Artco-Galerie präsentiert Arbeiten von Pierre Crocquet de Rosemond

Von: Nina Krüsmann
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Frauen, Männer, Tiere: Durch
Frauen, Männer, Tiere: Durch die Schwarz-Weiß-Fotografien eingefangene Kontrast ist gewollt und betont die inhaltlichen Aussagen der jeweiligen Bilder. Bis zum 20. Oktober sind diese in der Galerie zu sehen. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. In seinen Fotografien der desillusionierten Bevölkerung einer kleinen südafrikanischen Gemeinde zeigt Pierre Crocquet de Rosemond die Menschen so unverstellt und objektiv, wie ein Gerichtsstenograf.

Ohne erkennbare stilistische Merkmale oder bewusste Beeinflussung präsentiert der Künstler die Porträtierten so, wie sie sind. Und doch lässt Crocquet die abgebildeten Frauen, Männer und Kinder - seine Landsleute, zum Teil seine Nachbarn - hochleben, indem er sie einfach sie selbst sein lässt.

Afrikanische Kunst bevorzugt

Mit der Ausstellung „Enter Exit” präsentiert die Artco-Galerie zum ersten Mal den südafrikanischen Fotografen Pierre Crocquet de Rosemond in einer Einzelausstellung. „In seiner 2006 und 2007 entstandenen Werkreihe hat Crocquet existenzielle Realitäten einer kleinen südafrikanischen Gemeinde an der Peripherie fotografiert”, erklärt Galeristin Jutta Melchers, die sich mit ihrem Mann Joachim unter anderem bevorzugt der afrikanischen Kunst widmet. Vor zwei Jahren lernte sie den Künstler in Johannesburg kennen und stellte den Kontakt her.

Besonders das Titelbild der aktuellen Ausstellung zieht die Blicke auf sich. Fotografisch ist es eine Meisterleistung: Ein schwarzer Afrikaner, ein Junge, begleitet einen doppelt beinamputierten alten Bauern auf einer staubigen Straße. Der durch die Schwarz-Weiß-Fotografie eingefangene Kontrast spiegelt sich im Bildinhalt: Jugend und Alter, schwarze und weiße Haut, die schwarze glatt und schön, die weiße zerfurcht und runzlig. „Die Gesellschaft Südafrikas hat in ihrer Geschichte dramatische Veränderungen erlebt.

Mit einer besonderen Ironie zeigt sich dies in der heutigen Post-Apartheid-Gesellschaft, in der die Spaltung immer noch Bestand hat, aber jetzt von wirtschaftlicher Natur ist”, weiß Jutta Melchers zu erklären. Soziale Isolation durch Armut sei alltäglich geworden - eine Situation, die sowohl auf die sogenannte „Dritte Welt” als auch auf die „Erste Welt” zutrifft. „Entstanden sind eindrucksvolle Schwarz-Weiß-Fotografien, die reduziert sind auf das Zwischenmenschliche”, betont die Galeristin.

Pierre Crocquet de Rosemond wurde 1971 in Kapstadt geboren und wuchs in Klerksdorp, einer konservativen Kleinstadt, auf. Er studierte Fotografie in London und ging anschließend wieder zurück nach Südafrika. Seine Arbeiten wurden bisher in Südafrika, Belgien, Deutschland und auf der Foto-Biennale in Bamako gezeigt.

Die Ausstellung „Enter Exit” ist bis 20. Oktober dienstags bis freitags von 10 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 14 Uhr bei Artco Editionen, Apolloniastraße 1, zu sehen.
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