Anfang Januar geht die Mensa in Betrieb

Von: Karl Stüber
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Die Fläche vor dem Haupteingang der neuen Mensa am Gymnasium Würselen wird geteert. Im Hintergrund sind die Bautüren aus Holz zu sehen, die jetzt provisorischen Türen aus Metall weichen sollen. Foto: Karl Stüber

Würselen. Beinahe wäre der Start der neuen Mensa am Gymnasium Würselen Anfang Januar geplatzt und um Wochen verschoben worden. Nach Ende der Weihnachtsferien, also am Montag, 9. Januar, so der ursprüngliche Plan, sollte sie ihren Betrieb aufnehmen.

Nun wird sich das erste gemeinsame Mittagessen dort dank einer Kompromisslösung „nur“ um zwei Tage verzögern. Am Mittwoch, 11. Januar, soll es soweit sein, wie die Vorsitzende des Mensavereins, Dagmar Thorand, auf Anfrage sagte. Diese Initiative versorgt im Auftrag der Stadt neben den Schülern des Gymnasiums die der rasch wachsenden Gesamtschule, aber auch Schüler der Realschule (allerdings dort vor Ort) mit Mittagessen.

Noch vor einigen Tagen galt dagegen das, was in der Sitzung des Rates zum Thema Verzögerung zu hören und in den Unterlagen der Verwaltung zu lesen war: Der Start der Mensa muss auf Ende Februar verschoben werden. Grund für die neuerlichen Probleme ist die Insolvenz eines Subunternehmers, und zwar der Firma, die mit den „Holz-Alu-Fassade- und Fensterarbeiten“ beauftragt worden war. Die fehlenden Alu-Türen müssen nun anderweitig beschafft werden. Das geht aber nicht von jetzt auf gleich. Mindestens vier Wochen Vorlaufzeit benötigt ein anderes Unternehmen vom Fach. Das kostet Geld.

Zudem sind nach Darstellung der Stadt Würselen „einige weitere Mehrkosten während der Bauzeit aufgetreten“. Deshalb müsse „nach heutigem Stand“, hieß es im Stadtrat, mit einer Kostensteigerung gerechnet werden. Erster und Technischer Beigeordneter Till von Hoegen ergänzte auf Nachfrage unserer Zeitung, es handle sich um etwa zwei Prozent. Vor ein paar Monaten war die Rede von Investitionskosten in Höhe von 3,25 Millionen Euro. Folglich wird der Bau 65.000 Euro mehr kosten.

Um die letzten noch ausstehenden Bauarbeiten ausführen lassen zu können und das Türproblem zu lösen, das mit rund 55.000 Euro zu Buche schlägt, muss die Stadt Würselen unterm Strich außerplanmäßig 120.000 Euro aufbringen. Der Stadtrat folgte dem. Es wird versucht, bei der Aufstellung der Schlussrechnung für den Bau der Mensa und durch „Prüfung der einzelnen Gewerke“ diese Kosten zu reduzieren, versprach die Verwaltung. Inwieweit dies gelingt, bleibt abzuwarten.

Aus diesem Plan B des Schulträgers Stadt Würselen wird nichts – zumindest, was die zeitliche Abfolge angeht. „Der Umzug Ende Februar, also mitten im Schuljahr und entsprechend durchlaufenden Betrieb, ist mit uns nicht zu machen“, sagte Thorand aus Sicht des Mensavereins. Wenn Anfang Januar als Termin nicht zu halten sei, dann würde die Inbetriebnahme der neuen Einrichtung erst nach den Osterferien stattfinden. Der Verein benötige eine Auszeit, um geordnet umziehen zu können. Es wäre sicherlich besser gewesen, mit dem Mensaverein erst einmal zu sprechen, bevor anderes kommuniziert wird, bedauert Thorand.

Ohnehin hält sich die Initiative schon lange genug tapfer in dem Mensaprovisorium, der ehemaligen Grundschule am Rande des Gymnasiums. Die Herausforderung, an Schultagen täglich innerhalb kürzester Zeit Hunderten Schülern ein warmes Mittagessen zu ermöglichen, war mit der wachsenden Zahl der Gesamtschüler, die in der auslaufenden Hauptschule nebenan untergebracht sind, noch deutlich gestiegen. Ein Mensazelt wurde von der Stadt zusätzlich und gerade noch rechtzeitig zum Schuljahresbeginn im August aufgestellt, um den Platzbedarf zu decken, bis die neue Mensa endlich zur Verfügung steht.

