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Amtsinhaber von den Driesch schafft es im ersten Anlauf

Von: Elisa Zander und Markus Bienwald
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Verneigung vor dem Herausforderer: Christoph von den Driesch (r.) dankte Dr. Manfred Fleckenstein (Mitte) für einen fairen Wahlkampf. Auch Sibille Fleckenstein gratulierte zur Wiederwahl. Foto: Elisa Zander
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Ergebnisse live mitverfolgen: Das Wahlteam hatte im Eingangsbereich Rechner bereits gestellt, an denen die Zwischenstände nachzulesen waren. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Bürgermeister Christoph von den Driesch war sichtlich erleichtert, als er nach der Bekanntgabe des vorläufigen Endergebnisses im Ratssaal erschien. Mit 52,38 Prozent der abgegebenen Stimmen wurde er von den Wählern in seinem Amt bestätigt.

„Ich danke den Wählern, es war eine außergewöhnliche Bürgermeisterwahl“, sagte er, nachdem er von Wahlleiterin Birgit Froese-Kindermann das Mikrofon übernommen hatte. „Es war ein fairer Wahlkampf, der nie persönlich geworden ist. Es ging immer um die Sache“, dankte er seinen Herausforderern Dr. Manfred Fleckenstein (SPD), der auf 43,3 Prozent der Stimmen kam, und Stefan Kuklik, der für die Piraten 4,32 Prozent erreichte.

„Hatte ein besseres Gefühl“

„Es hat mich überrascht, dass es so klar ausgegangen ist“, sagte Dr. Manfred Fleckenstein, der es auch im dritten Anlauf bei Rang zwei bewenden lassen musste. Eigentlich wollte er es beim dritten Anlauf Parteilegende Willy Brandt gleichtun und den Posten holen. Doch schließlich musste sich der sichtlich geknickte Herausforderer deutlich geschlagen geben. „Ich hätte mir etwas anderes gewünscht. Ich hatte auch ein wesentlich besseres Gefühl.“

Enttäuscht zeigte er sich, wie von den Driesch auch, über die geringe Wahlbeteiligung von insgesamt 37,69 Prozent. Schon während Kämmerer Markus Schlösser die Zwischenergebnisse mitteilte, ging spätestens bei der Wahlbeteiligung ein Raunen durch die gut 70 Interessenten im Großen Sitzungssaal.

„Diese auffallend schlechte Wahlbeteiligung ist schade für die Demokratie“, sagte Stefan Kuklik. Auch wenn er sein persönliches Ziel von fünf Prozent nicht erreichte, zeigte er sich zufrieden mit seinem Ergebnis. „Es ist doppelt so viel wie der aktuelle Bundestrend.“ Und Einzelergebnisse wie die 8,84 Prozent in der Europaschule 1 oder 7,83 Prozent im Schützenheim St. Benno gaben Anlass zum Jubel. Bei der Kommunalwahl im Mai will Kuklik wieder antreten, um im Stadtrat die Geschicke der Stadt mitzuleiten.

Mit dem Wahlergebnis einverstanden zeigte sich Björn Bock, FDP-Fraktionsvorsitzender. „Für uns bedeutet das eine gewisse Kontinuität.“ Wie er waren auch die anderen Sprecher der Fraktionen schockiert von der Wahlbeteiligung. „Sehr enttäuschend“, kommentierte Toni Ameis von den Linken, „das zeigt die Politikverdrossenheit der Leute.“ Persönlich hätte er sich eine Zusammenarbeit mit dem Sozialdemokraten gewünscht: „Er hätte unsere Interessen in der Gestaltungsmehrheit besser vertreten.“ Da konnte auch Grünen-Vertreter Dr. Bernd Fasel einschlagen, der sagte „mir stand der SPD-Kandidat näher“. Allerdings blieb Fasel auch ein Kopfschütteln angesichts der wenigen Menschen, die den Weg ins Wahllokal fanden.

Und selbst Altbürgermeister Gerd Zimmermann rang angesichts der Wahlbeteiligung mit den Worten. „Zum Glück gibt es keine Stichwahl, denn dann wären vielleicht nochmal fünf bis zehn Prozent Wähler weniger gekommen“, sagte er. Natürlich gratulierte Zimmermann seinem Amtsnachfolger: „Dass er gewonnen hat, hat auch sicher damit zu tun, dass er gut gearbeitet hat“, ist er sicher. Wer übrigens bei der nächsten Wahl auf das richtige Endergebnis setzen möchte, sollte mal beim ehemaligen Verwaltungschef durchklingeln. „Ich habe am Freitag das Ergebnis der Wahl bis auf einen Prozentpunkt genau vorhergesagt“, schloss er.

„Nicht damit gerechnet“

Weitere sechseinhalb Jahre sitzt Christoph von den Driesch nun im Chefsessel der Verwaltung. Er hatte sich dieses Ergebnis „erhofft, aber nicht damit gerechnet“, sondern sich „auf zwei weitere Wochen Wahlkampf eingestellt“. Viele Hände schüttelte er an diesem Abend, sprach Dank aus und empfing Blumen. Er wirkte erleichtert. Allzu lange feiern will er an diesem Abend aber nicht. Schließlich ist heute ein „ganz normaler Diensttag“. Und sein Wahlprogramm will er auch umgesetzt sehen. Verbesserungen im Stadtmarketing, die Entwicklung des Kohlscheider Zentrums und das altbekannte Problem des hohen Verkehrsaufkommens auf der Roermonder Straße stehen darin.

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