Asbest in den Fugen: Berufskolleg Herzogenrath komplett gesperrt

Von: Michael Grobusch
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Die Verwaltung rechnet bei den Sanierungsarbeiten des Berufskollegs Herzogenrath mit Zusatzkosten in Höhe von 100.000 bis 150.000 Euro. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Böse Überraschung für die Städteregion Aachen: Bei den Arbeiten zur Brandschutzsanierung im Berufskolleg Herzogenrath ist in mehreren Dehnungsfugen Asbest entdeckt worden. Die Belastung wurde bei routinemäßigen Raumluftmessungen festgestellt, das gesamte Gebäude daraufhin umgehend gesperrt.

Betroffen sind nach Aussage von Thomas Pilgrim die Flure des Verwaltungstraktes im Erd- sowie vor sechs Klassenräumen im Untergeschoss. „Eine Gefährdung von Schülern und Lehrern hat es aber nicht gegeben“, betont der stellvertretende städteregionale Dezernent für Bauen und Umwelt. „Der Asbest war gebunden. Das Material ist erst freigetreten, als die Fugen im Zuge der laufenden Arbeiten angepackt worden sind."

Die Sanierung ist bis auf weiteres gestoppt, oberste Priorität hat nun zunächst die Beseitigung der Schadstoffe. Bereits geöffnete Fugen sollen ersetzt, die übrigen doppelt versiegelt werden. „Wir hatten das Glück, dass es dieses negative Ergebnis in den Ferien gegeben hat“, meint Schulleiter Thomas Stephan.

Gleichwohl werden die Vorbereitung auf das neue Schuljahr und der Unterrichtsbeginn beeinträchtigt sein. Schulleitung und -verwaltung sollen vorübergehend ins Haus der Städteregion in Aachen umziehen und Ende übernächster Woche dann wieder ins Berufskolleg an der Bardenberger Straße zurückkehren können. Für die sechs betroffenen Klassenräume soll Ersatz in der Aula der Schule sowie in der Gymnastikhalle geschaffen werden.

Betroffen sein werden davon rund 100 der derzeit gemeldeten 688 Vollzeit- und 629 Teilzeitschüler. „Wir gehen davon aus, dass ab dem 12. September in allen Räumen wieder normal unterrichtet werden kann“, zeigt sich Elsbeth Knuben von der städteregionalen Schulverwaltung zuversichtlich. Dann sollen die außerplanmäßigen Arbeiten, mit denen eine Sanierungsfirma betraut worden ist und die von einem Gutachter begleitet werden, abgeschlossen sein.

Die Verwaltung rechnet mit Zusatzkosten in Höhe von 100.000 bis 150.000 Euro. Wann und in welchem Umfang die eigentlichen Brandschutzmaßnahmen fortgesetzt werden können, ist noch offen. „Wir müssen uns jetzt mit allen Betroffenen zusammensetzen und einen neuen Plan aufstellen“, hält sich die Projektleiterin der Städteregion, Eva Reinartz, noch bedeckt.

Ursprünglich sollten bis 2017 rund 1,1 Millionen Euro in den bis dato mangelhaften Brandschutz investiert werden. Das Gebäude des Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung war zwar erst 1984 gebaut worden, wurde seitdem aber mehrfach umgebaut und erweitert. Dabei ist offenbar versäumt worden, den Brandschutz den jeweiligen gesetzlichen Vorgaben anzupassen.

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