Testkochen am 27. Dezember

Dieses Zelt nun auch noch über Februar hinaus bis Ostern finanzieren zu müssen, ließ die Stadt Würselen offenbar auf eine andere Verfahrensweise kommen. Nun sollen „Übergangstüren“, die anstelle der Bautüren aus Holz eingebaut werden, den Termin Anfang Januar retten.

Diese Türen würden dem Brandschutz und weiteren Bauvorschriften entsprechen, bis im dann laufenden Betrieb die „richtigen“ Türen montiert werden können. Die Bauabnahme inklusive Behelfstüren soll unmittelbar nach Schulbeginn im Januar stattfinden. Deshalb könne die Betriebsaufnahme erst frühestens am 11. Januar erfolgen.

Bleibt die Frage: Muss die Stadt Würselen die Mehrkosten in Höhe von 55.000 Euro allein stemmen? Aus Reihen des Stadtrates wurde die Verwaltung gedrängt, gegenüber dem Auftragnehmer, dessen Subunternehmer pleite ging, Ansprüche geltend zu machen. Dies wurde zugesichert. Beigeordneter Till von Hoegen sagte, dass die Zusatzkosten und die zeitliche Verzögerung in der Tat zulasten des Auftragnehmers und dessen Versicherung gehen müssten.

Mit dem letzten Schultag vor Weihnachten, dem heutigen Donnerstag, geht der bereits angelaufene Umzug des Mensavereins in die neue Einrichtung in die heiße Phase. Laut Thorand musste deshalb in den letzten Tagen bei der Versorgung der Schüler improvisiert werden. Geschirr und Besteck wurden verpackt, Kühlschränke und andere Ausrüstung bereits quer über den Hof in die neue Mensa gebracht, in der die Restarbeiten auf Hochtouren laufen. Am Mittwoch wurden zudem Außenflächen geteert.

Noch ist schwer vorstellbar, dass in wenigen Wochen die Essenausgabe anläuft. Bereits am 27. Dezember will das Mensateam zusammenkommen, um im neuen Umfeld erstmals gemeinsam etwas zu kochen und Geräte zu testen. Bis zum Schulbeginn in der zweiten Januarwoche soll die Einweisung in die Handhabung der neu installierten und hochmodernen Spülstraße und der neuen Kühlräume erfolgen.

Personalbedarf

Die alten Ausgabemodule wurden schon modifiziert und sollen künftig im Speisesaal aufgestellt werden. Dort können sich die Schüler in der Mittagszeit selbstständig an Beilagen und Rohkost bedienen. Dagegen werden vor allem Fleisch und Fisch an der neuen Ausgabe vom Küchenpersonal ausgegeben. „Wir wollen sehen, wie die Schüler damit umgehen“, sagt Thorand.

Künftig werden Gymnasiasten und Gesamtschüler in der neuen Mensa verköstigt. Hunderte Schüler wollen innerhalb nur einer Stunde durchgeschleust sein – ohne Stress. Fünf Festangestellte und sieben Minijobber (inklusive Dependance Realschule) sollen das leisten. Leider ist die Bitte, die Stadt möge 3500 Euro bereitstellen, um die schwierige Zeit im provisorischen Mensazelt besser bewältigen zu können, nicht erfüllt worden, wie Thorand bedauert.

Sie meldet aber unverdrossen und beizeiten erneut personellen Mehrbedarf gegenüber der Stadt Würselen an. Zu Beginn des Schuljahres 2017/18 werde der nächste Jahrgang an der Gesamtschule Einzug halten und müssen weitere OGS-Schüler versorgt werden.

Ziel des Mensavereins ist es deshalb, eine(n ) Geschäftsführer(in) fest anzustellen. „Bislang ist die Verwaltungsarbeit auf viele Schultern verteilt und findet daheim statt“, sagte Thorand. Dies könne bei weiter wachsenden Aufgaben so nicht mehr geleistet werden.

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