Nordkreis - Ampelabschaltung: Sicher fahren oder Energie sparen?

Ampelabschaltung: Sicher fahren oder Energie sparen?

Von: Lucia Barbier
Letzte Aktualisierung:
Freisteller Ampel mit 30 km/-S
In der Nacht abgeschaltete Ampeln erhöhen das Risiko von Verkehrsunfällen, hat NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) Kommunen gewarnt. Dies habe eine Studie der Versicherungswirtschaft ergeben.

Nordkreis. Steigende Strompreise sorgen für mehr Bewusstsein im Umgang mit Energie und führen zu schärferen Sparmethoden. Nicht nur für Privathaushalte ist das ein Thema, sondern auch für die Kommunen. Doch welche Maßnahmen werden ergriffen?

In der Nacht abgeschaltete Ampeln erhöhen das Risiko von Verkehrsunfällen, hat NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) Kommunen gewarnt. Dies habe eine Studie der Versicherungswirtschaft ergeben.

Wie sieht es im Nordkreis aus? Nur wenige Ampeln in Alsdorf werden abgeschaltet - und wenn, nur jene, die sich an unbedenklichen Stellen befinden, wo nicht mit Unfällen zu rechnen ist, wie Erster Beigeordneter Ralf Kahlen erklärt. Ampeln, die notwendig für die Verkehrssicherheit sind, werden nicht abgeschaltet, denn „die geht in jedem Fall vor”.

Bei der Straßenbeleuchtung setzt die Stadt nicht auf Abschalten, sondern auf Umrüsten. Von insgesamt 9000 Beleuchtungseinrichtungen, die sich in Alsdorf befinden, wurden bereits rund 4000 auf LED-Leuchten umgestellt. Es ist geplant, die vollständige Umrüstung bis Ende nächsten Jahres zu erreichen. In einzelnen Bereichen werden die LED-Leuchten um 30 Prozent gedämmt, was aber nicht die Qualität des Lichtes beeinflussen soll. Insgesamt könnten durch LED-Technik etwa 70 bis 80 Prozent Strom gespart werden.

Kahlen beteuert jedoch: „Das Sicherheitsgefühl unserer Bürger ist dem Sparen gegenüber aber in jedem Fall vorrangig.” In Baesweiler befinden sich außer einer Bedarfsampel nur noch vier Ampelanlagen in Zuständigkeit der Stadt, von denen eine ab 20 Uhr abgeschaltet wird. Bei dieser Ampel handelt es sich aber ebenfalls um keinen Unfallschwerpunkt. Die Abschaltung dieser Signalanlage ist keine kürzlich veranlasste Sparmaßnahme, sondern gilt schon länger.

Baesweilers Erster und Technischer Beigeordneter Peter Strauch erklärt, es werde jährlich mit Polizei und Ordnungsamt überlegt, wie die Verkehrssicherheit weiter optimiert werden könne. Auch in Baesweiler stehe diese an erster Stelle. So wurden Kreisverkehre gebaut und Ampeln auf diese Weise ersetzt, anstatt sie an gefährlichen Kreuzungen nachts außer Betrieb zu nehmen. Weniger als die Hälfte der Straßenbeleuchtung wird nachts in Baesweiler abgeschaltet, sagt Strauch. In einigen Wohngebieten wird etwa jede zweite Laterne zu einer bestimmten Uhrzeit ausgeschaltet. Auf Hauptverkehrsstraßen hingegen bleiben alle Lampen eingeschaltet - auch hier wegen der Sicherheit. An weitere Einschränkungen der Straßenbeleuchtung wird aktuell nicht gedacht. Strauch: „Eine Umrüstung wäre naheliegender als weitere Abschaltungen.”

Herzogenrath schaltet einige Ampeln von 22 bis 6 Uhr ab. Hierbei handelt es sich aber ebenfalls um untergeordnete Knotenpunkte, an denen man nicht mit Unfällen rechnet. Einige dieser Ampeln werden eher abgeschaltet - jedoch um den nächtlichen Verkehrsfluss nicht ins Stocken zu bringen und nicht aufgrund von Energiesparmaßnahmen. Die Straßenbeleuchtung betreffend, sind ebenfalls keine Veränderungen geplant.

Jedoch hat die Stadt auch hier begonnen, mit energiesparenden Leuchtmitteln zu arbeiten, wie Wolfgang Fischer, Pressesprecher der Enwor, die die Straßenbeleuchtung in Herzogenrath versorgt, erklärt. Laternenabschaltungen sind in Herzogenrath aber nicht geplant, da auch hier gilt: „Energie sparen ja, aber nicht auf Kosten der Sicherheit.”

Die Stadt Würselen ist sogar entschieden gegen Einsparungsmaßnahmen und hält immer mehr Ampeln auch nach 24 Uhr noch in Betrieb. Grund dafür ist die bestehende Unfallgefahr. Straßenlaternen werden nachts ebenfalls nicht ausgeschaltet, da sich für Würselen durch eine Abschaltung aus Vertragsgründen keine Kostenersparnis ergeben würde, wie es seitens des Tiefbauamtes heißt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert