Baesweiler - Astreine Infos vom Gartenbauverein: Helmut Herten weiß alles über Bäume

Astreine Infos vom Gartenbauverein: Helmut Herten weiß alles über Bäume

Von: Sigi Malinowski
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Dort, wo sonst die Wurfpfeile ins Gummi fliegen, zeigt Helmut Herten (l.), wie liebevoll ein Baum gepflegt werden kann. Angelika Wilke und Renate Herten schauen ebenso zu wie Gabriel Schippers, Sven Habermann und Rene Meier aus Alsdorf. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Helmut Herten ist mit dem Herzen dabei. Das geht aus jedem Satz und jeder Geste hervor. Der Mann liebt Bäume. Aber auch alle um ihn herum empfinden ähnlich. Vinzenz Koroliuk zum Beispiel hat nur noch einen Baum an seinem zu Hause.

Aber auch er will wissen, wie man dieses kostbare Stück pflegt, damit es am Leben bleibt. Das weiß Helmut Herten all zu genau. Angelika Wilke, die Gattin des Vorsitzenden Karl Wilke (Obst-, Gartenbau- und Verschönerungsverein) flüstert ihrem Nebenmann zu Beginn des Vortrags „Obstbaumschnitt” begeistert zu: „Der Helmut weiß alles über Bäume”.

Dafür doziert der 61-jährige pensionierte Beamte dann auch über gut zwei Stunden - ohne dass es auch nur eine Minute langweilig wird. Im hinteren Saal der Kneipe Fischers Pit haben Helmut Herten und seine Ehefrau Renate einen Beamer plus Leinwand aufgebaut und „Schnittmuster” mitgebracht. Auch die Theorie wird professionell per Powerpoint-Präsentation vorgetragen. Bevor es ins „Gelände” - an die städtische Obstbaumwiese - nahe des Beggendorfer Friedhofs geht.

Da, wo sonst Dartpfeile auf die elektronische Scheibe fliegen, setzt Helmut Herten nun an einem Mirabellenzweig und an einem jungen Apfelbäumchen das Schnittwerkzeug an. „Von wegen „zack und weg”. Herten schneidet, als habe er bei einem Plastischen Chirurgen die Mikrotechnik beobachtet und abgeguckt. Er entfernt vorsichtig das überflüssige Teil.

Eine Erläuterung folgt: „Schaut euch diese Knospe an. Die ist aus dem letzten Juni”, nimmt Herten eine präzise Altersbestimmung vor. Seine Schüler beobachten genau und fragen. Darunter auch die beiden Alsdorfer „Ostsiedler” Rene Meier und Sven Habermann, die sich schon lange mit den Baesweiler Kollegen austauschen.

„Unser größter Werbeträger ist unsere Wandergruppe und die Lokalzeitung”, verrät Angelika Wilke, woher sie die ganzen Interessenten hat. Hier gelesen, dort spricht sich das herum. „Natürlich freuen wir uns über die große Resonanz”, gibt Helmut Herten gerne zu.

Herten, auch Geschäftsführer des Kreisverbandes der Obst- und Gartenbauer, hat sein Wissen auch von seinen Vorgängern im Baesweiler Verein. „Die Altmeister haben ihr Wissen stets gerne weitergegeben”, bringt er die Namen Eduard Waschbüsch und Franz Hölderl ins Spiel. Und warum diese ganze Theorie im Vorfeld des aktiven Schneidens? „Es gibt eine ganze Masse von Regeln und Gesetzmäßigkeiten. Nicht umsonst gibt es viele Bücher oder Internetforen. Nur wenige Regeln lassen bereits erahnen, dass es Möglichkeiten gibt, Wachstum und Fruchtbarkeit der Bäume zu steuern”.

Bis seine Schüler „rausgehen” hat Helmut Herten ihnen „Grundsätze, die künftige Baumschneider wissen müssen”, ans Herz gelegt. Winterschnitt regt das Wachstum an. Sommerschnitt beruhigt das Triebwachstum und fördert den Fruchtansatz”. Und: „Ein Baum soll - wenn irgend möglich - eine klare Achse haben”. Damit zieht die Gruppe, der sich unter anderem Benno Hennen, Gabriel Schippers, Heinz Gutschi oder Dirk Köhler angeschlossen haben, ins Beggendorfer Feld und darf nun Hand anlegen. Auch bei der heißen Kürbissuppe, die Karin Leising-Müller kredenzte.

Und zum Schluss gibts sogar noch einen kräftigen Schluck aus der Buddel. Ob Calvados, „Wimmele” oder Mirabelle ist dabei nicht überliefert. Es hat gewärmt. Der Schnaps genauso wie der Hertensche Vortrag des Seminars, das von den Baesweiler Hobbygärtnern seit Jahrzehnten angeboten wird.
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