Baesweiler - Anspruchsvolles Kryptakonzert in St. Petrus

Anspruchsvolles Kryptakonzert in St. Petrus

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Hochkarätiges Spiel: Johannes Gottwald führt die Kryptakonzerte erfolgreich weiter.

Baesweiler. Beschauliche Stille herrschte in der Krypta – rund 50 Zuhörer hatten eingefunden. Die von Kantor Josef Paffen ins Leben gerufenen Konzerte werden auch in dessen Ruhestand weitergeführt. Der Settericher Organist Johannes Gottwald hatte eine musikalische Europareise zusammengestellt.

Seine Erläuterungen und Anekdoten luden zuweilen zum Schmunzeln ein. Den Anfang machte die „Fantasia chromatica“ des Niederländers Sweelinck, ein strenges, aber auch hochvirtuoses Werk, gefolgt von den Variationen über das Volkslied „Windecken daer het Bosch af drilt“. Mit einer besinnlichen Toccata und einer munteren Canzona war der Italiener Frescobaldi vertreten. Von zwei Tanzstücken aus dem altenglischen „Fitzwilliam Virginal Book“ führte der Reiseweg weiter nach Spanien. Von Gabriel Menalt erklang das „Tiento partido“.

Johann Kaspar Kerll gehört zu den wichtigsten deutschen Meistern des 17. Jahrhunderts. Seine Canzona und das Capriccio über den Kukucksruf stellten dies eindeutig unter Beweis. Ein Hauch von Skandinavien wehte durch die glanzvolle Toccata in G-Dur von Dieterich Buxtehude. Der Thomaskantor Johann Sebastian Bach kam danach mit vier Orgelchorälen zu Wort.

Danach machte der Interpret einen Abstecher nach Tschechien mit Präludium und Fuge in a-moll von Frantisek Xaver Brixi. Dieser Zeitgenosse Haydns ist zu Unrecht nur wenig bekannt. Schon mit 26 Jahren wurde er Domkapellmeister von Prag und damit einer der führenden Kirchenmusiker des Landes. Von Böhmen aus führte der Weg nach Salzburg, wo 1756 Mozart zur Welt kam. Johannes Gottwald demonstrierte anhand dreier Stücke aus der Kindheit des Komponisten, mit welch phänomenaler Schnelligkeit dessen Entwicklung erfolgte.

Drei Stücke von Rinck, Hesse und Lemmens spiegelten den Übergang von der Spätklassik zur Hochromantik, bevor ein „Offertoire“ und eine Orgelfassung des „Tollite hostias“ von Camille Saint-Saens den Reigen beschlossen. Das virtuose Spiel von Johannes Gottwald zog die Zuhörer in seinen Bann. Am Ende gab es stürmischen Applaus und mit Praeludium und Fuge C-Dur BWV 846 aus dem „Wohltemperierten Klavier“ von Bach noch eine Zugabe.

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