Ansturm auf die neuen Mensen

Von: Conny Stenzel-Zenner
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Guten Appetit: 120 Realschüler und 90 Gymnasiasten lassen es sich wenige Tage nach dem Start bereits täglich gut schmecken. Foto: ny

Würselen. „Das Essen ist lecker.“ Julia (10) geht in die fünfte Klasse des Gymnasiums. Und damit in den Ganztag. Sie isst montags, mittwochs und donnerstags in der Mensa. Mit ihr 90 andere Gymnasiasten. In der Realschule sind es sogar schon 120 Mahlzeiten, die während der Öffnungszeiten verkauft werden. Täglich werden es mehr.

Fleisch und Nudeln schmecken den Würselener Schülern ganz besonders. Die Nudeln sind bissfest und die Bolognese aus Rindfleisch lecker. „Es könnte ein bisschen mehr Salz dran sein“, meint Lisa (10), die urteilt: „Die Nudeln hätte meine Mutter nicht besser machen können.“

Da gerade in Mensen die Beilagen als nicht immer optimal verschrien sind, ist das ein großes Kompliment. Aber was ist in Würselen anders als in anderen Mensen? „Wir beliefern die Realschule und das Gymnasium mit Essen, das nach dem sogenannten „Cook-and-chill-Verfahren“ gekocht wird“, sagt Carsten Derix von der Firma, die täglich bis zu 400 Schulen mit 15.000 Essen beliefert.

„Das Essen wird in der Küche am Niederrhein bis zu 97 Prozent des Garvorgangs fertig gekocht, wird dann auf 0 bis 3 Grad tiefgefroren, um nach der Auslieferung vor Ort fertig gekocht zu werden.“ Kombidämpfer und Konvektomaten bereiten das Essen, das dampfend fertig ist, wenn die Kinder kommen.

Bis zur Eröffnung der Mensen, die noch als Übergangsmensen gesehen werden, zitterten die Verantwortlichen, ob alles fertig wird. So war in enger Abstimmung zwischen dem Schulverwaltungsamt, den Betreibern der Mensen, den Schulleitungen und auch verschiedenen Ämtern – wie etwa der Lebensmittelaufsicht – alles vom Gebäudemanagement der Stadt Würselen umgesetzt worden.

„In früheren Klassenräumen wurden an beiden Schulen die Mensen errichtet“, sagt Dagmar Thorand, die Vorsitzende des Mensavereins. Jetzt ist alles fertig: Individuallösungen an der Realschule und dem städtischen Gymnasium erforderten konzeptionelle und planerische Überlegungen, so dass die drei Bereiche der Mensen, Küche, Ausgabebereich und Speisesäle, nebst der erforderlichen Einrichtung angelegt sind.

Die Essen kosten 3,80 Euro. Momentan gibt es noch keine Puffer. „Wir müssen jede Woche das Essen punktgenau bestellen, das dann angeliefert wird“, erklärt Dagmar Thorand, wie sie kalkuliert. Deshalb können nur Abos von den Schülern gekauft werden.

Wer krank ist, bekommt kein Geld zurück. Das scheint niemanden zu stören – zu groß ist die Bereicherung für die Unterstufen-Schüler, die den Schulhof nicht verlassen dürfen, überhaupt ein warmes Essen zwischen dem langen Unterricht zu bekommen. „Ganz schnell sind die Eltern der Sechsklässler, die auch drei lange Tage haben, auf unser Angebot aufmerksam geworden und haben sofort Essen geordert“, freut sich die Vorsitzende.

Und da scheint es nur ein Kriterium, dass es in der Mensa warmes Essen gibt, das im Gymnasium sechs und in der Realschule weitere sechs Mensa-Mitarbeiter ausgeben. Die Mensen haben vor allem deshalb Zuspruch, weil das Essen so gut schmeckt.

Auch die Lehrer mögen das Angebot: „Wir haben von den Kindern und den Lehrern schon viele positive Rückmeldungen über die Mensa bekommen. Das ist ja erst der Anfang – der ist wirklich gut gelungen. Ich fand das Essen auch sehr lecker, habe mir sofort ein Essensabo gekauft und freue mich darauf, regelmäßig in der Mensa mit den Schülern und Kollegen gemeinsam essen zu können“, sagt Lydia Becker-Jax, Direktorin des Gymnasiums.

Schönes Ambiente

Auch Lorenz Hellmann, Leiter der Realschule, findet lobende Worte: „Ohne den Mensaverein wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Die Entscheidung, auf das ,Cook and chill-Verfahren‘ zu setzen, war Gold wert.“ Beide Direktoren sind sich einig: Die Schulverpflegung sei eine Investition in die Zukunft.

Die Qualität und Kontinuität des Angebots habe einen unmittelbaren Einfluss auf die Denk- und Lernleistung der Schüler. Und auf ihr Wohlbefinden.

Bunte Wände, bunte Tischdecken, kleine Blumen auf den Tischen sorgen für eine schöne Atmosphäre, die so gar nicht an ein Provisorium erinnert. Da wundert es nicht, dass den Schülern und den Lehrern das Essen schmeckt. „Beim Essen gibt es sogar ein paar Biokomponenten.

Da meine Kinder auch im Ganztag sind und sowieso mittags in der Schule essen, müsste ich nur noch für mich kochen, wollte ich warm essen. Jetzt esse ich in der Mensa“, sagt Gymnasial-Lehrerin Christiane Lehmler.

Auch ihr hat es bislang immer gut geschmeckt.

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