Würselen - Auch Igel brauchen Hilfe beim Nestbau

Auch Igel brauchen Hilfe beim Nestbau

Von: Anja Klingbeil
Letzte Aktualisierung:
igel_erik4sp
Bei Erik im Garten überwinterte schonmal ein richtiger Igel: Im Klassenzimmer gibt es als Anschauungsobjekt nur einen Plüschigel. Foto: Anja Klingbeil

Würselen. Auf Borneo gelten sie als Delikatesse: Igel-Steaks. Ob die die stacheligen Vierbeiner wirklich satt machen? Darüber wollen die Jungen und Mädchen der Klasse 2c der Gemeinschaftsgrundschule an der Friedrichstraße lieber nicht nachdenken.

Denn sie haben es sich zum Ziel gemacht, Igel zu schützen. Mit ihrem „Igel-Projekt” haben sie am EWV-Wettberwerb „Schüler powern für die Umwelt” teilgenommen.

Unter Naturschutz

Der Lebensraum für die putzigen Stacheltiere wird immer weniger. Auch wenn sie noch einigermaßen häufig zu sehen sind,nimmt die Anzahl der Igel stetig ab.

„Kein Wunder also, dass Igel unter Naturschutz stehen”, sagt Klassenlehrerin Bernadette Thomas. Dabei sind die Tiere für das ökologische Gleichgewicht sehr wichtig. Und auch im heimischen Garten sind sie nützliche Helferlein, ernähren sie sich doch von Schnecken, Käfern, Spinnen oder Regenwürmern.

Leider finden die Igel immer weniger Möglichkeiten, etwa ihren Winterschlaf zu halten. Engmaschige Zäune verhindern, dass sie überhaupt in den Garten kommen können, oder - noch schlimmer - dass sie sich in den Maschen verfangen und dort stecken bleiben.

Teiche können sich als Fallen herausstellen, in denen sie ertrinken. Und wer sämtliches Laub zusammenkehrt, der hat es zwar hübsch aufgeräumt in seinem Garten, raubt damit aber den Igeln die Gelegenheit, sich einen Unterschlupf für den überlebenswichtigen Winterschlaf zu bauen.

In einer ruhigen Ecke des Schulhofes hat die Schulklasse einen igelgerechten Unterschlupf gebaut. Aus Steinen, innen ausgelegt mit Laub, Stroh und Zweigen, die schön warm halten.

Muntere Tierchen

Ob es sich darin ein Igel gemütlich gemacht hat, wissen die Jungen und Mädchen freilich nicht. „Wir wollten den Igel ja auf gar keinen Fall aufwecken. Deshalb haben wir nicht nachgeschaut”, sagt Julia. Außerdem ist der Igelbau gut geschützt vor der Schulkatze. Noch an einigen anderen Orten in Würselen haben die Schüler innehalb des Projektes, das Ende Oktober startete, neue Unterschlüpfmöglichkeiten für die Stacheltiere geschaffen. „Im Stadtgarten etwa haben wir einen Schacht entdeckt. Da können Igel reinfallen und haben keine Möglichkeit, wieder rauszukommen”, erzählt Anja. Damit der Schacht igelsicher wird, haben die Jungen und Mädchen Äste und Zweige hineingelegt, die es dem Igel ermöglichen, wieder aus eigener Kraft herauszuklettern.

Im Rahmen des kleinen Forschungsprojektes haben die Jungen und Mädchen auch Passanten darauf hingewiesen, wie sie ihren Garten igeltauglich machen und die munteren Tierchen untestützen können. „Die Leute haben darauf sehr offen reagiert und sich die Anregungen der Schüler angehört”, erzählt Bernadette Thomas.

Viele interessante und spannende Informationen haben die Grundschüler auf der Homepage der Schule zusammengefasst. Dort gibt es eine eigene Seite mit zahlreichem „Wissenswerten über Igel”.

Auch wie man einem kranken oder schwachen Igel zuhause aufpeppeln und verpflegen kann. „Aber das beste an den Igeln ist doch die kalte und nasse Nase, das ist irgendwie fast wie bei einem Hund”, meint Nina. In Eriks Garten hat gar ein echter Igel sein Winterquartier aufgeschlagen. „Unter einem wämrenden Holzstapel”, erzählt er.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert