Asylbewerber stammen aus 40 Ländern

Von: ehg
Letzte Aktualisierung:

Würselen. Parallel zur bundesweiten Entwicklung ist auch in Würselen die Zahl der Asylbewerber in den letzten beiden Jahren stetig angestiegen. Während im April 2014 146 Bewerber Leistungen durch das Sozialamt erhielten, waren es Ende Februar diesen Jahres 568.

Nicht eingerechnet sind dabei die Personen, die bereits einen anderen Aufenthaltsstatus besitzen und deshalb Leistungen des Jobcenters erhalten oder einer geregelten Arbeit nachgehen. Bemerkenswert – so das Sozialamt in dem im Ausschuss vorgelegten Bericht – sei, dass im Jahre 2015 insgesamt 440 Personen neu nach Würselen zugewiesen wurden. Was eine Erstversorgung mit Kleidung, Hausrat und Unterkunft, die Unterbringung von Kindern in Kindergärten oder Schulen sowie die Vermittlung der Erwachsenen in Sprachkurse zur Folge gehabt habe. Diese Bemühungen würden sowohl für Ehrenamtler als auch für hauptberuflich Tätige dadurch erschwert, dass der Personenkreis der Neuankömmlinge kaum über deutsche Sprachkenntnisse verfüge.

Die derzeit zugewiesenen Asylbewerber stammen aus mehr als 40 Ländern. Im letzten halben Jahr war die syrische Gruppe mit 163 die mit Abstand stärkste. Es folgen große Kontingente aus Afghanistan (70) und Albanien (52). Die breite Streuung der Herkunftsländer verursache – so die Verwaltung weiter – sowohl bei der Unterbringung als auch beim Bemühen um Verständigung Schwierigkeiten, zumal aus dem selben Land Menschen unterschiedlicher Ethnie und damit oft auch Sprache kommen. Als Beispiel benennt das Sozialamt Syrer oder Iraker. Oft sei es kaum möglich, Araber, Kurden und Yeziden gemeinsam unterzubringen.

Von den 568 Asylbewerbern sind 180 weibliche und 388 männliche Personen. Um dem starken Zustrom gerecht werden zu können, mussten im letzten Halbjahr weitere Unterkünfte bereit gestellt werden. Es können zwischenzeitlich 16 eigene beziehungsweise angemietete Häuser unterschiedlicher Kapazitäten belegt werden.

Trotz der ständigen Bemühungen, neue Unterkünfte zu gewinnen, lasse sich – so das Sozialamt – oftmals eine vorübergehende Unterbringung im Hotel nicht vermeiden. Positiv wird vermerkt, „dass weiterhin die Bereitschaft der Würselener Bevölkerung zum Vermieten von Wohnungen an Asylbewerber hoch ist“. Bei der Beschaffung von privatem Wohnraum sei die Gruppe der ehrenamtlich Tätigen dem Sozialamt eine große Unterstützung. Um die Konflikte, die sich aus einer gemeinsamen Unterbringung ergeben, zu minimieren, wurden verschiedene Maßnahmen getroffen: Die Unterbringung von Asylbewerbern in der Neustraße 40 soll möglichst beendet werden. Alle syrischen Flüchtlinge wurden bereits in die Burgstraße 2 verlegt. Sobald diese fertiggestellt ist, sollen die übrigen Personen aus unterschiedlichen Herkunftsländern in die St. Jobser Straße 31 umziehen.

Mit ausschließlich männlichen syrischen Flüchtlingen soll die Burgstraße 2 belegt werden. In die Unterkünfte Talstraße 11 und Balbinastraße 5 sollten ausschließlich Frauen und Kinder einziehen. Die Häuser Schulstraße 4, Jülicher Straße 82, Kreuzstraße 45, Feldstraße 132, Tittelstraße 48, Pleyer Straße 4a, Pleyer Straße 20 und Neuhauser Straße 75 stehen ausschließlich Familien zur Verfügung. Auch das Gebäude Helleter Feldchen 75 soll nach Rückgabe durch die Städteregion für die Nutzung durch Familien hergerichtet werden. In der Hauptstraße 79 und St. Jobser Straße 31 werden Männer unterschiedlichster Herkunftsländer eine Bleibe finden. Da – so die Verwaltung – nicht abzusehen ist, wie viele Asylbewerber Würselen in naher Zukunft wird aufnehmen müssen, sei nach wie vor bei der Bewältigung ihrer Unterbringungen hohe Flexibilität nötig.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert