Angebote zur Übernahme von Cinram

Von: Karl Stüber
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Ein interessantes Investitionsobjekt: Das Logistik-Center von Cinram im Gewerbegebiet Alsdorf-Hoengen steht mit auf der Verkaufsliste und soll so möglichst fortgeführt werden. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Mit bemerkenswerter Offenheit haben Geschäftsführer Klaus Schramm und Insolvenzverwalter Dr. Frank Kebekus die Belegschaft von Cinram in Alsdorf über den Stand der Verhandlungen über die Übernahme durch einen Investor schriftlich informiert.

Diese nun an den Tag gelegte Transparenz dürfte auf den Unwillen bei den Beschäftigten und der IGBCE zurückzuführen sein, die sich gleichermaßen bitter über die Ungewissheit zu den Chancen auf den Erhalt des Standortes und der Arbeitsplätze beschwert hatten.

Der vorläufige Gläubigerausschuss habe demnach über die eingegangenen Angebote von möglichen Investoren beraten und den Insolvenzverwalter gebeten, auf Grundlage einer Offerte der Avos GmbH mit dieser weitergehende Verhandlungen zur Übernahme wesentlicher Vermögenswerte und Fortführung des Geschäftsbetriebes am Standort Alsdorf zu führen.

Das Angebot sehe unter anderem die Übernahme und Fortführung wesentlicher Teile von Distribution, Printing, Packaging und Retourenmanagement sowie der Verwaltung vor. Die Avos GmbH sei ein Logistikunternehmen mit dem Schwerpunkt auf qualitativ hochwertiger Konfektionierung, Verpackung und Logistik von Druck-Erzeugnissen, Digitalmedien und Konsumgütern aller Art mit Sitz in Bielefeld. Über die Verhandlungen wollten Geschäftsführung und Insolvenzverwalter die Mitarbeiter weiter unterrichten.

Auf Nachfrage unserer Zeitung ließ die Kanzlei des Insolvenzverwalters wissen, dass ein zweites Angebot auf Übernahme damit aber noch nicht gänzlich vom Tisch sei. Dem Vernehmen nach soll die Gläubigerversammlung Mitte September über das Kaufangebot von Avos entscheiden.

IGBCE-Gewerkschaftssekretär Manfred Maresch sagte gegenüber unserer Zeitung, es komme nun darauf an, wie der Businessplan des Übernahmeinteressenten aus Bielefeld aussehe, der Grundlage für die Finanzierung des Kaufs sei. „Der Investor will und muss ja Gewinn machen, um die Übernahme zu finanzieren.“

Seine Sorge sei, dass dies auf Kosten der Belegschaft gehen würde, die bereits in den vergangenen Jahren Lohnverzicht und Mehrarbeit auf sich genommen hätte. Jede Fortführung sei zwar besser als eine Schließung, aber: „Uns geht es aber um die Perspektive, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.“

Cinram in Alsdorf hatte nach dem Verlust des langjährigen Kunden Universal Pictures die Produktion von CDs, DVDs und Blu-rays einstellen müssen. Zuletzt kündigte auch Warner Home Video die Zusammenarbeit zum 31. Januar 2018 auf.

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