Asylbewerber: Angespannte Platzsituation in den Unterkünften

Von: ehg
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Würselen. Entsprechend dem bundesweiten Trend werden auch Würselen im Wochentakt ein bis zwei Asylbewerber zugewiesen. Allein in den ersten drei Monaten des Jahres 2014 kamen 24 Asylbewerber nach Würselen. Insgesamt beziehen jetzt, wie die Verwaltung im Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport berichtete, 146 Personen Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

Zum selben Zeitpunkt des Vorjahres waren es 109. Von den zugewiesenen Asylbewerbern kehren immer wieder einige freiwillig in ihr Heimatland zurück, tauchen unter oder wechseln, da sie einen anderen Aufenthaltstitel erhalten haben, in die Zuständigkeit des Jobcenters, ziehen aber auch in andere Kommunen um.

Die Verwaltung betont, weder auf den Zeitpunkt der Zuweisung noch auf das Herkunftsland oder auf das Geschlecht der Neuankömmlinge könne Einfluss genommen werden. Was die menschenwürdige Unterbringung erschwere. Oft müssten sich Asylbewerber verschiedener Sprachen oder Religionen ein Zimmer teilen. Inzwischen leben Menschen aus 36 Nationen in Würselen. Konflikte sind vorprogrammiert.

Privatquartiere

Neben der Unterbringung in Privatquartieren wurden von der Stadt 42 Personen – davon drei Familien mit zwölf Personen, an der Kreuzstraße 24 und an der Neustraße 25 Personen untergebracht. Die Platzsituation sei besonders in der Kreuzstraße 45 angespannt. Da hier keine Plätze mehr zur Verfügung stehen, bereite die Zuweisung von Frauen und Familien ein Problem. Es konnte bisher vermieden werden, diesen Personenkreis in der Neustraße unterzubringen. Das sei deshalb gelungen, weil es trotz des angespannten Wohnungsmarktes immer wieder gelungen sei, Menschen in privaten Wohnungen unterzubringen. Dabei habe der Arbeitskreis Asyl wertvolle Unterstützung geleistet. Die Zahl spricht für sich: Zwölf Personen, die bisher in städtischen Unterkünften lebten, konnten im ersten Quartal 2014 eigene Wohnungen anmieten.

Die am 9. Juli 2013 installierte Arbeitsgruppe zur Planung der Unterbringung von Asylbewerbern, bestehend aus Mitgliedern des Arbeitskreises Asyl, Politikern aller Fraktionen und Mitarbeitern der Verwaltung, hat inzwischen die Problematik intensiv diskutiert. Danach vertritt sie den Standpunkt, dass am Standort Jülicher Straße eine „flexible Lösung“ angestrebt werden sollte.

Aufbau von Wohncontainern

Um den derzeit ansteigenden, später möglicherweise auch wieder zurückgehenden Asylbewerbern gerecht zu werden, sollten – so seine dem Ausschuss unterbreitete Auffassung – neben einem neu zu errichtenden Hauptgebäude, das neben mindestens 20 Wohnplätzen auch Versorgungs- und Sozialräume umfassen sollte, Möglichkeiten für den kurzfristigen Aufbau von Wohncontainern geschaffen werden.

Willkommenskultur

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe waren sich darüber einig, „dass es Teil einer angestrebten Willkommenskultur sein müsse, neu in Würselen angekommene Menschen nur möglichst kurz in Gemeinschaftsunterkünften unterzubringen“. Einig war sich der AK aber auch darin, „dass die soziale Betreuung der Asylbewerber über das sicherlich sehr intensive private Engagement hinaus intensiviert werden muss“. Er schlägt deshalb die Gründung eines Vereins vor.

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