Appell: Dieben das Leben schwer machen

Von: Beatrix Oprée
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Nordkreis. Auch diesen Tätern sind die Ermittler dicht auf der Spur: Nach der Haftentlassung zweier Serieneinbrecher war die Zahl der Kellereinbrüche in den Nordkreisstädten wieder in die Höhe geschnellt - von 33 auf 120 Fälle alleine in Alsdorf.

Wenn das nicht verdächtig ist? Auch insgesamt macht der Nordkreis mit Blick auf den landesweiten Aufwärtstrend bei der Kriminalitätsentwicklung keine Ausnahme, wie Polizeipräsident Klaus Oelze am Montag nach den sinkenden Zahlen in 2010 mit Bedauern konstatierte.

Denn, so stellte er gleichermaßen fest: Die Polizei Aachen hat im abgelaufenen Jahr die beste Aufklärungsquote der vergangenen zehn Jahre erzielt. Doch die drastisch gestiegenen Fallzahlen haben dieses gute Ergebnis gedrückt und die Aufklärungsquote sinken lassen.

„Nichts mehr sicher”

Der erfreuliche Landestrend, dass der Anteil der Tatverdächtigen unter 21 Jahren zurückgegangen ist, setzt sich im Nordkreis nur bedingt fort: Positiv ist die Entwicklung in Alsdorf mit 27,6 zu 31,3 in 2010 sowie in Herzogenrath mit 22,3 (26,7 ). In Baesweiler hingegen stieg der Anteil von 21,9 auf 28,2 und in Würselen leicht von 22 auf 22,5 .

Wie Helmut Wälter, Leiter der Direktion Kriminalität im Aachener Polizeipräsidium, darlegte, machen die Metalldiebstähle der Polizei besonders zu schaffen: In Alsdorf wurden 200 Delikte verzeichnet, in Baesweiler gab es 120 Fälle, in Herzogenrath rund 300 und in Würselen 250 Taten.

Einen klaren Zusammenhang zieht die Polizei zum Anstieg der Metallpreise Ende 2010: Seither, so schildert Wälter, sei „nichts mehr sicher” und die angerichteten Schäden oft höher als die Summe, die man mit dem Gestohlenen erzielen könne.

Gefährlicher Gullydeckelklau

Besonders ernst nimmt die Polizei den gefährlichen Gullydeckelklau. „Hier können Menschen ihr Leben verlieren”, kündigt der Polizeipräsident besonders hohe Strafen an. Die Nähe zum Ausland erleichtert auch derartige Verbrechen. Und Metallhändler jenseits der Grenze scheinen sich oft nicht um die Herkunft des „Gelieferten” zu kümmern.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist in Würselen und Baesweiler gesunken, in Alsdorf und Herzogenrath hingegen deutlich gestiegen. Der Appell des Polizeipräsidenten: Haus und Hof mit Hilfe polizeilicher Tipps so gut wie möglich einbruchssicher zu machen. Ein Stichwort sind da etwa so genannte Pilzkopf-Sicherungen, die verhindern, dass Fenster einfach aufgehebelt werden können.

Weitere Infos erteilt das Kommissariat Vorbeugung in Aachen, Jesuitenstraße 5, ? 0241/9577-0. Ähnliches gilt für den Pkw, denn behördenweit ist auch die Zahl der Kfz-Aufbrüche gestiegen. Ein Seitenfenster ist schnell eingeschlagen, Handtasche oder Handy flugs gegriffen, mahnt Klaus Oelze, Wertsachen unbedingt aus dem Wagen herauszunehmen.

Seine „herzliche Bitte im eigenen Interesse: Eigentum schützen durch Mitmachen”. Denn Gelegenheit macht Diebe. Bevorzugte Beute von Autoknackern sind übrigens Navis - die Zahl der registrierten Fälle kletterte 2011 behördenweit sprungartig von 485 auf 1128. Generell gilt im Sinne der Verbrechensbekämpfung: Verdächtiges so früh wie möglich der Polizei melden.

Drei Totschlagsdelikte

Aufgeklärt sind die drei Totschlagsdelikte im Nordkreis: Am 24. Februar 2010 wurde in Merkstein ein Mann bei einer Schlägerei die Treppe hinuntergestoßen, 2011 starb er an den Folgen. Am 21. Januar 2011 schlug ein offenbar psychisch kranker Mann in Alsdorf mit einer Axt auf seine Mutter ein. Und am 25. November verletzte ein Mann am Alsdorfer Englerth-ring seine Exfreundin so schwer, dass der Staatsanwalt Anklage wegen versuchter Tötung erhob.
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