Argumente für den Radschnellweg: Weniger Autos, weniger Lärm

Von: Eva Onkels
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Sie plädieren für den Radschnellweg Aachen-Herzogenrath: Martin Christfreund, Norbert Rath und Steffen van Bergerem (von links) stellen die neue Broschüre vor. Foto: Harald Krömer

Aachen/Herzogenrath. Über den Radschnellweg Aachen-Herzogenrath ist schon viel diskutiert worden. Manche Bürger in und um Aachen wissen dennoch nicht Bescheid über die Idee, eine Schnellstraße nur für Radfahrer zu bauen. Nun hat die Bürgerinitiative Pro Radschnellweg Aachen-Herzogenrath einen Flyer drucken lassen, um aus ihrer Sicht „Missverständnisse“ aufzuklären und die Vorteile des Radschnellwegs aufzuzeigen.

Im Flyer findet sich eine detailreiche Karte zum Radschnellweg (über dessen Trasse noch gestritten wird). Auch einige Argumente der Radschnellweggegner werden aufgegriffen. So sehen die Befürworter durchaus, dass der Bau an einigen Stellen ein Eingriff in die Natur darstellen würde. Allerdings sehen sie auch unter Umweltgesichtspunkten Positives.

Der Bau des Radweges würde die Zahl der Autofahrten verringern, Lärm vermindern und sich somit langfristig für die Natur lohnen. Bereits 1300 Unterschriften hatte die Bürgerinitiative im September gesammelt, mittlerweile seien es noch mehr geworden, sagen Martin Christfreund, Steffen van Bergerem, Norbert Rath und Helga Weyers von der Bürgerinitiative.

Für sie ist der Radschnellweg vor allem eine Möglichkeit, Autoverkehr zu reduzieren und das Fahrradfahren nicht nur als bequeme, sondern auch als sichere Alternative zum Auto zu etablieren. „Derzeit ist man als Radfahrer im Verkehr untergeordnet“, erklärt Helga Weyers.

Die Befürworter sehen den Radschnellweg auch als schnellere Alternative für viele Pendler, die derzeit auf der Strecke zwischen Herzogenrath und Aachen häufig im Stau stünden. In etwa 25 Minuten könnte man vom Herzogenrather Markt bis zum Hauptgebäude der RWTH auf dem Templergraben kommen.

Auch die Finanzierung ist aus Sicht der Befürworter eigentlich kein Thema: Einerseits ist der Radschnellweg Aachen-Herzogenrath einer von fünf Radschnellwegen, die im Rahmen des Planungswettbewerbs Radschnellweg gefördert werden, andererseits hat das Land NRW erst vor wenigen Tagen beschlossen, dass Radschnellwege Landstraßen gleichgestellt werden, womit das Land größtenteils für den Bau und die Instandhaltung der Wege zuständig ist.

Bedenken in Herzogenrath

Die Stadt Herzogenrath – derzeit sind dort die schärfsten Kritiker des Projektes zu finden – brauchte gar nichts dazu zahlen, argumentieren die Befürworter. 10.000 Euro habe die Stadt schon für Planungsaufgaben und ähnliches bezahlt, mehr Geld sei nicht nötig.

Die Stadt Aachen hingegen müsste 20 Prozent der Projektkosten, die auf dem Stadtgebiet Aachen entstünden, mittragen. Diese Regelung betrifft allerdings nur Städte mit mehr als 80.000 Einwohnern, im Einzugsgebiet des Radschnellwegs Aachen-Herzogenrath betrifft dies nur Aachen.

Der Radschnellweg selbst, so die Vertreter der Bürgerinitiative, bietet eine ganze Reihe von Vorteilen für Radfahrer jeglicher Art, etwa Pendler, Schüler oder Ausflugsfahrer. Durch die bauliche Trennung vom Autoverkehr erhöht sich die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer.

Der Weg soll weitestgehend kreuzungsfrei bleiben, und dort, wo eine Kreuzung unerlässlich ist, soll der Fahrradweg vorfahrtsberechtigt sein. Dies sorgt dafür, dass Radfahrer eine höhere Geschwindigkeit fahren können als es derzeit im Straßenverkehr möglich ist. Gleichzeitig soll der Radweg breit genug sein, dass Radfahrer unterschiedlicher Geschwindigkeiten dort bequem aneinander vorbeifahren können. Zusätzlich muss es einen Fußgängerweg von mindestens zwei Metern Breite geben.

Im Winter wird, anders als auf der Vennbahntrasse, ein Winterdienst aktiv sein, auch soll eine Beleuchtung installiert werden. All diese und mehr Informationen findet man sowohl im neuen Faltblatt, als auch im Internet auf den beiden Seiten www.radschnellweg-jetzt.de oder www.radschnellweg-euregio.de.

Dort wird auch noch einmal detailliert auf die Gegenargumente eingegangen.

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