Herzogenrath - Angewandte Physik wird brillante Kunst

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Angewandte Physik wird brillante Kunst

Von: Markus Bienwald
Letzte Aktualisierung:
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Schwebende Hohlkörper: Schwarzlicht entlockt den Bewegungen der Schüler mit den passenden Utensilien ein faszinierendes Farbenspiel und nachdrücklich beeindruckende Darbietungen. Foto: Markus Bienwald
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Mit bunten Fahnen aus Licht: Leuchteffekte machen Tanzaufführungen zum besonderen Spektakel. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Wenn die Leuchtstoffröhren an der Decke sanft entschlafen und sich am Boden fluoreszierendes Schwarzlicht breitmacht, ist plötzlich alles anders. Da flammen Farben auf, da werden selbst helle Krümel am Boden zum Teil einer Lichtinstallation.

Und Bewegungen bekommen über neonleuchtende Bühnenelemente eigene Strahlkraft. Wie das funktioniert, ergründen Schüler der Europaschule in Merkstein im Zuge des Programms „Kulturagenten für kreative Schulen“.

Imke Voigt, Kulturbeauftragte der Gesamtschule, und die schuleigene Kulturagentin Katrin Eickholt haben professionelle Künstler an die Schule geholt, die in verschiedenen Workshops zeigen, wie das so geht mit der Kunst. Dass es dabei nicht auf die perfekte Leistung, sondern auf Talent und das eigene Kreativität ankommt, haben die Schüler dabei gleich mit entdeckt. So ist es vor allem bei den beiden „Raumzeitpiraten“ Tobias Daemgen und Moritz Ellerich das eigene Schaffen, das aus dem gleißenden Licht meist LED-gespeister Spots eine schillernde Rauminstallation in verschiedenen Lichtwellenlängen macht.

„Das ist mal etwas anderes, als Bilder zu malen oder zu betrachten“, sagt die 17-jährige Selina Spiering. Dass angewandte Physik über verschiedene Lichtbrechungen im Raum so viel Spaß machen kann, erfreut auch Patrick Rosen. „Es ist schon faszinierend, was man mit Licht in einem Raum anstellen kann“, stellt der 18-Jährige fest, der nicht mehr von den filigranen lichtspendenden Objekten im Physikraum lassen kann. Dass selbst Jungs am Tanz ihren Spaß haben können, zeigt das Projekt von Udo Titze, der mit seinem „Circus Gioco“ und Schwarzlichttheater die jüngeren Schüler begeistert.

Ob die Jungs nun so ausgelassen mitmachen, weil sie nicht direkt zu sehen sind, sondern über das reflektierende Schwarzlicht ihre Bewegungen beinahe frei im Raum schwebend visualisiert werden, ist nicht auszumachen. Klar ist aber, dass Jungs und Mädchen viel Spaß an der Umsetzung mit vielen bunten Tanzaccessoires haben. Begeistert sind natürlich auch die Lehrer und Kulturspezialisten, die dieses Projekt schon seit Beginn der Teilnahme am Projekt „Kulturagenten“ im Schuljahr 2011/12 auf der Wunschliste hatten.

„Es ist klasse, jemanden von außen dabei zu haben“, sagt Katrin Eickholt. „Das gibt gleich einen ganz neuen Blickwinkel auf die Arbeiten und das künstlerische Geschehen“, ergänzt Imke Voigt. Und die Tatsache, dass da vorne nicht Lehrer stehen, die Noten geben, macht es für die Schüler einfacher, sich dem Treiben hinzugeben. „Die Künstler kommen rein und sehen den Schüler als unbeschriebenes Blatt, wissen nicht, ob der vielleicht gerade eine schlechte Note bekommen hat, sondern sehen nur das kreative Potenzial, was in den jungen Menschen schlummert“, sagt Schulleiter Daniel Bick.

Dass dieser ganz andere Zugang zur Kunst bunt schillernde Früchte trägt, freut alle Beteiligten. Und am Samstag, 3. Mai, können Gäste der Schule zwischen 13 und 16 Uhr genießen, was bisher Schülern und Künstlern vorbehalten war. Vor allem das gleißende Licht dürfte dabei eine tragende Rolle spielen.

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