Alsdorf - „Auf diesen Tag lange gewartet”

„Auf diesen Tag lange gewartet”

Von: Daniel Gerhards
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Nun können die Bauarbeiten fÀ
Nun können die Bauarbeiten für die Barbara-Kapelle losgehen: (v.l.) Josef Kohnen, Vorsitzender der Bergbaumuseums Grube Anna, Bürgermeister Alfred Sonders, die Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt-Küppers, Professor Hans Berger, ehemaliger Vorsitzender der IG Bergbau und Energie, und Walter Hauser, Leiter des LVR-Industriemuseums, machten mit dem ersten Spatenstich den Weg frei. Foto: Daniel Gerhards

Alsdorf. Die Umrisse der Kapelle sind auf der Kiesfläche bereits mit weißer Farbe aufgezeichnet. Gleich daneben fünf Spaten, die im Sonnenschein glänzen. Und: Beim symbolischen ersten Spatenstich für die Barbara-Kapelle auf dem Annagelände gleich neben dem Energeticon dürfen die Sänger des Knappenchors St. Barbara in ihrer schwarzen Montur mit dem Bergmannslied nicht fehlen.

Einer hat den Tag, der den Weg für die Bauarbeiten zur Kapelle freimacht, besonders herbeigesehnt: Josef Kohnen hat über Jahre mit viel Einsatz für die Barbara-Kapelle gekämpft. „Auf diesen Tag haben wir lange gewartet”, sagt Kohnen, Vorsitzender des Bergbaumuseums Grube Anna. Der Hartnäckigkeit Kohnens und seiner Mitstreiter aus dem Arbeitskreis zur Barbara-Kapelle ist zu verdanken, dass die Pläne nun tatsächlich umgesetzt werden.

2008 hatte man erstmals bei der Stadt Alsdorf den Antrag auf ein geeignetes Grundstück für die Kapelle gestellt. Die Suche gestaltete sich allerdings alles andere als leicht. Mehrere Grundstücke wurden vorgeschlagen - keines genügte den Anforderungen. „Dann kam ein Mann ins Rathaus, der die Schwierigkeiten ausgeräumt hat: Alfred Sonders”, sagt Kohnen. Gemeinsam mit Kohnen und dem künstlerischen Vater der Kapelle, Professor Ludwig Schaffrath, schaute sich Sonders zwei mögliche Standorte für die Kapelle an. Und Schaffrath wollte die Kapelle genau an dem Ort verwirklichen, wo ihre Umrisse heute auf den Boden gezeichnet sind, erklärt Sonders.

Damit setzt der Verein dem Anfang des Jahres verstorbenen Künstler auch ein Denkmal. „Das ist keine gewöhnliche Kapelle im gotischen oder romanischen Stil”, sagt Kohnen. Die Kapelle werde im Stil Ludwig Schaffraths gebaut.

Zudem soll das runde Bauwerk (8,60 Meter Außendurchmesser) an den Bergbau in der Region erinnern. Die Kuppel wird 4 Meter hoch sein. Darauf wird ein 4 Meter hoher Lichtschacht aufgesetzt. Das geht in den Augen der Industriehistoriker nur mit der Barbarafigur, die auf der Zeche Anna zunächst in der 610-Meter-Sohle und später in der 860-Meter-Sohle stand. „Die brauchen wir für die Kapelle”, sagt Kohnen. Mit vereinten Kräften schaffte man es, die Figur, die zuvor im Rathaus stand, für die Kapelle zu bekommen.

Auch für Professor Hans Berger, ehemaliger Vorsitzender der IG Bergbau und Energie, hat die Kapelle als Symbol für die Erinnerung an den Bergbau großen Wert. „Wir haben alle Grund stolz zu sein, auf das, was wir geleistet haben”, sagt er an die Adresse der vielen ehemaligen Bergleute unter den Gästen. „Ohne den Bergbau hätte es das Wirtschaftswunder und den Wohlstand nach dem Zweiten Weltkrieg nicht gegeben.”

Als industriehistorisches Denkmal sieht auch der Landschaftsverband Rheinland (LVR) die Kapelle. Denn den Bau von „Sakralbauten” kann die Behörde nicht finanziell fördern. So beteiligte sich der LVR mit 95.000 Euro an den voraussichtlichen Gesamtkosten von 195.000 Euro. 37.000 Euro konnte der Verein durch den Verkauf von Schrott, der auf dem ehemaligen Zechengelände herumlag, aufbringen, 45 000 Euro werden in Form von Arbeitsleitungen erbracht und 22.000 Euro Spenden konnten gesammelt werden.

An den Spenden beteiligten sich auch die Evangelische und Katholische Kirche. Die Pfarrer Konrad Dreßen und Ulrich Eichenberg brachten die interkonfessionelle Unterstützung für den Bau der Kapelle zudem dadurch zum Ausdruck, dass sie dem Bauwerk und den Verantwortlichen mit einem gemeinsam gesprochenen Gebet ihren Segen mit auf den Weg gaben.
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