An Fäden aufgehängt und fragmentiert

Von: Nina Krüsmann
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im Herzogenrather Forum für Kunst und Kultur aus: die in Zülpich geborene Künstlerin Anita Brendgens, hier mit ihrer hauptinstallation in der Schau „Traffic“. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. Ein Auto aus weißem Papier ist derzeit absolute Hingucker im Forum für Kunst und Kultur in der Euregio: Die beeindruckende Installation ist Teil der Ausstellung „Traffic“ von Anita Brendgens. Die in Zülpich geborene Bildhauerin lebt im niederländischen Grenzort Vaals und schafft scheinbar schwebende Kunstwerke aus selbstgeschöpftem Papier. Es geht ihr dabei um die Frage der Leichtigkeit und des Schwebens.

Der Charakter der Arbeiten ist unverwechselbar. An Fäden aufgehängt und fragmentiert präsentiert Anita Brendgens die realistischen Abformungen aus Papier. In den großzügigen Räumen im Eurode Bahnhof in Herzogenrath sind zwei große Rauminstallationen zu sehen. „In den lichtdurchfluteten ehemaligen Wartesälen entfalten die Werke sich perfekt“, freut sich Forumsleiter Professor Fritz G. Rohde. Mit der ungewöhnlichen Werkschau hat er einmal mehr besonders hochwertige Kunst nach Herzogenrath geholt. Bei der Vernissage mit einer Einführung von Dr. Christine Vogt, Direktorin der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen, herrschte großer Publikumsandrang.

Und im Blickpunkt stand natürlich das Papier-Auto.„Es war lange mein Wunsch, ein Auto abzuformen. Dafür muss ich mir ein ganzes Auto ausleihen, das ich mit selbst geschöpftem Papier aus Hanf und Flachs beklebe. Sind die feuchten Blätter getrocknet, kann ich die Abformung abnehmen“, erklärt die Künstlerin. Es handelt sich bei der Vorlage um einen Fiat Topolino. Neben dem Kleinwagen findet ein historisches Zweirad großes Interesse. Im fragmentierten Zustand lassen die Fahrzeuge der Fantasie des Betrachters viel Raum.

Vor zwei Jahren präsentierte Brendgens im Aachener Atelierhaus ein großes Boot. Ein Fahrrad und zwei Roller zählen zu ihren weiteren aktuellen Arbeiten. „Einer der Roller geht im Oktober nach Taiwan auf eine Ausstellung. Ein Universtätsmuseum begründet eine neue Papierabteilung“, erzählt Brendgens stolz. International genießt sie mit ihren außergewöhnlichen Installationen große Anerkennung in der Kunstszene.

Im Nebenraum ist die Installation „Treibgut“ zu sehen. Viele verschiedene Gegenstände hat Anita Brendgens in weißem Papier abgeformt, vom Flip Flop über einen Tintenfisch und eine Puppe bis zum Paddel gibt es viele verschiedene Gegenstände, die zu eigenen Gedanken inspirieren. „Auch an die aktuelle Flüchtlingsthematik habe ich dabei gedacht“, erklärt Brendgens, die mit dem Treibgut ursprünglich ihre Boot-Installation bereichern wollte. Nun ist daraus ein ganz eigenständiges Werk geworden.

Im Eingangsbereich ziehen kleinere Installationen wie etwa ein Trabi in einer Schokoladen-Dose die Blicke auf sich. Und hier sind auch einige Miniatur-Boote zu finden.Die Werkschau ist bis Sonntag, 16. Juli, dienstags bis samstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Feiertags ist geschlossen. Bei der Finissage am Sonntag, 16. Juli, ab 12 Uhr ist die Künstlerin anwesend und es wird ein ergänzender Videofilm gezeigt. Infos unter www.forum-herzogenrath.eu.

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