Baesweiler - Arno Strobel und „das Wesen” ziehen Zuhörer in ihren Bann

WirHier Freisteller

Arno Strobel und „das Wesen” ziehen Zuhörer in ihren Bann

Von: ger
Letzte Aktualisierung:
Ein Einblick in eine spannende
Ein Einblick in eine spannende Geschichte: Der Autor Arno Strobel liest aus seinem Buch „Das Wesen”. Foto: Daniel Gerhards

Baesweiler. Die Zeppelinstraße im Aachener Ostviertel ist nicht grade ein feines Wohnviertel. Dort sieht es schon auf der Straße nicht grade einladend aus. Noch weiter heruntergekommen ist das Haus, in das das Ermittler-Duo Alex Seifert und Bernd Menkhoff eintritt.

Doch mehr als die unwohnliche Umgebung schockt, sie die Person, die die Tür der linken Wohnung in der ersten Etage öffnet: Ein alter Bekannter - Dr. Joachim Lichner.

Seifert und Menkhoff ermitteln in Arno Strobels Roman „Das Wesen”. Aus seinem jüngsten Werk, das in Aachen spielt, las der Autor einige Passagen vor. Zunächst den Anfang. „Wir werden sehen, ob es mir gelingt, sie in die Geschichte hineinzuziehen”, sagte Strobel. Die Lesung fand nicht wie geplant, als literarische Open Air-Veranstaltung im Hof der Baesweiler Burg statt. Wegen des unsicheren Wetters zog es die Veranstalter in die Scheune des Kulturzentrums.

Der Roman spielt in zwei Zeitebenen: Der Gegenwart, in der die Polizisten Lichner überraschend in seiner Wohnung antreffen, und in der Vergangenheit. „Das geht bis etwa zur Mitte des Buches so. Der Wechsel in die Vergangenheit ist nötig, um die Verhaltensweisen der Akteure zu erklären”, sagt der Autor. Der Rückgriff erklärt auch, warum die Kommissare von Lichners Gegenwart so geschockt sind. 14 Jahre zuvor überführten sie ihn wegen eines Mordes an einem kleinen Mädchen.

Der verurteilte Doktor der Psychologie beteuert aber auch noch nachdem er seine Strafe abgesessen hat, sein Unschuld. Nun öffnet Lichner genau die Tür zu der Wohnung, aus der ein kleines Mädchen verschwunden sein soll. Doch was für ein Mädchen? Gar Lichners Tochter? Oder ist das alles Blödsinn und es ist gar kein Kind verschwunden? Die Geschichte spielt an vielen bekannten Aachener Plätzen. Die Polizisten ermitteln am Büchel gleich neben dem „Bakauf”, in der Aachener Altstadt mit ihren kleinen Gässchen und gemütlichen Plätzen und natürlich im Schatten des Doms.

Doch wieso wählte Strobel „Das Wesen” als Titel? Der Ausdruck zeigt, dass die Ermittler tief in die Psyche ihres Gegenübers eindringen müssen, um den Fall zu lösen. „Sie müssen das Wesen erkennen”, sagte der vermeintliche Kindesmörder. „Das Wesen ist das, was alles, auch ein Menschen, haben muss, um existieren zu können. Man kann es nicht bloß mit den Sinnen wahrnehmen, man muss darüber nachdenken, um es zu Verstehen.” Dieser Aufgabe stellen sich die Ermittler Seifert und Menkhoff.

„Das Wesen” ist der zweite Roman des Autors Arno Strobel. Der 49-Jährige Trierer ist Informatiker. Er begann mit dem Schreiben von Kurzgeschichten, die er in Internetforen veröffentlichte. Sie fanden so viele Leser, dass einige in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht wurden.

An seinem ersten Roman „Magus - Die Bruderschaft” schrieb er drei Jahre. Als keiner der großen deutschen Verlage die Geschichte drucken wollte, gründete er kurzerhand einen eigenen Kleinstverlag. Mit etwas Glück gelangte das Buch zu den Verantwortlichen mehrerer großer Verlage. Die fanden es nun - wenige Monate nachdem sie Strobels Manuskript zurückgewiesen hatten - so gut, dass sie es veröffentlichen wollten.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert