Herzogenrath - Auch Herzogenrath will zur Ämterstruktur zurück

Auch Herzogenrath will zur Ämterstruktur zurück

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
Ämter
Soll Stadtkämmerer werden: Erster Beigeordneter Hubert Philippengracht (l.). Amtsinhaber Markus Schlösser soll derweil Leiter des Hauptamts werden und sich weiter auch um die EDV kümmern.

Herzogenrath. Bis Montag hatte sie noch im digitalen Ratsinformationssystem der Stadt Herzogenrath zum Download bereit gestanden, die geplante neue Verwaltungsgliederung.

„Die Organisation einer Kommunalverwaltung muss auf die sich ständig wandelnden Anforderungen reagieren beziehungsweise zukunftsorientiert aufgestellt sein. Der demografische Wandel, der Flüchtlingsstrom mit den notwendigen und wünschenswerten Maßnahmen der Integration, die entgegen allen Prognosen in Herzogenrath wieder ansteigenden Geburtenraten, die Veränderungen in der Schullandschaft und nicht zuletzt die großen städtebaulichen Herausforderungen erfordern deshalb, die Organisation der Stadtverwaltung weiterzuentwickeln“, heißt es dazu in der Verwaltungsvorlage für den Haupt- und Finanzausschuss, der am Donnerstag, 16. Februar, ab 18 Uhr tagt, respektive für die um 18.30 Uhr folgende Sondersitzung des Stadtrats.

Doch zumindest das Organigramm ist wieder zurückgezogen worden, offenbar aufgrund hausinterner „Gespräche“, wie es aus der Politik inoffiziell gegenüber unserer Zeitung heißt. „Zur Zeit findet unter der Prämisse einer Rückführung der Verwaltungsorganisation auf eine Ämterstruktur eine intensive Prüfung statt, wie kurzfristig eine solche Umorganisation gestaltet werden kann“, sagt dazu auf Anfrage Bürgermeister Christoph von den Driesch. Dieser Prozess sei allerdings noch nicht abgeschlossen „und Geschäft der laufenden Verwaltung“.

Das unter Tagesordnungspunkt fünf der Ratsvorlage ursprünglich angefügte Organigramm sei „daher noch nicht abschließend bearbeitet und sollte nur als Grundlage für die dem Rat obliegende Entscheidung dienen, den Geschäftskreis der Beigeordneten zu definieren“, sagt von den Driesch. Dahingehend bestehe die Änderung nur darin, „die IT und die Wahlorganisation dem Bürgermeisterdezernat zu unterstellen“.

Wie immer gebe es bei Neuorganisationen und Änderungen auch „Betroffene“, sagt der Verwaltungschef: „Wesentlich ist, dass es noch in der Diskussion ist, wie am Ende eine gute Neuorganisation erfolgt.“ Zu Details könne er noch keine Stellung beziehen, nur: „Es geht keinesfalls darum, irgendjemanden am Status zu beschneiden“.

Offensichtlichste Änderung auf dem Personalsektor soll die Bestellung des Ersten Beigeordneten Hubert Philippengracht zum Stadtkämmerer sein. Eine Funktion, die im April 2012 von Markus Schlösser übernommen worden war, bis dato Fachbereichsleiter Bau und Betrieb. Dem Vernehmen nach ist die Bestellung Philippengrachts politisch unstrittig. Was zur Folge hätte, dass am Donnerstag laut Tagesordnung der Ratssondersitzung die Politik zunächst den neuen Kämmerer bestimmt und im anschließenden Punkt den noch vom alten Kämmerer aufgestellten Jahresabschluss 2013 zur Kenntnisnahme vorgelegt bekommt.

Zur Begründung der Personalie heißt es: „Eine klare Linienverantwortung ist sowohl im Hinblick auf eine reibungslose Aufgabenerledigung als auch mit dem Ziel einer klaren Budgetverantwortung erforderlich. Dies gilt jedoch nicht nur für die einzelnen Organisationseinheiten sondern auch für die Finanzverantwortung in Gänze.“ Im Klartext: Der Erste Beigeordnete wird in seiner Position als Finanzdezernent gestärkt. Denn, so erläutert auch von den Driesch: „Der Stadtkämmerer hat laut Gemeindeordnung in Finanzangelegenheiten Rechte, die ein Beigeordneter und mitunter sogar der Bürgermeister nicht beschneiden kann.“

Allgemein eindeutiger geregelt und straffer soll die Führungs- und Leitungsverantwortung im Rathaus werden, „im Hinblick auf ein modernes Management“. Im Zuge des Stellenplans 2016 seien deswegen bereits alle Fachbereichsleiterstellen mit dem Vermerk „künftig wegfallend“ versehen worden. Herzogenrath möchte – wie es etwa Alsdorf schon eingeleitet hat – wieder zur Ämterstruktur zurückkehren. Ähnlich wie Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders im Oktober vergangenen Jahres, so stellt jetzt auch Rodas Stadtverwaltung fest: „Es hat sich gezeigt, dass die bisher verwendeten Namen/Bezeichnungen der Organisationseinheiten wenig Akzeptanz bei den Bürgern gefunden haben.“

So sollen deswegen überwiegend „die klassischen und bekannten Ämterbezeichnungen“ wieder eingeführt werden. Nur das Amt 32, so der ursprüngliche Plan, soll weiter als „A 32 – Bürgerdienste“ bezeichnet werden, „weil die Aufgaben vielfältiger gegenüber dem früheren klassischen Ordnungsamt sind“.

Zwei Fachbereichsleiter sind aus dem Dienst der Stadt ausgeschieden: Andreas Heine, Fachbereich Jugend und Bildung, ist pensioniert. Und Rolf-Peter Kalmbach, der einst als Kandidat der SPD zum Technischen Beigeordneten gewählt werden sollte und in geheimer Abstimmung vom heutigen Amtsinhaber Ragnar Migenda (Grüne) aus dem Rennen geschlagen wurde (bis heute wird gerätselt, wer in welcher Partei aufgrund wessen Überzeugungskraft der „Umfaller“ gewesen ist) und in Folge Fachbereichsleiter Bau und Betrieb wurde, ist zur Stadt Wuppertal gewechselt, als Leiter der Abteilung Straßenverkehrstechnik.

Zu den verbliebenen drei Fachbereichsleitern gehört Jürgen Ven-ohr, dem weiter die Bürgerdienste obliegen sollen. Stephan Mingers wird für den zum Amt umgewandelten Bereich Stadtentwicklung und Umwelt zuständig bleiben.

Dritter im Bunde ist Markus Schlösser, der als Stadtkämmerer bislang dem Verwaltungsvorstand angehört und laut ursprünglich vorgelegtem Organigramm Amtsleiter für das Hauptamt und die EDV werden soll. Womit die EDV aus dem Dezernat II des Ersten Beigeordneten ins Dezernat I des Bürgermeisters wandern würde – was eine Änderung der Geschäftsbereiche beinhaltet – weswegen der Stadtrat mit der verwaltungsinternen Umorganisation überhaupt befasst wird.

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