An weißer Linie gilt: Alarmstufe

Von: Sebastian Maassen
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Zug läuft ein auf Gleis 1, Vorsicht an der Bahnsteigkante: Oberkommissar Bernd Küppers und Kollegen zeigten den Fünfjährigen, worauf sie achten müssen, wenn sie im Bahnhof unterwegs sind. Foto: Ralf Roeger

Aachen/Herzogenrath. Für gewöhnlich hallen morgens schnelle Schritte durch den Aachener Hauptbahnhof. Die Gesichter sind bestenfalls entnervt. Jetzt jedoch wurde die Bahnhofshalle von Kinderlachen erhellt. 16 Mädchen und Jungen aus dem Herzogenrather Kindergarten „Gänseblümchen“ erhielten eine Schulung zu sicherem Verhalten auf Bahnanlagen.

Ein wichtiges Thema, findet Oberkommissar Bernd Küppers. „Viele Kinder kommen mit dem Zug zur Schule. Da ist es von großer Bedeutung, Aufklärungsarbeit zu leisten. Je früher, desto besser.“ Nicht selten nämlich gebe es gefährliche Bahnübergänge, so Küppers. Entsprechend engagiert führt er die Fünfjährigen über den Bahnsteig. Er erzählt Geschichten, erklärt Zusammenhänge und stellt Fragen.

Zum Beispiel, warum es so wichtig ist, die weiße Linie, die den Bahnsteig von den Gleisen trennt, nicht zu überschreiten. Die ebenso einfache wie richtige Antwort der Vorschüler: „Weil man sonst überfahren wird.“

Küppers bringt ihnen bei, dass die Farbe Rot meist auf Gefahren hinweist, dass Gleise keinesfalls überquert werden dürfen – auch nicht als Mutprobe – und dass Weichen gefährlich sind, weil man in ihnen leicht eingeklemmt werden kann, wenn sie verstellt werden. „Wer eine Eisenbahn zu Hause hat, kennt das.“

Offenbar haben viele der Kinder eine Eisenbahn zu Hause, denn beim anschließenden Theorieteil in den Räumen der Bundespolizei sind sie voll bei der Sache. Küppers zeigt Bilder von typischen Gefahrensituationen: Menschen, die die Beine über den Rand des Bahnsteigs baumeln lassen, ein Auto, das sich an einer heruntergelassenen Schranke vorbeischlängelt, Kinder, die Steine auf die Schienen legen, auf Züge klettern oder gedankenlos auf dem Bahnsteig spielen. Anhand einer überdimensionalen Bahnanlage aus Holz sollen die Vorschüler zeigen, wie es richtig gemacht wird. Diese Aufgabe meistern sie mit Bravour.

Um die Konzentration aufrechtzuerhalten, stellt Küppers einen Diensthund zum Streicheln in Aussicht. Am Ende verdoppelt Hundeführer Michael Strunk die Belohnung. Neben der Schäferhündin Lisa bringt er auch seinen „privaten Vorführhund“ Kiwi mit. Und der ist deutlich flauschiger als die Frucht, der er seinen Namen verdankt. Die Kinder sind begeistert. Der Reihe nach lernen sie, dass man immer erst den Besitzer fragt, bevor man einen Hund streichelt.

Außerdem erklärt Strunk, man müsse dem Tier ausreichend Zeit geben, um sich an den neuen Menschen zu gewöhnen. Dank zahlreicher Bestechungen per Hundefutter hat aber zumindest Kiwi keine Berührungsängste. Die Vorfreude war nicht umsonst.

Bernd Küppers ist begeistert von der Kindergartengruppe. „Die Kleinen haben wirklich super mitgearbeitet.“ Jetzt hofft er, dass sie das neu gewonnene Wissen auch auf ihren Alltag übertragen können. „Selbst wenn wir durch die Präventionsmaßnahmen nur ein Kind beschützen können, hat sich der Aufwand gelohnt.“

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