An Schrecken des Krieges erinnert

Von: ehg
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Thomas Havers und Hilde-Marie Bergrath legen am Ehrenmal einen Kranz nieder. Foto: W. Sevenich

Würselen. Der Heimatverein Bardenberg hatte im Namen der Interessengemeinschaft der Ortsvereine zu einer Gedenkfeier anlässlich des Volkstrauertags eingeladen. Am Ehrenmal an der Dorfstraße, wo ein Kranz niedergelegt wurde, begrüßte Vorsitzender Thomas Havers die mit Fahnenabordnungen zum Gedenken an die Opfer beider Weltkriege vertretenen Vereine und auch interessierte Bürger.

Havers mahnte, dass angesichts der Krisenherde in der heutigen Welt das Thema Krieg und Frieden nichts an Aktualität eingebüßt habe. Die Jugendfeuerwehr des Löschzuges Bardenberg der Freiwilligen Feuerwehr stellte die Ehrenwache mit brennenden Fackeln.

Die Gedenkrede hielt die zweite Vorsitzende des Heimatvereins, Hilde Marie Bergrath. Thematisch knüpfte sie an die Rede des Vorjahres an, der sie einen Brief von Kaplan Mönks an seine Familie zugrunde gelegt hatte, der darin die schrecklichen Kriegsereignisse von August bis Oktober 1944 in Bardenberg schilderte. In diesem Jahr kam die Zeitzeugin Maria Kaiser zu Wort, die sich zu dieser Zeit als Patientin im Krankenhaus aufhielt. Am 26. August heißt es bei ihr: „Bomben schlagen im Krankenhaus ein. Nach der Entwarnung finde ich die heruntergefallene Zimmerdecke auf meinem Bett wieder. Brandbomben müssen weggeräumt werden. Operationsräume werden teilweise verlegt in die Kellerräume.“

Berichte von der Front

Vier Tage später: „Dringende Operationen werden nur noch durchgeführt. Alles, was entlassen werden kann, wird nach Hause geschickt. Nur noch ganz dringende Fälle werden aufgenommen.“ Am 2. September dann: „Die Front steht nur noch einige Kilometer von Bardenberg entfernt. Wir sind alle in den Keller verlegt worden, erste Evakuierungen finden statt... hier wird nur noch Gottesdienst gehalten, wenn kein Alarm ist.“

Am 18. September vermerkte Maria Kaiser in ihrem Tagebuch: „12 Tote in einer Nacht. In der Grube Gouley, wo die Bevölkerung Schutz sucht, sterben viele Menschen durch den Verrat von Spionen. Andere verlieren Arme und Beine durch Amputationen.“ Ende September gab es keinen Strom mehr im Krankenhaus. Operationen wurden bei einer Karbidlampe durchgeführt, angeschlossen an einem Motorrad. Im Keller mehrten sich – so Maria Kaiser – die Einschläge: „Im Krankenhaus ist keine Scheibe mehr ganz, die Küche durch mehrere Einschläge unbrauchbar gemacht.“

Anfang Oktober vermerkt sie in ihrem Tagebuch: „Die Amerikaner besetzen das Krankenhaus. General Dwight Dr. Eisenhower, der spätere 34. Präsident der USA, ist im Haus von Chefarzt Dr. Schmitz eingezogen. Er übernimmt das Kommando: „Kranke deutsche Soldaten gehen vom Krankenhaus aus direkt in die Gefangenschaft. Amerikanische Soldaten werden im großen Operationssaal behandelt und hinter die Front gebracht.“

9. Oktober: „In Bardenberg tobt der Straßenkampf. Am Abend ist Bardenberg wieder in deutscher Hand.“ Doch am nächsten Tag ist der Ort wieder in amerikanischer Hand. „Zwei Stunden sind Ausgang. Drei Bardenberger Mädchen haben die Zeit um fünf Minuten überschritten als Wachsoldaten rufen, stehen zu bleiben. Zwei laufen in einen Hausflur in der Dorfstraße, die dritte schafft es nicht. Sie wird mit neun Schützen von einem holländischen Sodaten niedergestreckt.“

Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkfeier durch den Männergesangverein „Orphea“ Bardenberg und durch das Trommler- und Pfeiferkorps des Ortes.

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