Alsdorf - Arbeiten von Schülern werden „Projekt des Monats“ des Grimme-Instituts

Arbeiten von Schülern werden „Projekt des Monats“ des Grimme-Instituts

Von: Sebastian Maassen
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Ergebnisse auf DVD: Alexander Müller-Hermes ist stolz auf die Clips der Jugendlichen. Foto: Maassen

Alsdorf. Es ist brechend voll im Saal des Alsdorfer Rathauses. Wo sonst mitunter zähe Ausschusssitzungen stattfinden, tummeln sich jetzt über 250 Schüler der Elisabeth- und der Europaschule. Sie sind gekommen, um sich Fotostorys und Kurzfilme anzusehen, die einige ihrer Mitschüler aus den Klassen 6, 8 und 9 im Rahmen des Projekts „SchlagWort: Gewalt!“ erdacht und gedreht haben.

Die von der Landesanstalt für Medien ausgeschriebene und vom Grimme-Institut zum Projekt des Monats gekürte Bildungsinitiative soll Kinder und Jugendliche für das Thema Gewalt sensibilisieren und zugleich zur Stärkung der Medienkompetenz beitragen.

Ein wichtiges Anliegen, findet Alexander Müller-Hermes, Leiter des Jugendzentrums „Aber Hallo“. Seit 25 Jahren wird dort kulturpädagogische Kinder- und Jugendarbeit geleistet und Medienkompetenzförderung betrieben. Kein Wunder also, dass auch der Zuschlag für die Durchführung des aktuellen Projekts an die Alsdorfer Institution ging.

„Wir haben uns gegen zehn andere Anbieter in Nordrhein-Westfalen durchgesetzt – darüber freuen wir uns sehr“, sagt Müller-Hermes. „Erst recht, da die Themenkomplexe Medien und Gewalt von immenser Bedeutung für junge Menschen sind.“ Mit beidem würden Kinder und Jugendliche täglich konfrontiert, zuweilen seien die Bereiche gar unmittelbar miteinander verknüpft, etwa beim Cybermobbing.

Wie die Lebenswirklichkeit deutscher Teenager aussehen kann, zeigen auch die Ergebnisse des wochenlangen kreativen Arbeitens. So dreht sich die Fotostory „Der Überfall“ um eine vermummte Gestalt, die eine Passantin nach der Uhrzeit fragt, nur um ihr Sekunden später die Handtasche zu entreißen.

Der Kurzfilm „Stress auf der Straße“ handelt von zwei verfeindeten Jugendgangs, die immer wieder aneinandergeraten. Werden die Streitigkeiten anfangs noch in hitzigen Wortgefechten ausgetragen, sind schon bald Handgreiflichkeiten an der Tagesordnung. Rachepläne werden geschmiedet, eine verhängnisvolle Gewaltspirale kommt in Gang.

Auch die Fotostory „Streit um ein Mädchen“ stellt Gewalt als legitimes Mittel zur Konfliktlösung dar. Da kommt die musikalische Einlage der Band „Out of city“ zur Auflockerung wie gerufen. Das Trio probt regelmäßig im Jugendzentrum „Aber Hallo“ und sorgt mit seiner Mischung aus Grunge und Alternative für viel Stimmung.

Im Anschluss wird es wieder düster. Die Schülerinnen und Schüler der Europaschule zeichnen ein noch pessimistischeres Bild von der Welt.

Die Fotostory „Money“ wartet mit einem brutalen Raubüberfall auf, der Kurzfilm „Eine böse Tat“ stellt eine Entführung nach und in der Fotostory „Tödliche Bekanntschaft“ lernt ein Mädchen einen jungen Mann im Internet kennen, lässt sich zu einem Treffen an einem abgelegenen Ort überreden – und wird im Wald erschlagen.

Ein ziemlich harter Stoff – aber ein gelungener Schlusspunkt für eine aufrüttelnde Veranstaltung.

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