dafür gebe. Weder bei den Rosenmontagszügen in Alsdorf-Mitte oder Mariadorf-Hoengen gibt es mit dem Bier im Glas besondere Probleme. „Die Veranstalter haben das gut im Griff. Auch zum Wieverfastelovend.“ Deshalb gilt selbst am Donnerstag kein Glasverbot für die Altweiberbälle im Rathaus und in Hoengen.

Standardmäßig werden Präsenzteams des Ordnungsamts losgeschickt, die Geschäfts- und Kioskbesitzer ansprechen und warnen: In den kommenden Tagen wird der unrechtmäßige Verkauf von Alkohol an Jugendliche ganz intensiv kontrolliert.

Und auch, dass der Zugweg mit Hilfe des Technischen Hilfswerks (THW), des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), der Feuerwehr und der Polizei gesichert wird – alles Standard in Alsdorf.

Für Kochs und die Wegbegleiter der Karnevalszüge in Alsdorf-Mitte und Mariadorf-Hoengen steht also ein ganz normales Jahr an. Und darüber freut sich auch Klaus Mingers, Vorstand des Festkomitees Alsdorfer Karneval: „Seitens der Polizei haben wir keine Auflagen bekommen.“

An neuralgischen Punkten soll es für den Zug Alsdorf-Mitte die üblichen Absperrungen geben. Und auch mit dem Bauhof arbeitet das Festkomitee eng zusammen, damit nach dem Umzug nicht alles verdreckt ist.

Baesweiler

Ähnlich ernst nehmen die Baesweiler die Sauberkeit ihrer Stadt. Dort laufen Bauamtsmitarbeiter sogar hinter dem Zug am Tulpensonntag her. „Mit zwei Kehrwagen wird die Straße direkt gereinigt“, erklärt Pierre Froesch vom Ordnungsamt Baesweiler. Dabei gibt es gerade hier die größten Veränderungen beim Karnevalszug: An fünf Einmündungsbereichen sollen Lkw als Straßensperren aufgestellt werden.

„Es geht uns dabei aber um Verkehrssicherung“, betont Froesch, dass hier nur nachgebessert wird, was bereits in den vergangenen Jahren zu Schwierigkeiten führte – und nicht als Straßensperrungen gegen den Terror zu werten sei. „Einige Autofahrer haben sich dann doch immer durch die Absperrungen gemogelt. Das wollen wir jetzt verhindern.“

Es handelt sich dabei um die Kreuzungen Aachener Straße-Kapellenstraße, Mariastraße-Peter-straße, Kapellenstraße-Peterstraße, Kapellenstraße-Herzogenrather Weg, oberhalb des Reitplatzes und die Kreuzung Jülicher Straße-Siegenkamp. „In Baesweiler arbeiten wir als Stadt eng mit den Festkomitees zusammen“, sagt Froesch. Die Vereine selbst stellen auch in diesem Jahr wieder Ordner, die die Wagen begleiten.

Herzogenrath

Auch in Herzogenrath bleibt alles beim Altbewährten, sagt Manfred Sickert, Leiter des Ordnungsamtes. Donnerstag bis Samstag, da gelte, wie bereits in den vergangenen Jahren, wieder das Glasverbot für das Festzelt auf dem Bergerplatz. Der Schwerpunkttag sei der Donnerstag, sagt Sickert. „Aber fürchten müssen sich die Bürger nicht. An keinem der Tage.“

Die Ordnungskräfte, die Polizei und die Hilfsorganisationen seien immer vor Ort. Rund um die Uhr ist auch das Jugendamt mit vier Mitarbeitern vertreten, und nach den Vorgesprächen mit der Polizei ist deutlich: Auch für Herzogenrath ist keine erhöhte Sicherheitsgefährdung erkennbar.

Würselen

Auch in Würselen lässt man sich in Puncto Sicherheit nichts vormachen. Uwe Tholen vom Festkomitee des Würselener Karnevals sieht den jecken Tagen auch ganz gelassen entgegen.

Es wird auf das gängige Konzept gesetzt, bestätigt Tholen: „Für uns ändert sich nichts.“ Auch was Ausschreitungen wegen Alkohol angehe, habe man noch keine Probleme gehabt. „Deshalb gibt es weder ein Glasverbot, noch eine Kooperation des Festkomitees mit dem Jugendamt.“ Jeder Wagen wird von vier sogenannten Wagenengeln begleitet, die dafür sorgen, dass niemand unter die Räder kommt.

In Zusammenarbeit mit Bauamt, Polizei und Feuerwehr sollen Unfälle vermieden werden. Die größte Aufgabe: An der Kreuzung Am Parkhotel, wo die Krefelder Straße auf Kaiserstraße und Morsbacherstraße trifft, muss der Zug zweimal angehalten und kurzfristig unterbrochen werden, um den öffentlichen Busverkehr durchzulassen.

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