Ans Wasser gewöhnen schon vor dem Schulbeginn

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Freuen sich über die Auszeichnungen des Landessportbundes: Mitglieder des Fördervereins Kleinschwimmhalle Siersdorf und Vertreter des Johanneskindergartens. Foto: Mengel-Driefert

Siersdorf. Schwimmen gehört zu den gesündesten Sportarten überhaupt. Doch: „In vielen Familien ist der Schwimmbadbesuch keine Selbstverständlichkeit mehr“, sagt Saskia Wirtz, Vorsitzende des Fördervereins Kleinschwimmhalle in Siersdorf.

Die Zahl der Bäder sinkt, die Eintrittspreise steigen. Die Folge: Nicht jedes Kind kann schwimmen. Um dem entgegen zu wirken und Kinder früh ans Element Wasser zu gewöhnen, kooperiert der Förderverein seit vielen Jahren mit dem benachbarten Johanneskindergarten.

Nun zeichnete der Landessportbund Nordrhein-Westfalen das Engagement und die Zusammenarbeit aus. Der Kindergarten darf künftig die Bezeichnung „Anerkannter Bewegungskindergarten“ tragen, der Förderverein erhielt für seine Kinderfreundlichkeit ein Gütesiegel.

Die Kooperation zwischen Kindertagesstätte und Verein ist eine von 28 im Jülicher Land, die jüngst im Science College Barmen im Rahmen einer offiziellen Feierstunde gewürdigt wurden, organisiert vom Kreissportbund Düren mit Unterstützung der Entwicklungsgesellschaft Indeland und der Barmer GEK. Bewegungskindergärten arbeiten mit Sportvereinen als Kooperationspartner zusammen, stellen die Bewegung in den Vordergrund der pädagogischen Arbeit, sichern damit eine gesunde und bewegte Lebensgrundlage.

So auch im Johanneskindergarten. „Der spielerische Gedanke steht dabei im Vordergrund“, sagt Kita-Leiterin Nejla Stolz. Neben täglichen Bewegungsangeboten besuchen rund 15 Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren einmal wöchentlich das benachbarte Schwimmbad. Die Kinder dürfen unter Aufsicht und Anleitung im Wasser spielen, sortieren Auftriebskörper nach Zahlen oder Buchstaben, Mattenspiele trainieren den Gleichgewichtssinn. Die Kindergartenkinder gewöhnen sich früh an das Wasser, machen neue, für die Entwicklung förderliche Erfahrungen. Fördervereinsvorsitzende Wirtz: „Die Kinder lernen uns kennen, sagen, das ist toll hier. Viele sehen wir später wieder“.

Erfolgreich betreibt der gemeinnützige Verein seit 30 Jahren das Kleinschwimmbecken, verzeichnet rund 6000 Mitglieder. Sie zahlen einen Einzel-, oder Familienbeitrag von neun beziehungsweise 16 Euro im Monat. Keine Rolle spielt bei der Beitragsberechnung, ob die Familie zwei oder fünf Kinder hat, ob verheiratet oder Patchwork.

Egal ist auch, wer wie oft das Schwimmbad besucht. Nichtmitglieder können ein Einzelticket lösen. Die Atmosphäre im Bad ist familiär, das erkläre den Erfolg. Man kenne sich, obwohl das Einzugsgebiet bis nach Aachen und in die Eifel reiche. „Das macht unsere Einrichtung besonders“, so Wirtz.

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