Alsdorf - Anlieger lehnen Bau des Schulzentrums am Langhaus ab

Anlieger lehnen Bau des Schulzentrums am Langhaus ab

Von: Karl Stüber
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Tuchfühlung: Wie eng würden die Gebäude von Gymnasium und Realschule sowie Turnhalle, die im Bereich Langhaus (rechts im Bild) gebaut werden sollen, den angrenzenden Häusern (im Hintergrund) auf die Pelle rücken? Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Dass der Bau des Schulzentrums am Langhaus derzeit von Anwohnern abgelehnt wird, wurde bei einer Bürgerbeteiligung in der neuen Grundschule auf dem Annagelände erneut deutlich. Die Stadt Alsdorf bereitet auf Basis eines klaren Mehrheitsbeschlusses des Stadtrates die Realisierung des Projektes vor.

Daran ließ Bürgermeister Alfred Sonders keinen Zweifel. Eine Sanierung von Gymnasium und Realschule in Ofden, die sich über eine Schülergeneration erstrecken würde, sei nicht zu verantworten. Das würde auf Kosten einer ganzen Schülergeneration gehen. Aber es gehe natürlich auch darum, die Beeinträchtigung der Bürger im Umfeld des Langhauses so gering wie möglich zu halten.

Zu den Vorbereitungen gehört eine Modifizierung des Bebauungsplanes der rund 3,3 Hektar großen Fläche an der Carl-von-Ossietzky-Straße. Die Klassifizierung als Mischgebiet, die dreigeschossige Bebauung mit Gewerbebetrieben zugelassen hätte, wird in „Gemeinbedarf” umgewidmet. Dies sei bei Schulprojekten ein übliches Vorgehen, wie Sonders sagte.

Im Rahmen des Verfahrens ist die Bürgerbeteiligung, sprich: öffentliche Information, vorgesehen, um Anregungen und Bedenken zu sammeln. Diese sollen im Stadtentwicklungsausschuss von den Mandatsträgern bewertet und in die weiteren Beratungen und Beschlüsse einbezogen werden, sagte die Leiterin der Fachabteilung Bauleitplanung, Renate Schaal. Wie die Politik entscheide, könne sie jedoch nicht wissen.

Vorgestellt wurden keinerlei konkrete Pläne, die Auskunft darüber geben, inwieweit vor allem die Häuser beziehungsweise Anlieger im Bereich Alleestraße sowie Eduard- und Wilhelm-Schacht beeinträchtigt sein könnten. Das wurde zum Teil heftig kritisiert.

Schaal will die Anregung prüfen, ob die Zwischenergebnisse beziehungsweise Vorschläge im Zuge des Architektenwettbewerbs, der nun nach erneuter Beratung von der Verwaltung vorbereitet und vom Stadtrat in seiner Ausschreibung beschlossen werden soll, den Betroffenen überhaupt vor einer Entscheidung über den Gewinner vorgestellt werden können. Sie sieht darin erhebliche Probleme beim Wettbewerbsrecht.

„Architektenwettbewerb nicht vorgreifen”

Das stieß bei den rund 30 Teilnehmern der Veranstaltung auf Unmut. Sie werfen der Stadt vor, erst dann wieder einbringen zu können, wenn die Entscheidung über das Konzept bereits vom Stadtrat getroffen sein wird.

Sonders versuchte zu beschwichtigen: „Wir können dem Architektenwettbewerb nicht vorgreifen. Deshalb ist nicht klar, wo die Gebäude stehen werden.” Gemeint sind die Gebäudetrakte für Gymnasium und Realschule sowie die Turnhalle und davon abhängig die Zufahrten beziehungsweise Wege und die Stellplätze rund um das Langhaus.

Allerdings würde die Stadt gerne sehen, dass die Carl-von-Ossietzky-Straße nicht zur Sackgasse wird. Es drohe als Folge die Rückzahlung von Landesmitteln.

Gewünscht wurde aus Reihen der Teilnehmer, dass - wenn schon das neue Zentrum nicht zu verhindern sei - dieses möglichst weit nach Süden Richtung Konrad-Adenauer-Allee und weg von den Wohnhäusern angesiedelt werde, zum Beispiel auch auf einer Fläche, die eigentlich als Gewerbefläche klassifiziert ist. Franz Brandt, Vorsitzender der CDU-Fraktion, gab daraufhin für seine Gruppierung die „politische Zusage”, sich dafür entsprechend einzusetzen.

Mitglieder der Bürgerinitiative „Wohnen am Langhaus” und andere Anwohner übten harsche Kritik am Gesinnungswandel der Stadt, am Langhaus ein Schulzentrum zu errichten. Es gehe der Stadt nur darum, für diese Liegenschaft eine Nutzung zu finden - ohne Rücksicht auf die Bürger vor Ort. „Mit dem Wissen von heute hätte hier keiner ein Haus gekauft”, sagte ein erboster Anlieger.

Befürchtet wird neben der Beeinträchtigung der Lebensqualität ein Wertverlust der eigenen Immobilie. Dies gehe einher mit Lärmbelästigung und weiteren Beeinträchtigungen durch den Schulbetrieb bis hin zum Drogenkonsum im Wohnumfeld und Probleme, welche die Nutzung des Siedlungsbereiches als Schulweg mit sich bringen könnten, wurde gesagt.

Eine Anwohnerin sagte: „Drei Schulen auf einen Haufen (hinzu kommt die bereits errichtete Grundschule, Anmerkung der Redaktion) - das verursacht eine enorme Verkehrs- und Lärmbelastung. Ich wäre nicht hierher gezogen, wenn ich das gewusst hätte.” Eine andere Stimme: „Wir wissen ja alle, wie es an weiterführenden Schulen zugeht.”

Sonders, der sich gegen solche Einschätzungen verwahrte, deutete an, dass Schüler gar nicht notwendigerweise ihren Schulweg durch das Wohngebiet nehmen müssten. Befragt nach einer zusätzlichen Außensportanlage sagte der Bürgermeister: „Im Moment wird nicht an einen Sportplatz gedacht.” Die Finanzierung für das neue Schulzentrum auf dem Annagelände sei immer noch nicht klar, wie Sonders durch Kopfschütteln auf eine Frage hin deutlich machte.

Ein Bürger brachte den „konstruktiven” Gegenvorschlag, die Verwaltung möge doch ins geliebte Langhaus ziehen und im Bereich des Rathauses das Schulzentrum entstehen...
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