Architektenbund lobt Würselener Rathaus

Von: Georg Pinzek
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Im Blickpunkt des Bundes Deutscher Architekten: das Verwaltungsgebäude am Morlaixplatz. Professor Christoph Parade hat es federführend geplant und Foto: Georg Pinzek
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Im Blickpunkt des Bundes Deutscher Architekten: das Verwaltungsgebäude am Morlaixplatz. Professor Christoph Parade hat es federführend geplant und gebaut. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Die Architekten-Pläne für das Würselener Rathaus sind aktuell ein Blickfang im Stadtmuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf. Der Bund Deutscher Architekten (BDA) präsentiert dort eine Ausstellung zum Thema Verwaltungsbauten. Als vorbildlich wurde die düvelstädtische Immobilie in den Reigen der öffentlichen Bauten einsortiert.

Planung und Bau (1977-1980) betreute das renommierte Düsseldorfer Büro C & B Parade, heute Parade-Architekten. Professor Christoph Parade erinnert sich: Das heutige Kulturzentrum „Altes Rathaus“ sei damals als Verwaltungssitz aus allen Nähten geplatzt. So hätten die Stadtväter zunächst an einen neuen reinen Funktionsbau – nach Möglichkeit in Fertigbauweise – gedacht. Praktisch, schnell und unspektakulär sollte Ersatz mit einer Zufahrt von der Kaiserstraße und der Neuhauser Straße geschaffen werden. Ein reiner Bauunternehmer-Wettbewerb habe dabei zur Debatte gestanden. Das war die Grundlage für den späteren Architekten-Wettbewerb, den C & B Parade gewannen.

Professor Christoph Parade: „Trotz der Vorgaben sahen wir dennoch die Möglichkeiten einer städtebaulichen Veränderung. Anstelle einer reinen Zufahrtstraße zum neuen Rathaus stellten wir ein ganz neues Konzept vor. Ein Rathaus mit einem neu geschaffenen Platz (später Morlaixplatz) – einem Rathausplatz nun auch mit Verbindung zur Klosterstraße. Erst dadurch wurde das Rathaus stärker eingebunden in die Umgebung.“

Geplant wurde ein neuer städtischer Mittelpunkt in einem bis dahin vernachlässigten Bereich, heißt es in der Sprache der Architekten. Zur Erinnerung: Kuhwiesen mit Obstbäumen prägten in der unmittelbaren Nachbarschaft das Stadtbild an dieser Stelle. „Um das Ganze städtebaulich lebendig zu machen, war es seinerzeit nicht nur nötig, einen neuen Platz zu bauen, sondern das Umfeld mit Wohnungen und Geschäften attraktiv zu gestalten“, blickt Professor Parade auf die Geschichte des Würselener Rathauses. Keiner der üblichen „Aufmarschplätze“ sollte entstehen, sondern möglichst ein autofreier Bereich mit hoher Aufenthaltsqualität für Passanten, Besucher und Mitarbeiter des Rathauses. Das wurde auch realisiert.

„Die Entscheidung beim Rathausbau auf damals schon gängige Ganzglasfassaden zu verzichten, ist aus dem Wunsch entsprungen, den kleinstädtischen Charakter, das Flair der Stadt und das damit verbundene Wohlbefinden aufzunehmen“, erklärt Parade. Beim Rathaus-Komplex sei durch winkelförmig versetzte Baukörper unterschiedliche, überschaubare Innen- und Außenbereiche entstanden.

Trotz der Viergeschossigkeit wirke das Gebäude mit seinen weit auskragenden Dächern maßstäblich. Das Ziegelmauerwerk mit seinem lebhaften Farbkontrasten schaffe eine „heitere, fast italienische Note“.

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