Würselen - „Arche”-Gelände: Mensch und Tier können hier Kraft tanken

„Arche”-Gelände: Mensch und Tier können hier Kraft tanken

Von: Stefan Schaum
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Mit Leib und Seele bei den Tie
Mit Leib und Seele bei den Tieren: Gnadenhof-Leiter Peter Küppers und seine Stellvertreterin Elsbeth Werner kümmern sich liebevoll. Foto: Stefan Schaum

Würselen. Leid hat fast jedes Tier erfahren. Manches mehr, manches weniger. Einen Hofhund gibt es hier, der vollkommen taub ist, und ein altes Pferd namens „Boy”, das schon lange nicht mehr sehen kann. Auch Hühner ohne Federkleid finden sich, die im Schutz der Dunkelheit hier abgegeben worden sind, nachdem Mutige sie irgendwo im Land aus einer Legebatterie befreit hatten.

Für viele wird der Gnadenhof „Die Arche” in Euchen die letzte Heimat sein. Hier warten gute Tage auf die Tiere. Tage, an denen sich jemand liebevoll um sie kümmert. Vom vielfältigen Engagement der Ehrenamtler konnten unsere Leser sich jetzt bei einer Führung ein Bild machen.

Peter Küppers verkörpert all das, was hier geschieht. Man darf getrost sagen, dass der 70-Jährige der Motor ist, der den Laden am Laufen hält. Er sorgt mit seinen Mitstreitern für Wesen, für die andere nicht mehr sorgen wollten: ausgesetzte Katzen, geschundene Pferde. „Alles, was hier geschieht, funktioniert nur, weil es Menschen gibt, die sich unentgeltlich für die Tiere einsetzen”, erklärt er der Besuchergruppe, der er das weitläufige Gelände an der Hüpchensweid zeigt.

Gut 12.000 Quadratmeter stehen zur Verfügung, die im Lauf der Jahre zu einer grünen Oase neben den Weizenfeldern vor Würselen geworden sind. An einer Stelle haben Helfer einen kleinen Garten angelegt, in dem ausschließlich Kräuter sprießen, die sich schon Karl der Große gern schmecken ließ. An einer anderen gibt es einen Teich, der zu einem kleinen Paradies für Frösche geworden ist.

Erst vor kurzem ist ein Barfußpfad eröffnet worden, von dem die Macher schon lange träumten. Buchstäblich über Stock und Stein können Wanderer gehen, durch kleine Wasserbassins waten oder durch Sand. Eine Wohlfühltherapie ist das für Füße und Seele gleichermaßen, anschließend kann ein Tässchen Kaffee im hofeigenen Café getrunken werden. Denn nicht nur den Tieren soll es hier gut gehen, auch Menschen sollen auf dem Gnadenhof Kraft tanken können.

Kraft brauchen die, die sich hier ins Zeug legen. Zuschüsse gibt es ja nicht. Jeder Stein, jedes Stück Holz muss gespendet sein. Es gibt Bauern, die das Stroh für die Tiere günstig abgeben, und Supermärkte, die Tierfutter zur Verfügung stellen, dessen Haltbarkeitsdatum erreicht ist.

Die vielen Stunden, die nötig sind, die Tiere zu versorgen und die Ställe auszumisten, zählt niemand hier. Es wären wohl auch zu viele. Den Gästen imponiert, was sie sehen. Mancher von ihnen kann sich vorstellen, wiederzukommen und mit anzupacken. So geschieht es oft auf dem Hof. Küppers: „Wir bekommen nicht ständig Besuch, denn wir sind ja kein Zoo. Aber die, die kommen, kommen häufig wieder und wollen helfen.”

Helfen können Menschen auch durch Patenschaften, wie die Gäste erfahren. Denn für die Hühner - mal sind es 100, mal sind es mehr - werden immer wieder Paten gesucht, die bereit sind, zehn Euro im Monat zu zahlen.

Dafür gibt es etwas Besonderes für den Frühstückstisch: fünf Eier können sich die Paten pro Woche auf dem Hof abholen. „Garantiert unbelastet”, unterstreicht Küppers. Ein Gewinn ist das für beide Seiten, für Mensch und Tier. Und genau so soll es sein auf dem Gnadenhof.

Der Gnadenhof „Die Arche” ist in Würselen-Euchen, Hüpchensweid 11, zu finden. Träger ist der Tierschutzverein „Arche” Euregio Aachen. Geöffnet ist das Gelände freitags bis sonntags von 15 bis 17 Uhr sowie nach Absprache unter ? 02405/425383. Begehbar ist dann auch der Barfußpfad, der mit 28 verschiedene Stationen Abwechslung für die Fußsohlen bietet.

Seit 1999 verleiht der Verein den „Aachener Tierschutzpreis” an Menschen, die sich für Tiere engagieren.

Auf Spenden ist der Verein angewiesen. Unterstützung unter: VR-Bank Würselen, Konto 303215018, BLZ 39162980.

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