„Auch wir werden manchmal nicht schlau aus den Schildern”

Von: Philipp Baumanns
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Sieben Schilder auf einen Streich: „Wer kann da noch den Uberblick behalten?”, fragt Helmut Königs. Foto: P. Baumanns

Herzogenrath. Es ist Donnerstagmorgen, 10 Uhr. Eine kleine Gruppe von fünf Herren des CDU-Ortsverbandes Merkstein macht sich auf den Weg durch den Ort, um in Kontakt mit den Bürgern zu treten.

Grund hierfür ist nicht, wie so häufig dieser Tage, der Wahlkampf, da sind die Herren einer Meinung. Vielmehr gehe es um etwas Langfristiges, etwas, von dem die Bürgerinnen und Bürger profitieren: Merksteins Straßen sollen sicherer werden, überflüssige oder schlecht lesbare Verkehrszeichen verschwinden oder instand gesetzt werden.

„Wir sind keine professionellen Verkehrsplaner und können auch nicht jedes Schild in Merkstein kennen”, gesteht Helmut Königs gleich zu Beginn. „Deshalb sind wir auf die Mithilfe der Bürger angewiesen. Die machen von diesem Angebot auch reichlich Gebrauch. Wir erhalten täglich mehrere Anrufe und E-Mails von besorgten Bürgern. Dann schauen wir uns gemeinsam die Situation an und in der Tat: Auch wir werden oftmals nicht schlau aus den ganzen Schildern.”

Aus diesem Grund haben Helmut Königs, Herbert Meyer, Andreas Jaroniak, Willi Mertzbach und Dieter Gronowski dem Schilderwald den Kampf angesagt. An manchen Kreuzungen stehen weit über 20 Schilder im Umkreis von 50 Metern, an mancher Ecke hängen sechs oder sieben übereinander. Das koste nicht nur viel, sondern stelle auch ein Sicherheitsrisiko dar.

„Außerdem ist die Farbe bei vielen Schildern so ausgeblichen, dass sie kein Mensch mehr lesen kann. Wenn es sich dann um ein Stopp-Schild handelt, wird es erst richtig gefährlich”, erklärt Gronowski. Eine solche Situation gibt es an der Kreuzung von Kirchrather Straße und Willibrordstraße. Ein aufmerksamer Bürger hatte die CDU darauf hingewiesen, dass das linke Stoppschild vollkommen ausgeblichen ist. Bei schlechten Lichtverhältnissen sei es kaum noch als solches zu erkennen.

Aber auch schwer verständliche Beschilderungen liegen auf dem kurzen Rundweg durch Merkstein: Nur 100 Meter weiter beginnt die Hauptstraße. Fahrradstraße, Einbahnstraße, Anliegerstraße: Mit dem Straßennamen hängen hier sieben Schilder auf einem Fleck: „Sicherlich erfüllt jedes Schild für sich genommen seinen Zweck. Doch möchten wir bezweifeln, dass hier jeder Autofahrer den Überblick behält”, erklärte Königs. Deshalb sollen jetzt viele der gefundenen Problemstellen von Verwaltung, Polizei und Verkehrsplanern auf ihre Richtigkeit geprüft werden.

„Wir können nur die Hinweise sammeln und weitergeben. Bei solchen Themen geht es schließlich auch um rechtliche Fragen, wir kennen nicht alle Regeln und Bestimmungen. Wichtig ist, dass die Verkehrsteilnehmer die Beschilderung verstehen, und da sind wir auf einem guten Weg”, fügte er abschließend hinzu.
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