Ansturm auf rund 90 Meter Buchauswahl

Von: Ernst-Hubert Gier
Letzte Aktualisierung:
ehg1_bu
Gezieltes Forschen nach dem „Wunschband” oder sachkundiges Schmökern aus der schier unüberschaubaren Reihe von etwa 30.000 Werken ermöglichte die 7. Bücherbörse (Bild) im Alten Rathaus Würselen. Zwischen Antiquariat und Kochanleitung pendelten die Interessierten.

Würselen. Bücher, Bücher und nochmals Bücher: Geschätzte 30.000 Stück warteten auf Verkaufstischen über rund 90 Meter Länge im Foyer, im Veranstaltungssaal - dort war auch die Bühne mit Fachliteratur aus dem Bereich Kunst mit einbezogen - und erstmals auch auf den Fluren zu den Nebenräumen des Alten Rathauses auf Interessierte.

Damit hatte die 7. Bücherbörse schon einen Rekord erzielt, bevor sie ihre Türen aufgeschlossen hatte. Die Organisatoren, Sportredakteur Wilhelm Peters und die Leiterin des Kulturbüros der Stadt, Sigrid Kerinnis, hatten eine logistische Meisterleistung vollbracht. Am Abend zuvor, bis gegen Mitternacht, hatten sie die Stände aufgebaut und eingerichtet: „Das Arbeitspensum war an einem Tag nicht mehr zu bewältigen.”

Über die Organisation hinaus steuerte Wilhelm Peters, Büchersammler aus Passion, alleine 20.000 Bände zum vielfältigen Angebot bei, das vom Taschenbuch über Belletristik und Autographen (eigenhändige Schriften) bis hin zur Fachliteratur reichte.

Am Börsentag setzte er sich - nicht minder seine Ehefrau Irmy sowie seine beiden Töchter Claudia und Sarah - beim Verkauf der vielfältigen antiquarisch-literarischen Schätzchen mit ein. Zu seiner Unterstützung stellte Bürgermeister Werner Breuer, als Schirmherr der Veranstaltung, fünf Auszubildende ab.

Ebenfalls im Einsatz waren vier Studentinnen aus der Marketingabteilung des Zeitungsverlages Aachen und Peters´ Kollege aus der Wirtschaftsredaktion, Ulrich Kölsch. Aber auch Sabine Mathieu, Ehefrau des Chefredakteurs unserer Zeitung und Vorsitzenden der Stiftung „Menschen helfen Menschen”, Bernd Mathieu, löste ihr im vergangenen Jahr gegebenes Versprechen ein.

Mit Wilhelm Peters boten noch 14 weitere Aussteller - auch die Stadtbücherei war mit einem eigenen Stand vertreten - ihre gesammelten literarischen Werke feil. Frühe Schnäppchenjäger hatten es zunächst auf die 100 Sonderdrucke „Aachen 1946” mit 30 eindrucksvollen Fotos abgesehen, die einen kleinen Einblick in die Not der ersten Nachkriegsjahre boten. In nicht einmal einer halben Stunde waren sie vergriffen.

„Robby” Peters lebte im Stress, aber in seinem Element. Um allen Kundenwünschen gerecht zu werden, nahm er Nachbestellungen entgegen. „Sobald die Exemplare gedruckt sind, werden sie per Post zugestellt.” In Scharen schoben sich auf der ersten Etage des Alten Rathauses die Menschen von einem Stand zum anderen. Darunter auch Chefredakteur-Stellvertreter Erich Behrendt.

„Unglaublich!”, beschrieb Sigrid Kerinnis, was sich vor ihren Augen abgespielt hatte. Auffallend für die Leiterin des Kulturbüros war das große Interesse an Fachliteratur. Gezielt gingen die Besucher auf Schnäppchenjagd. Zwei Hausfrauen hatten es auf bestimmte Kochbücher abgesehen. Ein anderer Kunde war auf der Suche nach Literatur über Charles de Foucauld, einem französischen Missionar aus einer reichen elsässischen Adelsfamilie, der 2005 durch Benedikt XVI. selig gesprochen worden war. Ein nicht ganz leichtes Unterfangen, das aber einen Versuch wert war.

Einige ganz wertvolle Stücke, die in einer Vitrine hinter Glas ausgestellt waren, wechselten sogar ihren Besitzer, obwohl sie über dem allgemeinen Preisniveau lagen. Im Angebot waren unter anderem der Autograph „Priester von Hitlers Tribunalen” von Benedicta Maria Kempner, Helmut Kohls „Erinnerungen” und „Die Krankheit Friedrich III.”, dargestellt nach amtlichen Quellen.

„Ich habe eine ganze Tasche voll”, freute sich eine kleine Buchfreundin über ihre Beute, die sie auf der 7. Bücherbörse gemacht hatte. Selten wurde nur ein Buch gekauft. Sogar Karl May war gefragt: „Diese Bände gibt es sonst nicht mehr zu kaufen”, frohlockte deren neuer Besitzer.

Auch der Würselener Künstler Hans Wittl, Maler und Architekt, stellte sich wie die vielen ehrenamtlichen Helfer wieder in den Dienst der guten Sache, signierte einen Kunstdruck nach dem anderen. So lange der große Vorrat reichte. Schneller als erwartet waren seine Exponate, von der Postkarte bis hin zum großen Bild, vergriffen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert