Arbeitskreis Asyl braucht mehr Unterstützung bei Flüchtlingshilfe

Von: ehg
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Würselen. Der vor neun Monaten gegründete Arbeitskreis Asyl zählt heute 100 Mitglieder. Um die Basis des Vereins zu verbreitern, appellierte Vorsitzender Jürgen Hohlfeld bei der Mitgliederversammlung, weiter Mitglieder im Freundes- und Bekanntenkreis zu werben.

„Wir brauchen angesichts des Flüchtlingsstroms der vergangenen Monate noch mehr Unterstützung.“ Die finanzielle Ausstattung des Vereins durch Fördermittel der Städteregion, der Sparkasse Aachen und der Aktion „Menschen helfen Menschen“ unserer Zeitung sowie durch großzügige Spenden der Kirchen, von Vereinen und von privaten Personen sei „erfreulich gut“. Geld werde unter anderem für Sprachkurse, Unterrichts- und Schreibmaterial, Rechtsberatung und viele andere Aufgaben benötigt, „so dass Spenden nach wie vor willkommen sind“.

Hohlfeld hob die Benefizkonzerte hervor, die der „Liederkranz“, das Musical-Ensemble „Simply Musical“ des Städtischen Gymnasiums oder der Förderverein Kirchenmusik der Pfarre St. Sebastian mit Christoph Birken und den „Hookers“ veranstalteten. Für eine großzügige Spende bedankte er sich im Namen der Flüchtlinge beim Jungen Chor Würselen.

Die Betreuungssituation habe sich mit der Erstzuweisung von Flüchtlingen schlagartig verändert. Die großartige Hilfsbereitschaft der Weidener Bevölkerung habe dazu beitragen, „dass Flüchtlinge, die nichts anderes besaßen als das, was sie am Leibe trugen, mit dem Allernotwendigsten ausgestattet wurden“. Sehr schnell seien intensive persönliche Kontakte entstanden. Was sich als Problem erwies, als die Verteilung auf verschiedene NRW-Kommunen erfolgte. „Abschied und Trennung fiel allen schwer“, berichtete Hohlfeld.

„Auf Dauern icht gewachsen“

Im Helleter Feldchen haben sich feste Betreuungsgruppen als sinnvoll erwiesen. So könne zu den Bezugspersonen Vertrauen aufgebaut werden. Die Betreuung von derzeit über 600 Flüchtlingen führe zu einer hohen Belastung der Ehrenamtler. Auf Dauer seien sie den hohen Anforderungen nicht gewachsen, zumal Integrationsmaßnahmen viele Jahre dauern dürften.

Deshalb habe der Arbeitskreis Asyl einen Antrag zur Einstellung hauptamtlicher Fachkräfte gestellt. Hohlfeld: „Am schlimmsten ist für die Flüchtlinge die Unsicherheit mit Blick auf ihre Zukunft und das untätige Warten auf Entscheidungen in Bezug auf ihre Anerkennung.“ Für die Integration wichtig sei neben dem Spracherwerb die Unterbringung in privaten Wohnungen sowie die Absolvierung eines Praktikums, „damit sie ihre beruflichen Fähigkeiten und Interessen erkennen können“. Ganz oben auf der Prioritätenliste steht beim Arbeitskreis das Sich-Kennen-Lernen.

In einer Power-Point-Präsentation umriss der stellvertretende Vorsitzende Paul Thelen die Ziele der künftigen Arbeit. Zur dezentralen, selbst bestimmten und menschenwürdigen Unterbringung der Flüchtlinge soll eine Wohnungs- und eine Möbelbörse eingerichtet werden. Weiterhin will sich der Arbeitskreis bemühen, möglichst vielen Flüchtlingen die Chance zu bieten, Deutsch zu erlernen.

Was bisher schon durch Ehrenamtler an drei Standorten geschehe. Vermittelt werden sollen die Flüchtlinge aber auch zu Sprachkursen an der VHS, der Sprachen-Akademie, am Euregio-Kolleg und am Berufskolleg. In der Kaiserstraße 118 sind von Montag bis Samstag 18 bis 24 Personen im Einsatz. Es gibt dort 14 Lerngruppen und Hausaufgaben-Betreuung von VHS-Teilnehmern.

Im Helleter Feldchen engagieren sich elf Ehrenamtler im Deutschunterricht. Dass weitere Patenschaften geschlossen werden, davon geht Thelen aus. Geplant sind Workshops für „Neupaten“, monatliche Patencafés und eine Fortbildung „Interkulturelles Zusammenleben“. Eingebunden werden künftig Flüchtlinge auch bei Wohnungsumzügen und Entrümpelungen. Erfreut stellte Thelen fest, dass sich fast alle angesprochenen Firmen und Kleinbetriebe bereit erklärten, einen Asylbewerber zu beschäftigen.

Von der Stadt wünschte Thelen sich einen hauptamtlichen Flüchtlingskoordinator. Und von der Städteregion mehrere Sozialarbeiter zur Unterstützung der Paten und Betreuer. Zudem regte der Vize-Vorsitzende regelmäßige Treffen zwischen Verwaltung und Förderkreis zum konstruktiven Austausch an.

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