Baesweiler - Anka Zink präsentiert ihr aktuelles Programm bei „Kultur nach Acht“

Anka Zink präsentiert ihr aktuelles Programm bei „Kultur nach Acht“

Von: mas
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Sie bezeichnet sich auch gerne als Mutti des weiblichen Stand Ups: Anka Zink unterteilt Frauen in zwei Daseinszustände: „Entweder will man Dir ständig an die Wäsche oder Du kommst gar nicht mehr vor“. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Zum ersten runden Geburtstag – die Veranstaltungsreihe „Kultur nach Acht“ wurde in diesen Tagen zehn Jahre alt – tischte Baesweiler nur das Beste auf. Anka Zink lieferte vor knapp 200 Besuchern in der Alten Scheune „wunderbare Geschichten“. Zu Beginn bat die Künstlerin ihr Publikum: „Das geht aber nur, wenn Sie auch mitmachen.“

Damit rannte die Rheinländerin, die sich selbst auch schon mal „rheinischer Satansbraten“ bezeichnet, offene Türen ein. „Zink extrem positiv“, so lautet der Titel ihres Programms. Zunächst klopfte die Bonnerin – bekannt auch aus vielen Fernsehformaten – das Publikum auf seine Glaubensfähigkeit ab. Wie schafft man Meinungsbilder über Geräusche? „Antworten Sie mir nur, indem sie summen“, entwickeln sich herrliche Späße bei der Frage, wer glaubt an Gott und wer an pünktliche Züge der Bahn.

Mit sehr viel hintergründigem Humor macht Anka Zink ihre Punkte. Den Zuschauern gefällt das. Wie beispielsweise ihre Frage: „Was haben Veganer, Bayern-Fans und Salafisten denn gemeinsam?“ Die Antwort folgt auf dem Fuße: „Sie haben keinen Humor“.

Dann bekommt der Autokonzern VW eine Breitseite nach der anderen. „Unfassbar, was da abläuft. Die wollten weltweit die Nr. 1 sein“. Dann fällt der Künstlerin ein: „Warum haben sie ihren Betrügerchip nicht in meine Waage eingebaut?“ Und außerdem: „Die Software hat sich kein taubstummer Tamile in der Garage ausgedacht, da waren mehrere dran beteiligt“.

Männer, die nichts mit sich anzufangen wissen und sich dann „so einen Scheiß ausdenken“. Das nennt sie dann systemischen Zusammenhang mit Sitz in Wolfsburg. Betrug und Pfusch am Bau, auch das ist ein Schwerpunkt in ihrem Programm. Kölner U-Bahn, Hamburger Opernhaus oder Berliner Flughafen werden eingekreist. Alle haben eins gemein: „Die ruinieren die Infrastruktur für mindestens 20 Jahre.“ Es geht weit zurück in der Geschichte. „Haben Sie geglaubt, die Pyramiden sind von Sklaven gebaut worden“? Weit gefehlt, denkt Anka Zink laut. Damals gab es bereits „kleine Dörfer mit Werkswohnungen, Kindergärten und Bordellen. Also wie ein typischer Vorort von Wolfsburg“.

Auch in der zweiten Hälfte war einer ihrer Aufhänger der Geburtstag ihrer Schwester, auf dem es kein Buffet sondern eine Gesinnungslandschaft gab. Resultierend aus den Unverträglichkeiten von Laktose- bis zu Intoleranz. Über die verschiedensten Glaubensrichtungen sinnierend, pickte sie sich wieder die Veganer heraus, die sich ihren Körper als Tempel vorstellen. „Aber was nützt einem der schönste Tempel, wenn ihn keiner mehr besucht“.

Am Beispiel der Stattlichkeit einer Figur, nahm sie sich die als Volkspartei schrumpfende SPD vor, deren Frontmann Sigmar Gabriel daran schuld ist, das man sie überhaupt noch sieht. „Aber Moppel sind im Moment einfach nicht mehr in.“ Das ist bei Anka Zink ganz anders. Sie ist mit ihrem breiten kabarettistischen Spektrum beständig „in“. Das Eintrittsgeld war gut angelegt . . .

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