Amüsante Varianten deutscher Schlagerhits

Von: mas
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„Der Kopf ist erst dann etwas wert, wenn man ihn auch einsetzt“, behauptet Özgür Cebe. Der Comedy-Star begeisterte bei seinem Auftritt in Baesweiler.

Baesweiler. Er wäre – bei Bedarf – auch als Entertainer für Kindergeburtstage buchbar. So preist sich Özgür Cebe gerne selbst an. Doch mit Kindereien hat sein Programm überhaupt nichts am Hut.

Unter dem Titel „Born in the BRD“ nahm der ausgebildete Schauspieler und selbst ernannte „Ötze“ sein Publikum für zwei Stunden in der „Alten Scheune“ des Kulturzentrums Burg Baesweiler mit.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kultur nach Acht“. Durchatmen ist da nicht drin. Özgür Cebe hält seine Gäste vielmehr dauerhaft in Atem. Vor Lachen.

Vorab stellt der Künstler klar, „ich bin Deutscher, im Körper eines Ausländers“. Wie genau „Ötze“ seinen Landsleuten dann auf ihre Macken schaut und diese schonungslos aufdeckt wird schnell klar. Als Kind mochten die anderen nicht mit ihm spielen. Schon gar nicht, wenn es um Matchbox-Autos ging. Denn die „hatten ja noch nicht mal eine TÜV-Plakette“.

Deutsch sein, ja, was ist das? Klar, Fußball-Weltmeister zu sein. „Aber das reicht uns ja nicht. Wir müssen ja auch noch Weltmeister im Nicht-Kinderkriegen sein“. 1,27 Kinder hat der Deutsche im Schnitt. Cebes Berechnung zu diesem Thema: „Ich habe selbst drei Kinder.

Wenn ich das hoch rechne, müsste ja jedes Mal bei mir ein Dreier stattgefunden haben“. Dabei hatte er doch bislang vermutet, „ein flotter Dreier ist ein sehr schneller BMW“. Deutsch gesungenes Liedgut ist irgendwann auch im Fadenkreuz. Da hat der Komödiant amüsante Varianten mitgebracht.

DJ Ötzis „Anton aus Tirol“ klingt dann so: „Ich bin so schön, ich bin so cool – ich bin der Abdul aus Kabul“. Da wird nicht nur mitgeklatscht, es wird auch kräftig mitgelacht. Aus Roland Kaisers „Santa Maria“ gestaltet der gefeierte Sänger „Santa Sharia“ oder Udo Jürgens Erfolgsschlager „Mit 66 Jahren“ muss herhalten. Cebes Version heißt dann so: „Mit 72 Jungfrauen, da kommt man doch zum Schuss!“

Eine eigene Definition liefert er für den Begriff Wirtschaftsflüchtlinge. „Das sind nicht die Kurden, die über die Berge fliehen. Es sind die, die aus Deutschland über die Schweizer Berge abhauen.“ So geht das über Extremisten bis zum Thema Fremdenhass im Osten der Republik. Vorgetragen im brillant klingenden sächsischen Dialekt. Und am Schluss steht endgültig fest, der darf, nein, er muss wiederkommen...

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