Anton Roufosse: Vom Ur-Aachener zum Düvelstädter Urgestein

Von: ehg
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In Würselen und weit über die Grenzen der Stadt bekannt: Architekt und Karnevalist Anton Roufosse wird 80 Jare alt. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Der Ehrenpräsident des Senats der KG „Au Ülle“, Anton Roufosse, feiert am Samstag, 28. Januar, seinen 80. Geburtstag. Obwohl er sich nach 17 Jahren Amtszeit im Jahre 2011 in die zweite Reihe zurückgezogen hat, fühlt er sich der Pflege des vaterstädtischen Brauchtums bis zum heutigen Tag – auch über die Grenzen der Düvelstadt hinaus – eng verbunden.

Im damaligen Marianneninstitut in Aachen geboren und an der Couvenstraße aufgewachsen, drückte er bis zum Abschluss seines Architekturstudiums in der Kaiserstadt die Schulbank. Mit Fug und Recht kann er von sich behaupten, ein echter „Öcher“ zu sein.

Doch seine zweite Heimat fand der seit 1962 in Haaren ansässige Förderer des Brauchtums von 1982 an in der Düvelstadt, wo er sich an der Oppener Straße als selbstständiger Architekt niederließ. Zwei Jahre später verlor er als Senator der KG „Au Ülle“ sein Herz an den düvelstädtischen Karneval. Roufosse: „Wie die Jungfrau zum Kind kam ich dazu.“

In eigener Regie

Als junger Architekt im renommierten Büro Kleuters machte sich Roufosse in Würselen schon einen Namen. „Der Um- und Erweiterungsbau der Kirche St. Balbina war mein erstes größeres Projekt“, erinnert er sich noch sehr gut. In eigener Regie folgten später der Umbau und die Renovierung des Pfarrhauses und des Pfarrheimes von St. Balbina bis hin zum Neubau eines Kindergartens im Schatten des Förderturms.

Ein weiteres architektonisches Denkmal setzte sich der nun 80-Jährige durch die 1983 in Angriff genommene Bebauung am Morlaixplatz, von der Rathaus-Apotheke bis zur Altbebauung an der Kaiserstraße. Seine Handschrift tragen auch der Neubau der VR-Geschäftsstelle und eines großen Gebäudekomplexes am Lindenplatz.

Bevor sich der Vater von vier Töchtern mit 67 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedete, entwarf er noch die Pläne für die Umgestaltung des Altarraumes und die Renovierung der Kirche St. Peter und Paul in Bardenberg.

Für den Senat warb der damalige Senatspräsident, Stadtdirektor Albert Cramer, den karnevalistischen Nobody 1964 mit den Worten: „Wenn Sie schon so viel in Würselen bauen, dann müssen Sie auch Senator werden!“

Zehn Jahre später übernahm er nach Gottfried Heyer, Dr. Wilhelm Lynen und Albert Cramer als vierter Präsident das Amt. „Bei der Ausübung meines Amtes unterstützte mich wie ein väterlicher Freund BDK-Präsident Heinz Wacker, der mich auch bundesweit bekannt machte“, schwelgt das Geburtstagskind in Erinnerungen. Mit seiner Hilfe organisierte er auch erlebnisreiche Fahrten, die heute noch bei den älteren Senatoren in guter Erinnerung sind.

Zweifelsohne hatte er von Albert Cramer einen intakten Senat übernommen. Dennoch darf er für sich in Anspruch nehmen, ihm seinen ureigenen Stempel aufgedrückt zu haben.

Schnell zum „Macher“ geworden

Als „Macher“ zu dem sich das Geburtstagskind nach seiner Wahl schnell entwickelt hatte, ergriff er nicht nur die Initiative zur Schaffung eines neuen Bühnenbildes. Er gab vielmehr auch gemeinsam mit dem heutigen „Ülle“-Ehrenpräsidenten Dieter Pütz der Verleihung des „Närrischen Grenzlandschildes“ ein neues Gesicht. Von 1996 an, als das Festkomitee des Kölner Karnevals ausgezeichnet wurde, erfolgte die Auszeichnung in einer Gala.

Die freundschaftlichen Kontakte ins nahe Ausland wurden unter Roufosse intensiviert: Der Bond Carnevalsverenigingen Limburg wurde Mitglied des Senats, umgekehrt der „Ülle“-Senat im BCL. Nicht zu vergessen, dass der Senats-Ehrenpräsident ein Förderer des gesamtstädtischen Karnevals ist.

Die Düvelstadt verdankt ihm seit 2008 auch den Eulenbaum auf dem unteren Morlaixplatz. Anderen Menschen Freude zu bereiten und ihnen ein Glücksgefühl zu vermitteln, das machte der heute 80-Jährige zu seiner Lebensmaxime, auch noch nach seinem Abschied vom Amt.

Dass die „Ülle“ ihm im Jahre 2014 als Anerkennung seiner vielfältigen Verdienste um den Karneval in der Düvelstadt den „Närrischen Grenzlandschild“ verliehen, war für die Violetten natürlich Ehrensache.

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