Auch nach der Elternbefragung bleiben viele Fragen offen

Von: ehg
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Kann die Einrichtung einer Gesamtschule organisatorisch und finanziell geschultert werden? Das Interesse an der Schulform ist da. Foto: imago/Niehoff

Würselen. Das letzte Wort über die Errichtung einer Gesamtschule, wie sie von der Vorsitzenden des Ausschusses für Bildung, Doris Harst, favorisiert wird, ist noch nicht gesprochen.

In der in den letzten Wochen durchgeführten Befragung der Eltern der vier Grundschuljahrgänge und des letzten Jahrgangs der Kindertagesstätten votierten zwar rund 15 Prozent für sie als neue Schulform, was aber für eine Reihe von Ausschussmitgliedern kein eindeutiges Votum war.

Abgesehen davon wollte die CDU-Fraktion vor einer endgültigen Entscheidung geklärt wissen, wie die Errichtung einer Gesamtschule sowohl organisatorisch als auch finanziell umgesetzt werden kann. Nach einer von der SPD-Fraktion gewünschten kurzen Auszeit beauftragte der Ausschuss durch einen einstimmigen Beschluss die Verwaltung mit der Prüfung dieser wichtigen Kriterien gemäß Paragraph 812 des Schulrechtsänderungsgesetzes.

Zur Vorbereitung der Elternbefragung gab es im Oktober drei Informationsveranstaltungen zu den Schulformen der Sekundarstufe I und II. Die Befragung der Eltern startete Anfang November. Insgesamt wurden 1804 Fragebögen über die Grundschulen beziehungsweise Tageseinrichtungen für Kinder ausgegeben.

1219 Fragebögen aus den Grundschulen und 146 aus den Tageseinrichtungen kamen zurück - eine Rücklaufquote von 76 Prozent. Rund 70 Prozent der Befragten Eltern legten sich bei der Frage nach der gewünschten Schulform auf eine fest. 24,3 Prozent der Befragten votierten für zwei mögliche Schulformen. Drei gültige Kreuzchen machten 5,5 Prozent der Befragten.

Potenzial für eine Gesamtschule leitet die Verwaltung aus der hohen Anzahl der Mehrfachnennungen ab. Wie sich die Errichtung einer Gesamtschule auf die künftige Entwicklung des Gymnasiums und der Realschule auswirken kann, wollte man jedoch nicht abschließend beurteilen. Aufgrund des Elternvotums könne davon ausgegangen werden, dass die Vierzügigkeit des Gymnasiums nicht gefährdet sei. Die Stadt sieht, ausgehend von einer Mindestgröße der Gesamtschule von 100 Schülern, auch ausreichend Potenzial für eine Zweizügigkeit der Realschule vorhanden.

Dass die Eltern sich mehrheitlich für die Gesamtschule entschieden hätten, konstatierte Ulf Dreßen (SPD). CDU-Sprecherin Martina Offermanns bedauerte, dass die Meinungsbildung bei der neu angebotenen Sekundarschule so schlecht ausgefallen sei. Was die Rektorin der Sebastianusschule, Adelheid Fröhlich, unter anderem darauf zurückführte, dass das vielfältige Bildungsangebot für die Eltern zu komplex, sogar verwirrend gewesen sei.

Für UWG-Fraktionschef Walter Quadflieg sei wie bei Martina Offermanns die entscheidende Frage, wie eine Gesamtschule organisatorisch und finanziell auf die Beine gestellt werden könne. „Wie sicher können wir sein, dass die in Rede stehenden Schülerzahlen zusammenkommen?”, fragte er. Und sprach damit die unkalkulierbaren Risiken an. Die Inhalte der Sekundarschule seien den Eltern schlecht vermittelt worden, hielt FPD-Sprecherin Barbara Breuer der Verwaltung vor.

Gnadenfrist für die Hauptschule

Fachbereichsleiter Herbert Zierden gab dem Ausschuss zu bedenken, dass die Hauptschule nur dann ein weiteres Jahr Gnadenfrist zu erwarten habe, wenn der Bezirksregierung der Errichtungsbeschluss des Rates für eine neue Schulform vorliege. Doch Martina Offermanns blieb dabei, dass erst die Umsetzungskriterien geklärt sein müssten, ehe beschlossen werden könne. Eindeutig äußerte sich Peter Havers (CDU): „Die Stadt Würselen kann sich keine Gesamtschule leisten.” Die bestehenden Schulen würden dann nur geschwächt werden. Da die Zeit drängt, wird der Ausschuss am 28. Februar eine Entscheidung fällen müssen. „Das Schulangebot ist in anderen Städten größer”, rührte Doris Harst die Werbetrommel für die Errichtung einer Gesamtschule.

Das Modell Sekundarschule als große Unbekannte

Bei den Einzelnennungen dominierte bei der Umfrage mit Abstand das Gymnasium. 41 Prozent der befragten Eltern gaben ihm ihre Stimme. Die Realschule landete bei 12,1 Prozent.

Der Hauptschule gaben weniger als ein Prozent ihre Stimme. Die Sekundarschule verbuchte als neue unbekannte Schulform nur 0,5 Prozent.

Mit 15 Prozent ist die Gesamtschule bei den Einzelnennungen die am zweithäufigsten gewählte Schulform.

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