Angestellte Lehrer treten auch im Nordkreis in den Streik

Von: Beatrix Oprée
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Nordkreis. Am Mittwoch sind die tariflich beschäftigten Lehrer der Regierungsbezirke Köln und Detmold zum Streik aufgerufen. Um die von den Gewerkschaften geforderte Lohnerhöhung von 5,5 Prozent geht es.

Die angestellten Lehrer möchten zudem einen eigenen Tarifvertrag durchsetzen, um die bis zu mehreren Hundert Euro differierende Bezahlung gemäß Richtlinien der einzelnen Bundesländer zu beenden.  Jeder vierte Lehrer in Deutschland ist nicht verbeamtet, das sind 200.000 von 800.000 Pädagogen.

Die Lehrergewerkschaft GEW kritisiert überdies die deutlichen Unterschiede bei der Bezahlung angestellter und verbeamteter Lehrer. Von Warnstreiks hauptsächlich betroffen, so schätzt die GEW, seien Berufskollegs, Gesamt-, Haupt- und Grundschulen.

Eine „ganze Reihe“ an Lehrern sei es, sagt Oberstudiendirektorin Barbara Onkels, die am Mittwoch an der Gesamtschule Kohlscheid von ihrem Streikrecht Gebrauch machen.

Der Rest des insgesamt 30-köpfigen Kollegiums kann die Ausfälle ganz gut auffangen, denn zurzeit wird in der Schule der grenzüberschreitende Eurode-Cup ausgetragen. Schüler ohne Lehrer ziehen dann einfach in die Turnhalle um, um die jungen Kicker des renommierten Turniers anzufeuern, das erstmalig in der alleinigen Ägide der noch jungen Gesamtschule an der Kircheichstraße über die Bühne geht. Onkels hat Verständnis für die Streikenden: „Sie leisten die gleiche Arbeit, werden aber unterschiedlich bezahlt. Schüler und Eltern erwarten aber von allen Lehrern den gleichen Einsatz. Das derzeitige System ist daher einfach ungerecht.“

Ähnlich sieht dies Daniel Bick, Direktor der Europaschule in Merkstein: Sieben Kollegen hätten angekündigt, am Mittwoch in den Ausstand zu treten. 18 von 82 Lehrern an der Gesamtschule am Langenpfahl sind tariflich beschäftigt, „das entspricht der Quote des Landes“, sagt Bick, der goutiert, dass die Kollegen ihren Streikwillen im Vorfeld angekündigt haben: „Der Streik richtet sich ja nicht gegen die Schule. Die Kollegen nehmen ihr tarifliches Streikrecht wahr, die Schule ist gehalten, einen Ausgleich zu schaffen, damit Schüler nicht auf der Straße stehen.“ So hat sich die Schule auf die heutige Lage so weit wie möglich vorbereitet: Vertretungsunterricht wird es nicht geben, verbeamtete Lehrer dürfen im Streikfall nicht für Angestellte in die Bresche springen. Die jüngeren Schüler, Jahrgangsstufen 5 bis 7, werden bei Bedarf mit Aufgaben versehen und bis 16 Uhr, dem Ende der garantierten Schulzeit, beaufsichtigt.

Ältere Schüler können nach Hause gehen. „Schüler in andere Klassen umzuverteilen, geht nicht, da unsere Klassen ohnehin schon sehr groß sind“, erklärt Bick.

Nicht gestreikt wird indes in der Gemeinschaftsgrundschule St. Andreas in Setterich sowie ihrer Dependance in Loverich, wie Schulleiterin Beatrix Hinrichs auf Anfrage mitteilt. 3 von 18 Kollegen sind tariflich beschäftigt. Da diese nur in Teilzeit angestellt seien und am Mittwoch ohnehin nur je rund zwei Stunden unterrichtet hätten, so erläutert Hinrichs, hätten sie auf ihr Streikrecht verzichtet.

Und zum Streik selbst sagt Beatrix Hinrichs: „Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust: Als Schulleitung sind wir natürlich sehr darauf bedacht, dass kein Unterricht ausfällt. Dazu wäre es aber auch im Streikfall nicht gekommen. Andererseits kann ich die Streikenden verstehen, da sie anders bezahlt werden.“

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