Asylbewerber: Linke kritisieren Stadt Würselen

Von: mabie/-ks-
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Beim Ortsverband Würselen der Partei „Die Linken“ gewählt: Klaus Baranczyk (r.), Egemen Tecimer (l.), Waltraud Heidenthal (2.v.l.) und Yvonne Frey bilden den „Sprecher/innenrat“. Foto; Markus Bienwald

Würselen. „Flüchtlinge in einem Obdachlosenheim unterzubringen, ist keine gute Idee“, da ist sich die Würselener Stadträtin Yvonne Frey sicher. „Meiner Meinung nach ist die Unterkunft sehr baufällig, und ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum Flüchtlinge in eine Unterkunft mit Schimmel kommen“, sagte die Vertreterin der Partei „Die Linke“ anlässlich der Versammlung des Ortsverbands der Partei.

Diese Kritik zielt auf das Vorgehen der Stadt Würselen ab, in dem Obdachlosenheim an der Neustraße die „Stammmannschaft“ auf engen Raum in Zimmer zusammenzufassen und die frei gewordenen Räume Asylbewerbern zuzuweisen.

Menschenwürdig sei das nicht, eher verantwortungslos, und die Stadt müsse sich besser darauf einrichten, Flüchtlinge unterzubringen. Turnhallen hält sie für eine bessere Alternative. Frey fragt sich, ob Container – ehedem als „menschenunwürdig“ abgelehnt – nicht allemal besser seien, als das Obdach, das eigentlich für Obdachlose gedacht ist. „Schließlich haben wir genügend Flächen für Container“, findet sie.

Ihre Kritik an der Übergangslösung bekommt auch durch den Bundestagsabgeordneten Andrej Hunko weiteres Futter. Er bezeichnet die Situation, dass Städte und Kommunen landauf landab quasi zum Bau von Flüchtlingsunterkünften gezwungen würden, als „Konjunkturprogramm für rechte Parteien“. Denn mit dem Zwang, kommunale Mittel in den Bau von Flüchtlingsunterkünften zu investieren, fehle am anderen Ende Geld für den Bau oder die Unterhaltung anderer öffentlicher Einrichtungen.

„Wenn man sagt, dass ist eine große gesellschaftliche Aufgabe, dann muss man auch die Mittel bereitstellen“, so Hunko weiter. Wenn man aber die Mittel knapp halte, „dann wird man ganz gefährliche Situationen in den Kommunen kriegen“.

Die Lage in den nach seiner Ansicht seit vielen Jahren ohnehin unterfinanzierten Kommunen könne sich dann zuspitzen. „Wenn Mittel zur Verfügung gestellt werden, dann muss auch die Garantie da sein, dass keine Sozialleistungen abgebaut werden“, ergänzt Hunko. Zudem wünscht er sich, dass die Arbeit mit den Flüchtlingen nicht auf Ehrenamtliche abgeschoben werde.

Im Ausschuss für Soziales, Sport und Kultur wiederholte Frey ihre Kritik. Fachbereichsleiter Herbert Zierden, in der Verwaltung unter anderem zuständig für soziale Angelegenheiten, räumte ein, dass die Unterbringung von Asylbewerbern in der Obdachlosenunterkunft „eine unglückliche Situation“ darstellt. Allerdings sei die Stadt an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gekommen. Es handle sich lediglich um das „Abfedern einer aktuellen Notsituation“. Zierden versprach: „Wir arbeiten intensiv an einer Verbesserung.“ Der Schimmelbefall im Obdachlosenheim, der auf schlechtes Lüften zurückzuführen und „oberflächlich“ sei, werde immer wieder abgewaschen.

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