Alsdorf - An Baden im Alsdorfer Weiher ist noch nicht zu denken

An Baden im Alsdorfer Weiher ist noch nicht zu denken

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:

Alsdorf. Dr. Tido Strauß kennt sich im Alsdorfer Weiher besser aus als mancher dort dümpelnder Fisch. Schließlich hat sich der Biologie in seiner Diplomarbeit und in seiner Dissertation mit dem Gewässer befasst.

Und er ist dem problematischen Weiher treu geblieben. Der Mann von der RWTH Aachen, mittlerweile Projektleiter für Aquatische Ökologie des Forschungsinstitutes für Ökosystemanalyse und -bewertung (gaiac) an der RWTH Aachen, trug im Stadtentwicklungsausschuss die jüngsten Erkenntnisse vor.

Es ging um den Abschlussbericht des „Gewässermonitoring”. Übersetzt heißt das, der Biologe hat überprüft, wie es um das Wasser des beliebten Naherholungsziels steht. Sollte der Weiher irgendwann mal doch wieder als Badesee genutzt werden können, wie sich die Vertreter von Bündnis 90 in ihren grünsten Träumen erhoffen?

Davon ist der Weiher weit entfernt. Daran hat auch die Installation der Sedimentbelüftungsanlage nichts geändert. Im Jahre 2005 hatten die Fische die Flossen massenweise abgegeben, als das Gewässer kippte. Als Gegenmaßnahme wurden an sechs Stellen Sprudelsteine auf Grund gesetzt.

Seitdem sei es wieder aufwärts gegangen, wie Strauß erklärte. Der Fischbestand hat mittlerweile das alte Niveau erreicht, wobei die Raubfische schon gar nicht mehr wissen, wo sie als erstes zubeißen sollen, um die Kiemenatmer in Grenzen zu halten. Das Ziel, wieder ausreichend Sauerstoff unters Wasser zu mischen, ist offenbar erreicht worden. Aber die das Gewässer belastende Blaualgenentwicklung wurde nicht eingedämmt. Eine Besserung sei ohne Frischwasserzuführung nicht in Sicht. Da der Grundwasserzufluss „abgeschaltet” wurde, sank der Nitratgehalt. Doch konnten deshalb die Algen nicht mehr genügend Phosphor aufnehmen.

Strauß schlug vor, in Maßen Frischwasser vom Broicher Bach zuzuführen und durch die Teiche - also auch den Weiher - zu leiten, um die Nährstoffanreicherung abzubauen, was auch der Blicktiefe zugute käme. Hier sei man mit dem Kreis Aachen und den Wasserbehörden im Gespräch. Auf Nachfrage des Ausschussvorsitzenden Gustl Rinkens (SPD) bezüglich der damit verbundenen Kosten gab die Verwaltung Entwarnung. Dafür seien etwa 200 Meter handelsübliche Plastikrohre notwendig, die im natürlichen Gefälle, also ohne teure Pumpen, vom Broicher Bach aus für die notwendige Zufuhr sorgen könnten.

Über die weitere Entwicklung wolle man sich weiter austauschen, hieß es. Der Fisch im Weiher wartet gespannt auf die erfrischende Dusche vom Doktor für Biologie...
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