Baesweiler - Anlieger-Kosten sorgen für Ärger

Anlieger-Kosten sorgen für Ärger

Von: ger
Letzte Aktualisierung:
Streit über die Sanierung: An
Streit über die Sanierung: Anlieger der Maarstraße kritisieren zu hohe Eigenbeiträge.

Baesweiler. Die geplante Kanal- und Straßensanierung der Maarstraße erhitzt die Gemüter der Anlieger. Sie sehen dadurch hohe Kosten auf sich zukommen. Trotz der massiven Proteste beschloss der Bau- und Planungsausschuss die Umsetzung der Maßnahme.

Baesweilers Erster und Technischer Beigeordneter Peter Strauch betonte, dass man in den Plänen Anliegen der Anwohner berücksichtigt habe. So werde es nach aktueller Planung 30 statt wie bisher geplant 18 Parkplätze geben. Zudem gibt es verkehrsberuhigende Elemente. Grundsätzlich sei die Sanierung jedoch notwendig, sagte Strauch. „Der Kanal weist starke Schäden auf, die behoben werden müssen.” Dann ist in den Augen der Verwaltung auch gleichzeitig die Sanierung der Straße sinnvoll. Strauch: „Durch die Sanierung des Kanals wird die Straße zu großen Teilen zerstört.” Dort, wo es möglich ist, will die Verwaltung auf Anregung der Anwohner im sogenannten „Inliner-Verfahren” sanieren. Das spare Kosten. Die Kosten für die Kanalsanierung müssen die Anwohner zu 18 Prozent tragen. Die Beteiligung an der Straßensanierung liegt bei 30 bis 50 Prozent.

Der Ausschuss stimmte den Vorschlägen der Verwaltung zu. Vertreter aller Fraktionen wünschten sich, dass die Stadt mit äußerstem Kostenbewusstsein vorgehen soll. Detlef Lindlau (SPD) kritisierte, dass die Verwaltung die Anwohner nicht früh genug informiert habe. „Aufgrund der kurzen Zeit, die zwischen der Vorstellung der Pläne und dem Abschluss des Planungsverfahrens liegt, kann ich mir schon vorstellen, dass sich die Bürger ohnmächtig fühlen.”

Nach der politischen Beratung wollten die rund 20 Anwohner im Zuschauerraum sich ebenfalls äußern. Das verbietet die Geschäftsordnung des Stadtrates allerdings. So wurden Kommunalpolitiker und Vertreter der Verwaltung mit nicht gerade freundlichen Zwischenrufen bedacht. Die Anwohner verließen daraufhin den Saal.

Wie geht es weiter? Die Anwohner fürchten nun, dass es für sie teuer wird. Anwohner Josef Oeben rechnet mit „mindestens 6000 Euro” zuzüglich - falls es nötig ist - einem neuen Kanalanschluss zum Haus. „Wenn der Hauptkanal rausgerissen wird, gehen die Anschlüsse auch kaputt”, fürchtet Anwohner Josef Mirbach. Für einen neuen Anschluss werden seinen Schätzungen nach 3000 bis 3500 Euro fällig. „Bei uns in der Straße wohnen viele Rentner, die ihr Haus gerade so halten können. Die wissen gar nicht, wie sie das bezahlen sollen”, sagt Mirbach. Ebenso fragen sich die Anwohner, ob der „niveaugleiche Ausbau” der Straße nötig ist. „Das ist wesentlich teurer”, meint Mirbach.

Übergangen fühlen sich die Anwohner, weil die Pläne, über die abgestimmt wurde, nicht mit denen übereingestimmt hätten, die bei der vorangegangen Bürgerversammlung vorgelegt wurden. Dies machen sie nun auch in einem kurzfristig verfassten Schreiben an die Stadtverwaltung deutlich. Oeben und Mirbach konkretisieren: Im neuen Plan seien das Restaurant „Mediteran” und der gegenüberliegende städtische Parkplatz - anders als in den bisherigen Plänen - nicht mehr erfasst. Die Anwohner vermuten, dass dadurch die Kosten, die für sie übrig bleiben, höher werden.

Auf Anfrage erklärt Technischer Beigeordneter Peter Strauch, dass das „Mediteran” nie Gegenstand der Planungen gewesen sei. Der Parkplatz sei tatsächlich aus dem Plan herausgenommen worden. Dort habe ein Anwohner darauf bestanden, dass sein eigener Gehweg nicht ausgebaut wird. Das habe aber ohnehin keine Auswirkung auf die Kosten für die Anwohner. Denn die Stadt sei in diesem Fall „begünstigt”, sagt Strauch. Sie müsse sich nicht wie die anderen Anlieger an den Ausbaukosten beteiligen. Strauch kann die Aufregung der Anwohner nicht nachvollziehen. „Die Sache ist ganz normal behandelt worden. Wenn eine Straße neu ausgebaut wird, müssen die Anwohner ihren Anteil leisten.” Zudem hätten sich die Beiträge, die Anwohner leisten müssen, seit Beginn der Planung schon von 9,50 Euro auf 8,50 Euro pro Quadratmeter reduziert.

40 Anwohner tragen rund 200.000 Euro

Etwa 40 Anwohner der Maarstraße haben Anliegerkosten von insgesamt rund 200.000 Euro zu tragen. 32 von ihnen haben ihren Unmut mittels einer Unterschriftenliste an die Stadt deutlich gemacht.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert