„Armut und Reichtum“ im Nordkreis

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
5085749.jpg
„Armut und Reichtum“: Letztlich ist es eine politische Frage, wie das Geld am gerechtesten und effektivsten eingesetzt wird. Dies wird Thema bei der Podiumsdiskussion mit Bundestagskandidaten am 15. März in der Burg Baesweiler sein. Foto: imago
5077809.jpg
Leiter des Alsdorfer Jugendamtes: Herbert Heinrichs. Foto: Stüber

Nordkreis. Die Welt ist nicht nur schön und bunt, sondern auch trist und grau – hat also gute und schöne Seiten, ganz wie das Leben. Das mögen manche nicht mehr hören und lesen wollen, aber die Dinge werden durch Wegschauen nicht besser.

Ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl – die Kandidaten laufen sich auch im Nordkreis warm – richtet die VHS-Nordkreis Aachen den Blick auf einen wichtigen Themenkomplex und organisiert, unterstützt von unserer Zeitung, eine Podiumsdiskussion mit Kandidaten von Parteien, die bereits im Bundestag vertreten sind, wie VHS-Leiter Henry Engel sagt. Die Veranstaltung findet am Freitag, 15. März, in der Baesweiler Burg statt (siehe Info).

„Insgesamt ist ... die Schere zwischen Haushalten mit höherem und niedrigem Einkommen weiter auseinandergegangen“, zitiert Engel den Sozialbericht NRW 2012. Im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion stehen drei Aspekte: 1. Working poor – trotz Vollzeitjob reicht der Lohn nicht für den Lebensunterhalt, 2. Altersarmut zum Beispiel unter dem Aspekt Altersrente sowie 3. Verteilung von Reichtum und Armut. Bei allen drei Themenkomplexen können Bundestagsabgeordnete und ihre Fraktionen entscheidend an Stellschrauben drehen, etwa durch Steuergesetzgebung, aber auch andere regelnde Eingriffe im Etatbereich Soziales und Familien. Die Podiumsdiskussion macht deutlich, wofür Kandidaten und Parteien hier stehen.

Herbert Heinrichs, Leiter des Alsdorfer Jugendamtes, hat gleich zwei Anliegen an die Kandidaten, die in Berlin Politik für die Menschen im Nordkreis machen wollen. „Alle Bildungsangebote müssen frei sein, ohne finanzielle Hürden – vom Kindergarten bis zur Ausbildung, sonst verlieren wir unterwegs weiter viel zu viele Menschen“, weiß er aus langjähriger Erfahrung. Und: „Die Hürde für den Eingriff in das Elternrecht ist zu hoch gelegt“, kritisiert er die Stärkung der Rechte Erziehungsberechtigter gegenüber Einrichtungen des Staats, die auf das Wohl des Kindes zu achten haben. Da muss aus seiner Sicht – oft zu – viel passieren, bevor von Amts wegen nachhaltig eingeschritten werden kann. „Obwohl absehbar ist, dass sich da nichts bessert, sondern trotz aller Hilfen, die angeboten werden, schlechter wird.“ Heinrichs spricht von einem alarmierenden Aspekt von Not: emotionale Armut. Sicher ist es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dem entgegenzusteuern, weiß er. Aber Politik setzt wichtige Rahmenbedingungen, damit Familie Kindern und Jugendlichen die notwendige Fürsorge bieten kann.

Was erwarten Sie, liebe Leser, von verantwortungsvoller Politik, speziell von den Bundestagskandidaten in ihrem Wahlkreis zum Themenkomplex „Armut und Reichtum“? Sagen Sie uns Ihre Meinung, geben Sie Anregungen unter www.leser-meinung.de.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert